Klares 6:2 in Amberg mit Lohn: EHC sicherte sich gestern das Heimrecht
Die Ausgangslage für die Waldkraiburger Löwen war klar vor dem letzten Spiel der Bayernliga-Abstiegsrunde am gestrigen Sonntag-Abend. Das Ziel war es, das Spiel zu gewinnen und die Motivation für die anstehenden schweren Spiele in der Playdown-Runde zu sammeln.
Sieben Tore trennten die Löwen von den auf Platz drei stehenden Schongauern vor diesem Spieltag, es durfte also als utopisch betrachtet werden, dass sich an der Tabellensituation noch etwas für den EHC Waldkraiburg ändern werde und man das Heimrecht noch nach Waldkraiburg holen konnte. Doch manchmal schreibt das Leben und der Sport seine eigenen Geschichten.
Eher gemächlich starteten beide Teams in dieses Spiel. Zwar bedankten sich die Löwen beim Gastgeber gleich zu Beginn mit zwei Schüssen auf das Tor von David Kubik. Doch diese Versuche waren eher aus der Kategorie „harmlos“, wie auch der Versuch von Brendan Walkom auf der anderen Seite nur Sekunden später. Der Rest der Anfangsphase war geprägt von abtasten und dem Umstand, dass Amberg sicher nicht abgestiegen war und die Löwen kein zu hohes Risiko gehen wollten mit dem Blick auf das ohnehin schon gut besetzte Lazarett.
Nach einigem Hin und Her der beiden Teams, ging es in der neunten Minute dann plötzlich doch schnell. In einer Kontersituation fuhr Jakub Šrámek zusammen mit Florian Maierhofer in Richtung des Amberger Tores. Šrámek passte das Spielgerät zu Maierhofer, der wieder zurück und schon zappelte die Scheibe im Netz zum 0:1. Die Löwen waren nun heiß und hatten das Amberger Team immer besser im Griff. Nach rund zehn Minuten im Spiel erhielt Lukas Klughardt der Gastgeber eine zweiminütige Strafe.
Diese dominierten die Löwen und in letzter Konsequenz endete die Strafe nach rund einer Minute, nachdem Thomas Rott einen Abpraller rechts oben im Tor versenken konnte. Nur 33 Sekunden später war es an der Zeit für einen „Doppelschlag“ des EHC Waldkraiburg. Im dichten Gedränge vor dem Tor behielt Florian Maierhofer die Übersicht, passte zu Šrámek, welcher auf der rechten Torseite nur noch einschieben musste – 0:3. Weiterhin kontrollierten die Gäste das Spiel in Amberg.
Vier Minuten nach dem 0:3, erhöhten die Waldstädter gar auf 0:4. Paul Hipetinger hieß der Torschütze, der sich an der Bande des Amberger Drittels das Spielgerät schnappte, nach innen zog und den Puck eiskalt im kurzen Eck zum 0:4 Pausenstand versenkte.
Nach zwei Minuten im Mittelabschnitt starteten die Löwen mit einer Strafe gegen Paul Hipetinger. Diese zwei Minuten nutzten die Gastgeber aggressiv und mit ins gesamt vier Schüssen auf das Tor von Christoph Lode. Dieser jedoch stand wie eine Wand zwischen den Waldkraiburger Pfosten und ließ keinen Treffer der Gastgeber zu. Auch in der Folge präsentierte sich Amberg bissiger und lauffreudiger, die Löwen konzentrierten sich ihrerseits mehr auf die Verteidigung. So entschärfte Christoph Lode in der 27. Minute einen Alleingang von links von Daniel Krieger.
