Von Bürgermeister und Vorsitzender des AK68 gestern offiziell eröffnet
An zwölf verschiedenen Orten kann in diesem Jahr die große Kunstausstellung des AK68 in Wasserburg besucht, besichtigt und wohl auch bewundert werden. Nachdem auch in diesem Jahr das Ganserhaus wegen der notwendigen Sanierungsmaßnahmen noch nicht genutzt werden kann, gibt es diese Ausstellung nicht nur im Rathaus der Stadt, sondern auch in den Räumlichkeiten der „Alten Polizei“, in der Kirche „St. Achatius“, von den Wasserburgern gerne liebevoll „Achatzkirche“ genannt, in der Spitalkirche „Heilig-Geist“ am Brucktor, in den Räumlichkeiten des Museums Wasserburg, auf dem Rathausplatz in der Altstadt und an sechs weiteren Orten in der der Stadt Wasserburg. Eröffnet wurde die Ausstellung gestern von Katrin Meindl, der Vorsitzenden des AK68, und Bürgermeister Bastian Wernthaler.
Ausgestellt werden insgesamt 224 Arbeiten von 107 Künstlerinnen und Künstlern. Allein 100 Exponate sind im Rathaus ausgestellt, weitere 80 in den Räumlichkeiten der „Alten Polizei“. Fünf Jurorinnen und Juroren haben die Exponate kritisch betrachtet und haben die „Preisträgerin Junge Kunst“ ausgelobt.
Und wenn eine Ausstellung solchen Ausmaßes in einer Stadtwie in Wasserburg gestaltet wird, dann bedarf es wohl auch einer Vernissage in mehreren Teilen. Und die große Kunstausstellung wurde demgemäß auch in drei Teilen eröffnet.

Anke Hellmann
In der Kirche St. Achatius begrüßte die Kulturreferentin des Landkreises Rsoenheim, Anke Hellmann, die Besucher zur Eröffnung der Ausstellung. In ihrer Ansprache wies sie darauf hin, dass diese Kirche „ein toller Raum“ sei, der für eine Ausstellung „bestens geeignet“ sei. Sie zollte den Verantwortlichen beim AK 68 großen Respekt. „Ich ziehe meinen Hut vor dieser Schaffenskraft“, meinte sie anerkennend.
Die Vorsitzende des AK 68, Katrin Meindl, begrüßte ihrerseits die Anwesenden und betonte, dass die Vorbereitung und Durchführung einer solchen Ausstellung nur möglich sei, wenn viele Menschen sich zu einem Team zusammenfinden können und derartiges zu gestalten imstande sind. In der Achatzkirche erläuterte anschließend Robert Lang vom AK 68 das Anliegen der Künstler in dieser Kirche. Die beiden italienischen Künstler Francesca Manfredi aus Perugia und Francesco Petrones aus Rom wollen mit ihren Arbeiten „Pforten“ zeigen, die man durchschreiten könne. Übergänge im Leben, Weggehen und Ankommen, Abschied und Eintritt, diese Dinge sollen hier künstlerisch lebendig werden.
Robert Lang betonte im Gespräch, dass der Raum dieser Kirche, in der es keinerlei Sitzgelegenheit mehr gibt, „etwas mit einem macht“. Die Kirche als genius loci für eine innere Wandlung, auch dies kann man natürlich als „Pforte“ begreifen, die einen berührt, verändert, neue Erkenntnisse gewinnen lässt. Francesca Manfredi hat Steine in Stoff gehüllt und diese auf dem Boden der Kirche arrangiert. Sie nennt diese Installation „dove“, auf deutsch „wo“. Sie will damit auch zeigen, dass das Leben eine ständige, unaufhörliche Wanderung sei, die oft durch Notwendigkeiten geschaffen werde und selten freiwillig sei. Francesco Petrones seinerseits bezieht sich auf den kirchlichen Ort, indem er eine Installation „L’ ultima cena“ (das letzte Abendmahl) nennt. Auf einer tischartigen Stahlkonstruktion hat er verschiedene Brotteile arrangiert. Mit diesem Teil der Ausstellung wollen die Künstler auch die Dimensionen von Leben und Tod ansprechen: Geburt werde als Schöpfung, der Tod als Opfer begriffen. Robert Lang schloss seine Laudatio mit den Worten: „Die Arbeiten sprechen für sich selber“.
Doch dieser Teil der Ausstellung war nur ein kleiner Anfang. Man traf sich kurz darauf im Rathaussaal zur zweiten Eröffnung der großen Kunstausstellung. Wer Zeit hatte, konnte in der Heiliggeist-Spitalkirche die „Performative Klang- und Videoinstallation“ von Bettina Gorn ansehen, die den Titel „noise in a sound garden“ trägt. Auf mehreren Bildschirmen wird diese Installation gezeigt.
Vielleicht hat man auch noch Muße, im Museum der Stadt Wasserburg vorbeizuschauen. Hier haben zehn Künstlerinnen und Künstler, ein Fragment des kaukasischen Drachenteppichs aus dem Museum für islamische Kunst in Berlin künstlerisch bearbeiten können und daraus eine vielfältige Ausstellung gestaltet.
Doch der Höhepunkt der Ausstellungseröffnung war zweifellos der Historische Rathaussaal: Die gesamte Bestuhlung des Rathaussaales wurde entfernt. Stattdessen sind hier Kunstwerke installiert, insgesamt 100 Kunstwerke zieren das Rathaus. Der Erste Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Bastian Wernthaler, begrüßte die Besucher des gut gefüllten Saales, an die 400 bis 500 Besucher waren erschienen und er zeigte sich hocherfreut über die Resonanz sowohl der Künstler, als auch der Besucher bei dieser Ausstellung. „Fühlen Sie sich wohl in der Kunststadt Wasserburg“, rief er den Anwesenden zu. Katrin Meindl überrreichte anschließend allen, die bei der Vorbereitung tatkräftig mitgewirkt haben, eine Blume und zeichnete die junge Künstlerin Alexandra Belokon aus München mit dem Preis „Junge Kunst 2026“ aus, der mit 1.000 Euro prämiert ist. Es sei in diesem Jahre nun das zehnte Mal, dass dieser Preis verliehen werden könne, ergänzte sie und bedankte sich sehr herzlich bei der Sparkasse Wasserburg, die den Preis stifte. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Wasserburg, Mischa Schubert, überreichte der Künstlerin symbolisch den Scheck und würdigte insgesamt ihre künstlerische Arbeit. Insgesamt fünf Exponate von ihr sind auf der großen Kunstausstellung ausgestellt. Sie bearbeitet häufig Plastikgewebe auf Keilrahmen, hat aber auch eine Aluminiumkugel auf einem schwebendem Lautsprecher geschaffen. Alles in allem sind das sehenswerte Objekte.


