Über 1000 Gäste feierten 75 Jahre Landjugend Evenhausen - Heute Abend Kesselfleischessen zum Abschluss
Der gestrige Festsonntag anlässlich des Gründungsjubiläums zum 75-jährigen Bestehen der Evenhausener Landjugend war ein voller Erfolg und ein eindrucksvolles Zeugnis des dörflichen Zusammenhalts. Begonnen hat der zweite Festsonntag im Rahmen der „Evenhausner Festwochen“ mit einem zünftigen Weißwurstfrühstück, bevor sich der feierliche Kirchenzug hinauf zum Sportplatz in Bewegung setzte. Dort zelebrierte Pfarrer Tobias Prinzhorn gemeinsam mit Diakon Florian Heptner und Gemeindereferentin Agnes Altermann einen festlichen Gottesdienst, bei dem ein ganz besonderes Schmuckstück gesegnet wurde: das neue Taferl des Vereins.
In seiner bewegenden Predigt blickte Pfarrer Prinzhorn auf die Anfänge der Landjugend im Jahr 1951 zurück, als junge Christen nach den Wirren des Zweiten Weltkriegs den Mut fassten, das gemeinschaftliche Leben neu aufzubauen. Er verglich die lebendige Pfarrei mit einem Tempel, dessen Fundament die Apostel bilden, während die Gläubigen die Steine seien. Ein solches Bauwerk brauche auch Schnörkel und Verzierungen. „Dafür braucht es Steine mit ungewöhnlichen Formen: Menschen, die die gewohnten Pfade auch einmal verlassen, die experimentieren. Und das sind ganz oft die ganz jungen Menschen“, betonte der Geistliche. Er lobte die KLJB Evenhausen als absolute Erfolgsgeschichte. Mit rund 250 Mitgliedern, zu denen auch Jugendliche aus Amerang, Kirchensur und Stephanskirchen zählen, sei der Verein eine beeindruckende Größe und nehme im bayerischen Landjugendverband eine herausragende Stellung ein. Die Jugendlichen seien ein „leuchtendes Licht des Glaubens“, so Prinzhorn, der der Landjugend als Geschenk eine Figur ihres Patrons, des heiligen Bruder Klaus von der Flüe, überreichte.
Wie sehr die Tradition in der modernen Landjugend verankert ist, zeigte sich bei der Präsentation des neuen Taferls. Vorstand Thomas Dürnegger zeigte sich sichtlich stolz auf das Werk, das mit dem Abbild der heimischen Kirche an die Wurzeln des Vereins erinnert und gleichzeitig als treuer Begleiter für künftige Feste dienen soll. Dürnegger bedankte sich unter großem Applaus bei Michaela Fischer, die das Taferl „wirklich wunderbar gemalt“ habe, und bei Leonhard Fischbacher, der für die handwerkliche Umsetzung sorgte. Ein besonderer Dank des Vorstands galt zudem allen, die sich in den vergangenen siebeneinhalb Jahrzehnten für den Verein engagiert haben, sowie dem starken Zusammenhalt im Dorf. „Dass auch im Dorf zusammengeholfen wird, wie man es jetzt bei dem Fest sieht: Jung und auch die ein bisschen Älteren. Das haut bei uns wirklich super hin“, freute sich Dürnegger über das enorme Engagement der Dorfgemeinschaft.
Diesen starken Zusammenhalt hob auch Bürgermeister und Schirmherr Konrad Linner in seinem Grußwort hervor. Die Landjugend schaffe die Basis dafür, dass junge Menschen in die Dorfgemeinschaft hineinwachsen und demokratische Mitgestaltung vor Ort erleben können. „Gerade in einer Zeit, in der Selbstoptimierung und Profilierung auf den virtuellen Bühnen der sogenannten sozialen Medien über allem stehen, ist es wichtiger denn je, zu erleben, dass es sich lohnt, sich für die Allgemeinheit oder für eine Gemeinschaft einzusetzen“, mahnte der Rathauschef. Für ihn persönlich sei dieses Jubiläum etwas ganz Besonderes, da er selbst vor rund 50 Jahren in der Vorstandschaft der Landjugend aktiv war. Die dort gelebten Werte hätten sein Leben nachhaltig geprägt. Linner gratulierte der Mannschaft zu diesem „großartigen Fest der Ehrenamtlichkeit“.
Abgerundet wurde der Festsonntag bei bester Bewirtung und den flotten Klängen der Musikgruppe „Greadoia“, die für ausgelassene Stimmung sorgte. Beim großen Vereinswettbewerb durfte sich die KLJB Vogtareuth über den Meistpreis freuen, während der Weitpreis an die KLJB Oberneukirchen ging. So klang ein unvergesslicher Jubiläumstag aus, der eindrucksvoll bewies, wie lebendig, engagiert und wichtig die Landjugend für die gesamte Region ist.
Mit dem traditionellen Kesselfleischessen finden heute Abend die „Evenhausner Festwochen“ ihren krönenden Abschluss. Ab 19 Uhr sorgen die Gstanzlsänger „Erdäpfekraut und Bäff“ sowie die „Duanixmusi“ für zünftige Unterhaltung. Zum endgültigen Ausklang der Feierlichkeiten öffnet anschließend noch einmal die Bar, wo „DJ SM“ für einen stimmungsvollen Abschluss sorgen wird.
Fotos: RB
Schaufenster

























































































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