Durch Konter kam auch der EHC Waldkraiburg immer wieder zu gefährlichen Möglichkeiten. In der 28. Minute erhielt Maierhofer in der Mitte vor dem Tor der Amberger den Puck, platzierte den Abschluss jedoch zu mittig. Selbes galt in der 30. Minute für Santeri Ovaska, der sich nach einem langen Pass von Kokeš plötzlich in einer Eins-gegen-Eins-Situation mit einem Verteidiger wiederfand. In der 14. Spielminute klingelte es dann doch, und zwar im Tor der Amberger. Nach einem vergebenen Schuss von Šrámek umkurvte Bastian Rosenkranz das Tor der Gastgeber und platzierte den Puck per Bauerntrick zum 0:5 im Amberger Tor. Amberg wechselte daraufhin den Torhüter. Dieser Zug war jedoch abgemacht, bestätigte Ambergs Trainer Christian Zessack nach dem Spiel auf der Pressekonferenz, um auch die Zweitbesetzung Florian Hüttner im letzten Spiel zum Zug kommen zu lassen. Nachdem die Löwen eine weitere Strafe schadlos überstehen konnte, verabschiedeten sich die Teams mit diesem 0:5 in die Kabinen.
Mit diesem 0:5 im Rücken und dem, durch das Internet möglichen schnellen Blick ins Stadion in Geretsried, dürften bei den Löwen die Rechenspiele begonnen haben. Das Heimrecht in den Playdowns, welches durch einen 7-Tore-Rückstand in der Tabelle auf Schongau unerreichbar schien, war nun doch möglich. Dies wusste auch Jakub Šrámek und nach nur 59 Sekunden im finalen Abschnitt, eigte er, dass er nicht nur ein begnadeter Techniker ist, sondern auch mal stramm von der blauen Linie Tore schießen kann.
Nur eineinhalb Minuten im Anschluss meldete sich jedoch auch Amberg bei den Löwen an. Nachdem es bereits im zweiten Durchgang nicht unverdient gewesen wäre, erlöste Ambergs Preßl die heimischen Fans. Von hinter der Torlinie brachte Ambergs Walkom die Scheibe zentral vor das Tor, wo Preßl den Puck unhaltbar in das Gehäuse bugsierte. Das Drittel verstrich mit weiteren Waldkraiburger Angriffsbemühungen, doch war es in der 50. Minute erneut Amberg mit dem Treffer. Eckl hieß der Torschütze, der von der rechten Seite aus Christoph Lode im kurzen Eck bezwang. Kurz vor dem Ende und beim Stand von 5:2 in Geretsried, zog Jürgen Lederer noch Christoph Lode, um sich mit nur einem Tor noch das Heimrecht in der Playdown-Serie sichern zu können.
Dieser Schachzug kam jedoch zu spät und das Spiel endete mit 6:2 für den EHC Waldkraiburg.
In Geretsried jedoch waren die „River Rats“ in Torlaune. Zwei weitere Treffer der Hausherren und ein Treffer der Schongauer Mammuts reichten den EHC-Löwen, um statt gegen Pfaffenhofen am kommenden Freitag gegen Burgau ranzumüssen.
Dies bedeutet jedoch auch, dass die Löwen Heimrecht genießen und noch mindestens zwei Spiele in der Raiffeisen-Arena austragen dürfen.
AHA
Foto: Yasmin Neumann
ERSC Amberg – EHC Waldkraiburg 2:6 (0:4, 0:1, 2:1).
Tor: Lode (#40); Sickinger (#32);
Verteidigung: Hora (#3), Mertz (#5), Lode (#10), Rott (#20), Ludwig (#23), Kokeš (#50), Cejka (#81);
Angriff: Dillmann (#11), Šrámek (#13), Ovaska (#18), Decker (#34), Hipetinger (#53), Ruß (#63), Maierhofer (#74), Revaj (#92), Zimmermann (#98);
Tore: 0:1 (9.) Šrámek (Maierhofer); 0:2 (12.) Rott (Šrámek, Cejka – PP1); 0:3 (12.) Šrámek (Maierhofer, Mertz); 0:4 (16.) Hipetinger (Revaj); 0:5 (34.) Rosenkranz (Šrámek, Maierhofer); 0:6 (41.) Šrámek (Kokeš, Dillmann); 1:6 (43.) Preßl (Walkom, Giesl); 2:6 (50.) Eckl (Rolsing, Schröpfer);
Zuschauer: 700,
Strafen: Waldkraiburg 4 – Amberg 4.
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