Bayernliga: EHC verschenkt 3:0-Führung im ersten Pre-Play-Off-Match
Es hätte ein perfekter Start in das erste Pre-Play-off-Spiel der Bayernliga für die Eishockey-Löwen werden können. Der EHC Waldkraiburg spielte gegen die Miners aus Peißenberg. Vor über 700 Zuschauern zeigten die Löwen rund 45 Minuten lang bestes Eishockey. Trotz des kurzfristigen Ausfalls von Andris Džeriņš, der im späteren Verlauf auf Krücken im Stadion gesichtet wurde, wussten die Löwen über weite Strecken zu begeistern und hatten den Sieg bereits auf den Schlägern.
Bereits nach etwas mehr als drei Minuten im Spiel – drei Minuten, in denen sich ein klares Bild abzeichnete, wie die Löwen auftreten wollten – musste Peißenbergs Torhüter Nagel zum ersten Mal hinter sich greifen. Wieder war es die kaum zu stoppende Kombination aus Jakub Šrámek und Nico Vogl, der am linken Pfosten lauerte und den Puck letztlich unhaltbar versenkte, die den ersten Treffer markierte. Mit dieser Führung im Rücken spielten die Löwen unaufgeregt und lauernd auf ihre Chancen.
Auch die Verteidigung agierte konzentriert, ließ keine schnellen Konter zu und brachte den Peißenberger Angriff ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Nur wenige Minuten später erhielt Anthony Dillmann gleich zweimal die Möglichkeit, auf 2:0 zu stellen. Der Peißenberger Torpfosten wusste diese Vorhaben jedoch zu verhindern. Neben weiteren hochkarätigen Chancen machte auch Leon Decker vier Minuten vor dem Ende des ersten Durchgangs Bekanntschaft mit dem Torgestänge, nachdem Florian Maierhofer ihm den Puck mustergültig aufgelegt hatte. So ging es mit diesem 1:0 in die erste Pause.
Auch das zweite Drittel lief ganz im Sinne der Löwen. Weiterhin verteidigte man stark gegen nun energischer anlaufende Peißenberger Stürmer. Doch selbst wenn ein Spieler der Miners einmal den Weg vor das Tor fand, war da noch Max Englbrecht, auf den sich die Löwen verlassen konnten. In der sechsten Minute des zweiten Durchgangs war es dann wieder an der Zeit für einen Treffer. Nachdem Torhüter Nagel die Scheibe nach einem Schuss nur nach vorne abprallen lassen konnte, visierte Leander Ruß aus der Drehung heraus das Tor an und versenkte die Scheibe trocken im rechten oberen Eck zur 2:0-Führung.
Mit breiter Brust und einem klaren „Weiter so“ hätten die Löwen aus der Kabine kommen können – zumal man früh im dritten Durchgang tortechnisch noch einmal nachlegte. Nach weniger als zwei Minuten war es Jakub Šrámek, der einen Schlenzer von Max Cejka, direkt vor dem Tor stehend, unhaltbar zum 3:0 abfälschte.
Was dann jedoch passierte, kann sich wohl niemand so recht erklären.
Weniger als zwei Minuten nach dem 3:0 erhielten die Löwen ihre einzige Strafzeit in diesem Spiel. Diese nutzten die Miners konsequent aus, um durch Lautenbacher den 3:1-Anschlusstreffer zu erzielen. Keine zwei Minuten später war es schließlich Parrish, einer der Peißenberger Top-Spieler, der auf 3:2 verkürzte. Nach einem Pfostentreffer der Gäste fehlte Englbrecht kurz die Orientierung zum Puck – eine Sekunde, die ein Spieler wie Parrish eiskalt zu nutzen weiß. Weitere drei Minuten später sollte es erneut Parrish sein, der das Spiel zur Freude der zahlreich angereisten Peißenberger Fans ausglich. Von der rechten Seite erhielt er einen Abpraller und versenkte diesen hart im Waldkraiburger Tor. Innerhalb von nur fünf Minuten ließen sich die Löwen so die Butter wieder vom Brot nehmen und fanden sich plötzlich wieder bei null.
Dennoch hat der EHC Waldkraiburg in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass er kämpfen kann. Auch wenn Peißenberg in diesem Drittel klar am Drücker war, sollten es die Löwen sein, die erneut in Führung gingen. Sieben Minuten vor dem Spielende liefen erneut Vogl und Šrámek gemeinschaftlich auf das Tor zu. Statt jedoch den Pass auf seinen Mitspieler zu suchen, schloss Vogl selbst ab und versenkte das Spielgerät in der linken oberen Ecke zum 4:3. Dies wussten die Löwen lange zu verteidigen. Peißenberg jedoch nahm rund zwei Minuten vor dem Ende den Torhüter vom Eis und agierte mit einem zusätzlichen Feldspieler. Leon Decker hätte in dieser Phase zwar die Chance gehabt, den Sack mit einem Schuss ins leere Tor zuzumachen, vergab jedoch von der Mittellinie. So kam es, wie es kommen musste: Eineinhalb Minuten vor dem erlösenden Spielende glich Peißenberg erneut aus. Höfler markierte das 4:4 und rettete die Miners in die Overtime.
Dort spielten die Löwen die ersten eineinhalb Minuten in Überzahl und kamen zu ihren Möglichkeiten. Dennoch war es nach etwas mehr als vier Minuten erneut Peißenbergs Höfler, der seiner Mannschaft den ersten von zwei benötigten Siegen in dieser Pre-Play-off-Runde sicherte.
AHA
Foto: Yasmin Neumann
Schaufenster


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