Topspiel des Tabellenzweiten gegen den Dritten - Zum dritten Mal 3:2 nach Overtime

Im dritten Saisonvergleich zwischen den Starbulls Rosenheim und den Kassel Huskies hieß es zum dritten Mal 2:2 nach regulärer Spielzeit – und zum dritten Mal waren es die Grün-Weißen, die sich den Zusatzpunkt holten. Wie schon im ersten Heimspiel gegen die Nordhessen war Shane Hanna auch am Abend des Faschingsdienstags der Rosenheimer Siegtorschützen zum 3:2 – in der drittletzten Sekunde der Verlängerung. Durch den Zwei-Punkte-Erfolg im Kehraus-Krimi haben die Starbulls als Tabellendritter in der DEL2 sechs Spieltage vor Hauptrundenende nun acht Punkte Vorsprung auf den Tabellenvierten Ravensburg und ein komfortables Polster von bereits zwölf Zählern auf den Tabellenfünften Bietigheim.

Das nächste Spiel in der DEL2 bestreiten die Starbulls am kommenden Freitag bei den Ravensburg Towerstars (20 Uhr), zum nächsten Rosenheimer Heimspiel sind dann am Sonntag die Wölfe vom EHC Freiburg zu Gast im ROFA-Stadion.

3.616 Zuschauer kamen am gestrigen Faschingsdienstag ins ROFA-Stadion zur Nachholpartie des 44. Spieltags der DEL2 zwischen den Starbulls Rosenheim und den Kassel Huskies. Im Topspiel des Tabellenzweiten gegen den Dritten wartete Rosenheims Headcoach Jari Pasanen mit einer kleinen Überraschung im Line-Up auf: Charlie Sarault, etatmäßig Center, übernahm die Rolle als Außenstürmer in der Linie mit Luigi Calce und Jordan Taupert. Nicht dabei war der finnische Stürmer Teemu Pulkkinen, dem Pasanen eine kleine familiäre Auszeit in der nordischen Heimat gewährte. Das Rosenheimer Tor hütete Oskar Autio.

Im Fokus stand aber zunächst Kassels Keeper Oleg Shilin. Der Russe mit deutschem Pass ließ sich früh von einem frechen Schuss aus der Drehung von Charlie Sarault überraschen. Aus Bandennähe flutschte der Puck ins Netz und die Starbulls lagen nach 112 Sekunden schon in Führung. Auch fünf Minuten später sah Shilin etwas unglücklich aus. Seinen Befreiungsschlag fing C.J. Stretch an der blauen Linie ab, ließ Huskies-Verteidiger Simon Schütz sehenswert aussteigen und versenkte den Puck hoch im linken Eck zum 2:0 (7.). Es war der sechste Torerfolg des Rosenheimer Teamkapitäns im sechsten Spiel hintereinander.  

Aus heiterem Himmel kam Kassel zum Ausgleich: Marco Müller verfehlte das Tor deutlich – und vielleicht auch nicht ganz unabsichtlich – und Yannik Valenti drückte die von der Bande zurückprallende Scheibe aus spitzem Winkel maßgenau über die Torlinie (9.). Mitchell Hoelscher hatte per Direktabnahme aus kurzer Distanz keine Minute danach den Ausgleich auf dem Schläger, der Puck rauschte aber knapp am rechten Pfosten vorbei.

Lewis Zerter-Gossage (14.) und Sarault (15.) hätten bei Rosenheimer Großchancen auf 3:1 stellen können, ehe Hunter Garlent im einzigen Kasseler Powerplay an diesem Abend am Pfosten scheiterte (19.). Das 2:2 fiel dann aber im zweiten Drittel durch einen Schuss von Tim Bender von der blauen Linie in die Tormitte. Oskar Autio hatte dabei freie Sicht und sah beim ersten Saisontreffer des Kasseler Verteidigers alles andere als gut aus (27.).

Nach Rosenheimer Vorteilen im ersten Drittel, waren im zweiten Spielabschnitt die personell herausragend besetzten Gäste das spielbestimmende Team. Die beiden Top-Offensivreihen der Nordhessen, u.a. mit dem zwei Tage zuvor gegen Ravensburg noch einen Neun-Minuten-Rekordhattrick feiernden Tristan Keck, hatten die Hausherren aber gut im Griff. Die Rosenheimer Defensive – auch der angeschlagene Dominik Tiffels spielte – überzeugte auf ganzer Linie, Ex-Husky Joel Keussen ragte dabei neben Shane Hanna heraus. Im einzigen Rosenheimer Überzahlspiel der intensiven, aber fairen Partie – es gab auf jeder Seite nur eine einzige kleine Strafe – funktionierte hingegen gar nichts.

Das ausgeglichene dritte Drittel lebte zunächst von der Spannung, bot aber schließlich auch schon einen Vorgeschmack auf die Playoffs. Kassel tat etwas mehr fürs Spiel, die Hausherren ließen einige gute Konterchancen aus. Keeper Shilin zeigte nun mehrfach seine Klasse, unter anderem bei zwei satten Abschlüssen von Fabian Dietz.

In der Schlussphase machten die Nordhessen noch einmal Druck und schnürten die Starbulls einige Momente ein. Oskar Autio hievte seine Grün-Weißen aber mit einer starken Parade gegen Hoelscher (57.) und einem spektakulären Fanghandreflex gegen den aus kurzer Distanz zum Abschluss gekommenen Hunter Garlent (59.) in die Verlängerung.

Torchancen gabs in der Overtime auf beiden Seiten. Einen Tick abgeklärter wirkten nun aber die Gastgeber, die mit dem letzten noch möglichen Angriff den Siegtreffer erzwangen.

Scott Feser und Shane Hanna leiteten ein, Sarault legte vor das Tor und im Kufen-Ping-Pong des Zweikampfs zwischen Shane Hanna und Tim Bender fand der Puck den Weg aus kurzer Distanz über die Linie zum 3:2, als noch 2,7 Sekunden auf der Uhr waren. Der Videobeweis bestätigte, dass der Treffer zur Krimi-Entscheidung auf reguläre Art zustande gekommen war.

Foto: Starbulls / David Löffler

 

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