Er bleibt beim EHC: Andris Džeriņš, Bronze-Gewinner bei einer Weltmeisterschaft

Er war ohne Zweifel einer der spektakulärsten Neuzugänge des vergangenen Jahres beim EHC Waldkraiburg: Andris Džeriņš (Foto). Lettischer Meister, Bronze-Gewinner bei einer Weltmeisterschaft, jahrelanger Nationalspieler und mit weit über 300 Einsätzen in der KHL ausgestattet – eine Vita, die in der Bayernliga eher selten zu finden ist. Mit einem Zwei-Jahres-Vertrag wechselte der 38-Jährige im vergangenen Sommer zu den Löwen und entsprechend hoch waren auch die Erwartungen.

Dass Džeriņš das Spiel auf einem außergewöhnlich hohen Niveau versteht, wurde den Waldkraiburger Fans schon in den ersten Wochen deutlich. Seine Übersicht, sein präzises Passspiel und seine Ruhe am Puck sorgten immer wieder für sehenswerte Angriffe. Gleichzeitig musste sich der Lette zunächst an das Spiel in der Bayernliga gewöhnen. Nicht, weil ihm die Qualität fehlte – vielmehr verlangte das im Vergleich zur KHL oder zum internationalen Eishockey deutlich langsamere Tempo eine gewisse Umstellung. Situationen entwickelten sich anders, Räume öffneten und schlossen sich später und auch die Spielweise vieler Gegner unterschied sich deutlich von dem, was Džeriņš über viele Jahre gewohnt war.

Was der Center im Laufe der Saison allerdings eindrucksvoll unter Beweis stellte, war seine Fähigkeit, sich auf diese Gegebenheiten einzustellen. Mit jeder Partie wurde er stärker, übernahm mehr Verantwortung und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Offensivspieler der Löwen.

Wer gehofft hatte, mit Džeriņš eine klassische Torfabrik verpflichtet zu haben, wurde allerdings nur teilweise bestätigt. Der Lette ist kein Spieler, der um jeden Preis selbst den Abschluss sucht. Viel häufiger entscheidet er sich für den besser postierten Mitspieler, spielt auch einmal den schwierigen Querpass oder legt den Puck im richtigen Moment noch einmal auf. Genau diese mannschaftsdienliche Spielweise machte ihn über die gesamte Saison hinweg so wertvoll.

Am Ende standen dennoch starke 17 Tore auf seinem Konto. Angesichts zahlreicher Situationen, in denen er lieber den Nebenmann einsetzte als selbst abzuschließen, hätten es mit etwas mehr Eigennutz vermutlich auch deutlich mehr Treffer werden können. Seine eigentliche Stärke spiegeln jedoch die 47 Vorlagen wider. Diese bringen ihn in Summe auf 64 Scorerpunkte in 39 Pflichtspielen. Zudem ist er mit dieser Anzahl an Assist-Punkten auch stark in den Top10 der Bayernliga vertreten.

Doch sein Einfluss ließ sich nicht allein an Zahlen festmachen. Mit seiner Erfahrung aus zahlreichen Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen und vielen Jahren im Profieishockey brachte Džeriņš auch abseits des Spielberichts enorme Qualität in die Mannschaft. Gerade für die jüngeren Spieler war seine Ruhe am Puck, seine Spielintelligenz und seine professionelle Einstellung ein Gewinn.

Umso mehr freut es die Verantwortlichen der Löwen, dass Andris Džeriņš auch in der kommenden Saison das gelb-blaue Trikot tragen wird. Der zweite Teil seines ursprünglich geschlossenen Zwei-Jahres-Vertrages beginnt nun – und die Hoffnung ist groß, dass der erfahrene Lette seine Qualitäten erneut auf das Eis bringt und den Löwen dabei hilft, ihre sportlichen Ziele zu erreichen. 

AHA

Foto: EHC Presse             

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