Lebhafte Podiumsdiskussion sowie Ausstellung und Sommerfest zum 50-Jährigen

 

Die Diakonie Rosenheim feierte jetzt ihr 50-Jähriges. Das Fest begann mit einer herzlichen Begrüßung durch die 1. Vorsitzende des Diakonischen Rats der Diakonie Rosenheim – Beatrix Frank-Baur und Dr. Andreas Dexheimer, Vorstand und Sprecher der Geschäftsleitung der Diakonie Rosenheim.

Sie nutzten die Gelegenheit, um den Kooperationspartnern für ihre langjährige Unterstützung, ihr Engagement und die gute Zusammenarbeit zu danken. Sie betonten, dass viele Hilfen und Angebote ohne ihre Mitwirkung nicht möglich gewesen wären.

Im Anschluss an die Begrüßung fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Diakonie zwischen Kirche und Staat“ statt.

Am Podium von links

Moderator Norbert Blesch vom Paritätischen Wohlfahrtsverband Bayern – Dr. Andreas Dexheimer, Vorstand und Sprecher der Geschäftsleitung der Diakonie Rosenheim – Familienministerin Ulrike Scharf – Prof. Dr. Christian Albrecht von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München – Beatrix Frank-Baur, 1. Vorsitzende des Diakonischen Rats der Diakonie Rosenheim sowie Regionalbischof Christian Kopp.

Unter der Moderation von Norbert Blesch diskutierten sie (siehe Foto) über die Erwartungen der verschiedenen Akteure an die Diakonie – und wie diese Erwartungen erfüllt werden können. Die Diskussion war geprägt von lebhaften Debatten und dem Streben nach Lösungen für aktuelle, soziale Herausforderungen.

Nach der Podiumsdiskussion wurde dann ein fröhliches Sommerfest auf dem Außengelände der Geschäftsstelle gefeiert. Beatrix Frank-Baur und Dr. Andreas Dexheimer eröffneten das Fest. Die Gäste genossen verschiedene kulinarische Köstlichkeiten von vier Foodtrucks und konnten sich neben einem Festzelt auch in einem Lounge-Bereich oder an Stehtischen im Freien aufhalten. Das sommerlich geschmückte Gelände bot den Gästen die Möglichkeit, angenehme Gespräche zu führen und die gemeinsame Zeit zu genießen.

Während der Feier hatten die Besucher/-innen außerdem Gelegenheit, eine Ausstellung zur Entwicklung der Diakonie Rosenheim (siehe Foto)  zu besuchen. Die Ausstellung, die in den Gängen der Geschäftsstelle zu sehen ist, zeigt in 18 Stationen die prägenden Entwicklungsschritte der Diakonie Rosenheim seit ihrer Gründung bis heute.

Begleitet von Zitaten wichtiger Weggefährten, teils historischen Fotos und Schlagzeilen aus dem Weltgeschehen präsentiert die Ausstellung eindrucksvoll die Geschichte und das Engagement der Diakonie Rosenheim.

Zum 50-jährigen Jubiläum gratulierten auch etliche oberbayerische Politiker und überbrachten der Diakonie Rosenheim in Videobotschaften ihre Glückwünsche für das Erreichte in den vergangenen Jahrzehnten. Ihre Grußworte waren für die Jubiläumsgäste über Monitore in den Innenräumen der Geschäftsstelle zu sehen und zu hören.

Die Diakonie Rosenheim bleibe weiterhin ein wichtiger Akteur in der Region und setze sich unermüdlich dafür ein, Menschen in schwierigen Lebenslagen zu unterstützen und sozialen Herausforderungen aktiv zu begegnen, so die Veranstalter.

Das 50-jährige Jubiläum markiere einen bedeutenden Meilenstein auf diesem erfolgreichen Weg.

Kerninhalte der Podiumsdiskussion

Zu Beginn der Podiumsdiskussion brachten alle Teilnehmer in einem 15-minütigen Impulsreferat ihre Erwartungen auf den Punkt.

Dr. Dexheimer und Beatrix Frank-Baur fassten neben den seit 50 Jahren in der Diakonie gelebten Werten auch die zwei größten, gesellschaftlichen Herausforderungen zusammen, die im sozialen Bereich aktuell spürbar seien – den ausgeprägten Fachkräftemangel sowie den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Letzterer nehme inzwischen bereits Einfluss auf so Persönliches wie die Familienplanung, warnte Dr. Dexheimer.

Prof. Dr. Christian Albrecht benannte neben den Erwartungen der Gesellschaft an die Diakonie in seinen Ausführungen ebenso, was die Gesellschaft der Diakonie zu verdanken habe – nämlich ihren unermüdlichen Einsatz für ihre Mitmenschen.

Staatsministerin Scharf fügte in ihrem Impulsreferat neben der Verantwortlichkeit der Politik für die Schaffung akzeptabler Rahmenbedingungen jedoch hinzu, dass den Arbeitgebern in der konkreten Ausgestaltung von Arbeitsbedingungen auf operativer Ebene eine Verantwortung für die Attraktivität sozialer Arbeitsplätze zukomme.

Dieser Punkt wurde in der späteren Diskussion von Dr. Dexheimer aufgegriffen und in der Folge kontrovers diskutiert, da auch attraktive Arbeitsbedingungen nichts daran ändern würden, dass es auf dem Arbeitsmarkt derzeit kaum genügend Fachkräfte gebe.

„Wir finden nicht mehr genug persönlich geeignete und hinlänglich qualifizierte Mitarbeitende“, so Dr. Dexheimer. Dies wiederum führe immer häufiger zu einer Diskussion über Qualitätsstandards versus sozialer Gerechtigkeit – nämlich, wenn man sich zwischen einer „schlechteren Leistung für Alle oder einer besseren Leistung für Wenige“ entscheiden müsse.

Regionalbischof Kopp verglich in seinem Referat das Verhältnis zwischen Diakonie und Kirche mit einem Geschwisterverhältnis. Beide brauchten und ähnelten einander, ohne jedoch identisch zu sein. Beide arbeiteten einander bestens ergänzend zusammen, könnten aber auch ungemein hart miteinander streiten.

Fotos: Diakonie Rosenheim / Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales – N.Schäffler