Großbaustelle in Aschau am Inn nimmt Form an
Die Investitionsmaßnahmen im Hoch- und Tiefbau für das Haushaltsjahr 2027 standen im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau, Wirtschaft und Infrastruktur des Landkreises Mühldorf. Dabei wurde deutlich: Vor allem im Bildungsbereich stehen weiterhin umfangreiche Bau- und Sanierungsmaßnahmen auf der Agenda.
Im Hochbau dominiert nach wie vor der Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums mit Einfachsporthalle in Aschau am Inn/Waldwinkel das Geschehen. Mit Gesamtkosten von rund 49,9 Millionen Euro und einer geplanten Brutto-Grundfläche von nahezu 14.000 Quadratmetern handelt es sich um das größte Investitionsprojekt des Landkreises seit Jahrzehnten. Nach aktuellen Berechnungen kann der Landkreis mit Fördermitteln in Höhe von 26,2 Millionen Euro rechnen, was mehr als 60 Prozent der förderfähigen Kosten entspricht. Auf der Baustelle sind die Fortschritte inzwischen deutlich sichtbar: Der Keller ist fertiggestellt, die Dimensionen des Gebäudekomplexes lassen sich bereits gut erkennen.
Während die Erweiterungen des Ruperti-Gymnasiums in Mühldorf sowie des Gymnasiums Waldkraiburg pünktlich zum Schuljahresbeginn 2025 abgeschlossen werden konnten, zeichnet sich bereits die nächste große Investition im Bildungsbereich ab. An der Staatlichen Berufsschule I in Mühldorf besteht erheblicher Sanierungsbedarf. „Die technischen Anlagen stammen größtenteils noch aus der Erstausstattung von 1981. Nutzungsbedingte Schäden häufen sich“, berichtete Fachbereichsleiter Thomas Bumberger dem Ausschuss. So sei die Brandmeldezentrale technisch überholt und müsse dringend erneuert werden. Zudem verursachen korrodierte Guss-Abflussleitungen immer wieder Probleme. Allein in den Jahren 2025 und 2026 seien bislang acht Rohrbrüche aufgetreten. „Um eine Generalsanierung werden wir mittelfristig nicht herumkommen“, so Bumberger.
Sanierungsmaßnahmen sind auch an der Fachakademie in Starkheim vorgesehen. Bereits in diesem Jahr wird der neue Anschluss der Regenentwässerung an der Nordseite für 130.000 Euro realisiert. Für das Jahr 2027 sind die Erneuerung von Fenstern und Dach für 375.000 Euro, sowie die Neugestaltung der Außenanlagen für 160.000 Euro eingeplant.
Angesichts der aktuellen Hitzeperioden sprachen Landrat Max Heimerl und Fachbereichsleiter Thomas Bumberger das Thema Hitzeschutz an den weiterführenden Schulen an. Demnach wurden bei allen Neubauten gemäß dem aktuellen technischen Standard zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen verbaut, die auch zur Kühlung der Gebäude beitragen. Eine Klimatisierung der Klassenzimmer sei derzeit allerdings weder bei Bestands- noch bei Neubauten möglich. „Das lässt sich weder technisch noch finanziell umsetzen“, sagte Landrat Max Heimerl. Stattdessen begegne man den Herausforderungen mit organisatorischen, technischen und baulichen Maßnahmen. „Dazu zählen unter anderem zusätzliche Beschattungen an den Gebäuden, aber auch im Außenbereich. Zudem werden die bereits installierten Lüftungsanlagen laufend optimiert.“ Klar sei aber auch: „Wir können uns nur sukzessive im Rahmen unserer Möglichkeiten auf die heißen Sommer vorbereiten und profitieren aktuell noch davon, dass es sich bisher meist nur um relativ kurze Hitzeperioden handelt“, so Landrat Max Heimerl.
Rund zwei Millionen Euro veranschlagt der Landkreis für die Errichtung einer Streusalzlagerhalle am Kreisbauhof in der Färberstraße. Schwachstellen an der Tragkonstruktion haben den Neubau an gleicher Stelle notwendig gemacht. Abbruch und Bodenaustausch sind bereits abgeschlossen, die Baumeisterarbeiten haben begonnen. „Die Maßnahme liegt im Kostenrahmen, die Fertigstellung ist für Anfang Dezember 2026 geplant“, so Thomas Bumberger.
Im Tiefbau laufen derzeit drei größere Projekte. Bei Irl in der Gemeinde Oberbergkirchen wurde an der Kreisstraße MÜ 27 für rund 200.000 Euro eine Kurve entschärft, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Bauarbeiten wurden bereits im Juni 2026 abgeschlossen, etwa die Hälfte der Kosten wird durch Fördermittel gedeckt. Das umfangreichste Tiefbauprojekt ist aktuell der Ersatzneubau der Nasenbachbrücke in Rechtmehring. Die vorläufigen Baukosten belaufen sich auf rund 800.000 Euro, auch hier wird mit einer Förderung von 50 Prozent gerechnet. Die Fertigstellung ist für September 2026 vorgesehen. Nahezu abgeschlossen ist dagegen die Durchlasssanierung bei Irl. Die Kosten von rund 260.000 Euro bleiben nach Angaben der Verwaltung im geplanten Rahmen.
Bereits in Vorbereitung befindet sich zudem der Ersatzneubau der Isenbrücke bei Zollbruck. Für das Jahr 2027 ist hierfür ein Haushaltsansatz von 1,7 Millionen Euro vorgesehen. „Vorplanung und Zuwendungsunterlagen sind auf dem Weg, die Förderung wird voraussichtlich 850.000 Euro betragen“, erläuterte der stellvertretende Fachbereichsleiter Robert Martinez. Ebenfalls für das kommende Jahr geplant sind die Sanierung der Fahrbahndecke der Kreisstraße MÜ 2 von der Staatsstraße 2086 bis zum Ortsende von Neumarkt-Sankt Veit mit Kosten von 120.000 Euro sowie die Deckensanierung der Kreisstraße MÜ 33 zwischen Mettenheim und Lochheim für rund 630.000 Euro.
Die Mitglieder des Ausschusses stimmten den Investitionen und Maßnahmen für 2027 im Bereich der Hoch- und Tiefbauprojekte einstimmig zu.
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