Vielleicht findet der eine oder andere Besucher in der Stadt die überdimensionierten künstlerisch gestalteten Bausteine, die in den Straßen der Altstadt in Wasserburg aufgestellt worden sind. Der AK 68 möchte mit dieser Initiative auch daran erinnern, dass das Bauen oder auch das Sanieren historischer Bauwerke kostspielig ist.
Die große Kunstausstellung ist noch bis zum Sonntag, 23. August geöffnet, und zwar im Rathaus und den Räumlichkeiten der „Alten Polizei“, täglich von 10 bis 18 Uhr; im Museum Wasserburg, dienstags bis sonntags von 13 bis 17 Uhr und in der Heilig-Geist-Spitalkirche und der Achatzkirche immer samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr.
Der AK68 lädt darüber hinaus zu folgenden Veranstaltungen im Rahmen der großen Kunstausstellung ein: Im Museum Wasserburg findet am Sonntag, den 9. August um 15 Uhr die Installations-Performance von Lore Galitz „Des Drachen Rückkehr“ statt. Am Sonntag, den 16. August um 15 Uhr wird Alexander Gerald Wagner eine performative Lesung mit dem Thema „Stimmen im Gewebe“ durchführen.
Im Rathaus der Stadt Wasserburg gibt es am Sonntag, den 2. August um 14 Uhr Bea Koberger, Gabi Sabo und Carlton Bruce eine „Performance mit Live-Lesung“. Diese Performance kann auch Sonntag, den 9. August, am Sonntag, den 16. August und am Sonntag, den 23. August, jeweils um 14 Uhr im Rathaus besucht werden.
In die Heiliggeist-Spitalkirche am Brucktor laden Bettina Gorn und Marc Turieux (Schlagzeug) zu einer Performance unter dem Motto: „noise in a sound garden“ ein, und zwar am Sonntag, den 2. August und am Sonntag, 23. August, jeweils um 15.30 Uhr.
Schließlich zeigt Ingolf Hatz vom AK 68 sein Video-screening „What’s cookin’ AK68 artists?“ am Donnerstag, 6. August, Donnerstag, 13. August und am Donnerstag, 20. August, jeweils um 19 Uhr.
Die große Kunstausstellung verdient nicht nur den Namen „groß“, sondern ist auch zweifellos einen Besuch wert.
PETER RINK
Eindrücke von der Eröffnung:
Schaufenster





























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