Bergwald nach wie vor in Flammen - 200 Einsatzkräfte kämpfen gegen das Feuer
Der Landkreis Traunstein hat heute wieder den Katastrophenfall ausgerufen. Grund ist wie schon Anfang Mai der Brand eines Bergwaldes. Diesmal brennt es an der Lackenbergwand in den Chiemgauer Alpen (wir berichteten). Rund 200 Einsatzkräfte der heimischen Feuerwehren, darunter auch mehrere aus dem Landkreis Rosenheim, kämpfen gegen das Feuer, das sich talwärts ausbreitet.
Drei Polizeihubschrauber unterstützten aus der Luft die Löscharbeiten der Feuerwehrkräfte. An die Bevölkerung wurde eine Warnung wegen Geruchsbelästigung herausgegeben.
Der Brand war gestern in schwer zugänglichem Gelände nahe der Lackenbergwand ausgebrochen.
Bereits Anfang Mai war in Traunstein der Katastrophenalarm ausgerufen worden. Damals brannte es tagelang am sogenannten Saurüsselkopf bei Ruhpolding.
Im Katastrophenfall werden jetzt alle eingesetzten Kräfte, Fachstellen und Behörden zentral koordiniert. Zentrales Schutzziel ist der Schutz der Bevölkerung und des Schutzwaldes in Oberwössen. Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung besteht nach derzeitigem Stand nicht. Vorsorglich wurden im talwärts gelegenen Bereich umfangreiche Riegelstellungen aufgebaut, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Nach dem aktuellen Lagebild sind rund 2,5 Hektar Waldfläche von dem Brand betroffen. Die Ausbreitung konnte bislang eingegrenzt werden. Die Lage bleibt jedoch dynamisch: Das steile und teilweise felsige Gelände erschwert die Löscharbeiten erheblich. Zudem können auffrischende Winde zu einer erneuten und raschen Ausbreitung des Feuers führen.
Derzeit sind etwa 300 Einsatzkräfte vor Ort im Einsatz. Vier Hubschrauber der Bayerischen Polizei unterstützen die Löschmaßnahmen aus der Luft. Seit 15 Uhr sind zudem zwei aus Österreich angeforderte Hubschrauber im Einsatz. Ziel ist es, bis zum Abend möglichst große Mengen Löschwasser in die betroffenen Bereiche einzubringen und damit ein erneutes Aufflammen während der Nacht bestmöglich zu verhindern. „Die Feststellung des Katastrophenfalls ist notwendig, um alle verfügbaren Kräfte und Fachstellen zentral zu bündeln“, erklärt Landrat Andreas Danzer. „Oberste Priorität haben der Schutz der Bevölkerung und des Schutzwaldes. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften, die seit gestern Abend unter äußerst schwierigen Bedingungen arbeiten.“ Der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandrat Christof Grundner, betont: „Wir konnten die weitere Ausbreitung des Brandes bislang begrenzen. Aufgrund des Geländes und der möglichen Windentwicklung bleibt die Lage aber weiterhin anspruchsvoll. Entscheidend ist, die betroffenen Bereiche möglichst intensiv aus der Luft und vom Boden aus zu bewässern.“
Der Badesee in Unterwössen ist wegen der Löschwasserentnahme bis auf Weiteres für die Bevölkerung gesperrt. Auch die B 305 bleibt im betroffenen Bereich großräumig gesperrt. Anwohner und Lieferverkehr können nach Maßgabe der Einsatzkräfte passieren. Die Bevölkerung wird weiterhin dringend gebeten, den Einsatzbereich weiträumig zu meiden, den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen und sämtliche Zufahrtswege für die Rettungskräfte freizuhalten. Aufgrund der Rauchentwicklung wird empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten. Das Landratsamt Traunstein hat zudem eine Allgemeinverfügung mit einem Betretungs- und Befahrungsverbot für den Bereich der Lackenberg-Wand sowie den Bereich um den Wössener See erlassen. Das Verbot gilt ab sofort und bis auf Weiteres. Ausgenommen sind insbesondere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben undbeauftragte Unternehmen. Im Bereich des Wössener Sees sind Bewohner, die Übernachtungsgäste der betreffenden Ferienwohnungen, Beschäftigte und Lieferverkehr der betroffenen Unternehmen. Die genauen Verbotsbereiche sind den Übersichtskarten im Sonderamtsblatt zu entnehmen.
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