Caritas blickt auf zehn Jahre Migrationsarbeit in der Region Wasserburg zurück
Beim Wasserburger Nationenfest am letzten Samstag informierten die Flüchtlings- und Integrationsberatung sowie die Ehrenamtskoordination der Caritas Rosenheim und des Caritas Zentrums Wasserburg an einem gemeinsamen Stand über ihre Arbeit. Interessierte Besucher erhielten Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um Flucht und Migration sowie in die Lebensrealität von Menschen mit Migrationsgeschichte in Wasserburg.
Im Fokus standen dabei das ehrliche und offene Gespräch über die aktuellen Herausforderungen, Chancen und Perspektiven in der Migrationspolitik und die Auflösung von Vorurteilen und Falschinformationen.
Im Kinderbereich konnten sich große und kleine Besucher beim gemeinsamen Bemalen von Federmäppchen, Erstellen von Fächern und Wasserspielen von der Hitze ablenken und miteinander ins Gespräch kommen. Mitarbeiter und Besucher zogen abschließend ein gemeinsames Fazit: Auch im nächsten Jahr gerne wieder.
Projekt Frauengesundheit
In der Beratungspraxis äußern viele geflüchtete Frauen Interesse an weiterführenden Infos zu den Themen Frauengesundheit, Verhütung, Familienplanung, Menopause und weiteren Themen.
Anja Heubelhuber und Christine Petrik initiierten deshalb das Projekt Frauengesundheit und schufen damit ein Angebot, mittels dessen sich geflüchtete Frauen in regelmäßigen Abständen und verschiedenen Sprachen in einem geschützten Rahmen treffen und offen mit Frauenärztinnen und Sozialarbeiterinnen über ihre Fragen sprechen und sich informieren können.
Am dritten Treffen, das auf Arabisch im Wasserburger Caritaszentrum stattfand, nahmen so beispielsweise acht Frauen mit Migrationsbiografie aus Syrien, Israel, Marokko und der Ukraine teil, welche sich in offener Atmosphäre mit Frauenärztin Dr. Najwa Loulou vom MVZ und den Beraterinnen Anja Heubelhuber und Christine Petrik austauschen und etwas über ihren Körper lernen konnten.
Kürzlich wurde ein weiteres Projekt auf Farsi durchgeführt, begleitet von Frauenärztin Dr. Meier und Übersetzerin Hamideh Saeid Shalchi. Im Anschluss an beide Veranstaltungen blieb dann noch Zeit für persönliche Fragestellungen und herzliche Worte. Weitere Treffen sind geplant; die Termine hierfür werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Projekt „Wie fühlt sich Flucht an“
Bereits seit einigen Jahren begleitet das Caritaszentrum Wasserburg verschiedene Schulen der Region mit ihrem Projekt „Wie fühlt sich Flucht an“. Flüchtlings- und Integrationsberater Kevin Komorek kommt als Fachreferent auf Anfrage zu den Schulen und führt Workshops, Vorträge und Lehrerfortbildungen zum Themenfeld Asyl, Flucht und Migration an.
Wichtig ist ihm dabei, die Angebote konzeptionell auf die Bedürfnisse der Schüler und Lehrer genau zuzuschneiden; in diskussionsoffener Atmosphäre sollen genau die Themen und Fragestellungen besprochen werden können, die die Teilnehmenden wirklich interessieren und relevant sind.
Begleitet wird der Berater dabei oftmals von einer geflüchteten Person, die von ihrer eigenen Flucht und den dazugehörigen Erlebnissen sowie dem Leben in Deutschland erzählt und sich den Fragen der SchülerInnen stellt. So können gemeinsam gegenseitiges Verständnis geschaffen und kritische Fragen sowie Vorurteile offen besprochen werden.
Schaufenster


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