Fast 800 Kids kamen zum Fest: Zehn Jahre ein Krankenhaus für den Liebling der Kinder
Philipp mit Patient Hasi beim MRT: Knapp 800 Kinder kamen jetzt mit ihren Kuscheltieren zum Jubiläumstag des Teddybärkrankenhauses in Rosenheim. Gleichzeitig ließen sich 39 Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren. Was für ein schöner Erfolg …
Ein kleiner Teddybär sitzt auf der Behandlungsliege und wartet geduldig auf seine Untersuchung. Seine Besitzerin hört aufmerksam zu, als ihr erklärt wird, warum ihr Kuscheltier geröntgt werden muss. Wenig später steht sie selbst eingekleidet im OP, legt einen Verband an und verlässt das Teddybärkrankenhaus nach einem Apothekenbesuch stolz mit ihrem Teddy im Arm. Solche Momente prägen das Teddybärkrankenhaus Rosenheim seit inzwischen zehn Jahren. Ziel des Projekts ist es, Ängste abzubauen und Kindern einen positiven, altersgerechten Zugang zu den Themen Medizin, Gesundheit und Vorsorge zu ermöglichen.
Parallel zum Teddybärkrankenhaus konnten sich Eltern beim Team „24h gegen Krebs“ über die Stammzellspende informieren und als potentielle Stammzellspender registrieren lassen.
Jubiläumsfeier mit langjährigen Wegbegleitern
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens fand neben dem eigentlichen Teddybärkrankenhaus eine Jubiläumsfeier mit zahlreichen Wegbegleitern, Unterstützern und Ehrengästen statt. Eröffnet wurde sie von Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan.
In seiner Ansprache würdigte er das langjährige bürgerliches Engagement von Projektleiter Dr. Nico Hanny und der stellvertretenden Projektleiterin Dr. Magdalena Hanny (Foto).
„Ich habe das Teddybärkrankenhaus und Nico im Jahr 2018 kennengelernt und damals schnell gemerkt, wie wichtig ihm die Themen Prävention und Gesundheit sind – vor allem für die Kleinsten“, sagte Erdogan. „Umso schöner ist es, dass dieses Angebot Kinder und Eltern nun schon seit zehn Jahren spielerisch auf die Bedeutung von Prävention und Gesundheit aufmerksam macht. Ich hoffe, dass es das Teddybärkrankenhaus noch mindestens weitere zehn Jahre geben wird.“
Anschließend blickte Lea Mutzbauer, Geschäftsführerin von Startklar Rosenheim-Ebersberg, auf das Jahr 2015 zurück, als Nico Hanny seinen Bundesfreiwilligendienst vor dem Medizinstudium bei Startklar leistete. „Nico war für Startklar ein echter Glücksgriff“, sagte Mutzbauer. „Schon damals hat er unter Karin Walter über den Tellerrand hinausgeblickt und sich mit kreativen Ideen in verschiedenen Projekten der Jugendhilfe engagiert.“
Von einem unbekannten Projekt zur festen Institution
In seinem Jubiläumsvortrag ließ Dr. Nico Hanny die vergangenen zehn Jahre Revue passieren. Anhand zahlreicher Fotos, Statistiken und persönlicher Erinnerungen zeigte er, wie sich das Teddybärkrankenhaus von einem zunächst weitgehend unbekannten Projekt zu einer festen Größe in Rosenheim entwickelt hat.
„Am Anfang war sehr viel Überzeugungsarbeit und Werbung notwendig“, erinnerte sich Hanny. „Wir mussten erklären, was ein Teddybärkrankenhaus überhaupt ist und warum es Kindern dabei helfen kann, ihre Angst vor Arzt- und Krankenhausbesuchen zu verlieren. Heute sind die Termine regelmäßig ausgebucht.“
Der Weg dorthin sei nicht immer einfach gewesen. Wiederholt mussten neue Sponsoren gefunden, größere Räumlichkeiten organisiert und kurzfristige Schwierigkeiten gelöst werden. Auch die stetig wachsenden Besucherzahlen brachten neue organisatorische Herausforderungen mit sich. Um die inzwischen fast 800 teilnehmenden Kinder möglichst gleichmäßig auf beide Veranstaltungstage zu verteilen und Wartezeiten zu verringern, entwickelten Michael Horner und Nico Hanny gemeinsam ein eigenes digitales Buchungssystem.
Hier wird „operiert“ …
Besonders stolz ist der Projektleiter darauf, dass das Teddybärkrankenhaus seit seiner Gründung jedes Jahr mindestens einmal stattfinden konnte.
„In zehn Jahren gab es viele Situationen, in denen es organisatorisch oder zeitlich schwierig war. Trotz dreier medizinischer Staatsexamina, eines Auslandsaufenthalts während des Medizinstudiums, der Corona-Pandemie, unserer Hochzeit, der Doktorarbeit und zuletzt der Geburt unserer Tochter ist es uns gelungen, das Teddybärkrankenhaus jedes Jahr durchzuführen. Insgesamt waren es mit dem Landkreisen Rosenheims sogar 18 Events. Wenn ein Kind nach dem Teddybärkrankenhaus weniger Angst vor seinem nächsten Arztbesuch oder einem Krankenhausaufenthalt hat, hat sich jede einzelne Stunde ehrenamtlicher Arbeit gelohnt.“
Ein Projekt, das von vielen Menschen getragen wird
„Ohne meine Frau Magdalena, meinen Großeltern und ohne die über 400 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, Unterstützer und Sponsoren, wäre das alles nicht möglich gewesen. Das Teddybärkrankenhaus ist kein Projekt eines Einzelnen, sondern das Ergebnis der Arbeit vieler engagierter Menschen.“, betonte Hanny
Als besonderes Zeichen des Dankes für die Unterstützung und Weiterentwicklung erhielten langjährige Wegbegleiter einen eigens entworfenen und mit Hilfe eins 3D-Druckers hergestellte „Teddy-Oscar“.
Unterstützer der ersten Stunde waren Startklar Soziale Arbeit, die Sparkassenstiftungen Zukunft für die Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die RoMed-Klinik Bad Aibling. Vertreten durch Lea Mutzbauer, Franz Langstein, Birgit Hanke, Alexa Dietz, Dr. Guido Pfeiffer, Sandra Zabel und Sibylle Jost.
Unter den Ehrengästen befanden sich neben Oberbürgermeister Abuzar Erdogan auch die Bürgermeister Daniel Artmann und Gabriele Leicht, sowie Landrat Otto Lederer. Vom RoMed-Klinikum Rosenheim nahmen Pflegedirektorin Judith Hantl-Merget und ihre Assistenz Kristine Kaspers an der Feier teil.
Auch der ehemalige Schulleiter der FOS/BOS Rosenheim, Michael Frowein, war vor Ort. Er hatte das Teddybärkrankenhaus als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnet und im Jahr 2019 gemeinsam mit Karl-Heinz Lehner und Christian Eichinger dafür gesorgt, dass größere Räumlichkeiten im Schüler- und Studentenzentrum genutzt werden konnten.
Sieglinde Zehetbauer unterstützte das Projekt 2018 durch ein Benefizkonzert, das sie gemeinsam mit Christian Hlatky zugunsten des Teddybärkrankenhauses organisierte. Katrin Kumberger brachte das Projekt 2019 auf die Rosenheimer Autismusmesse und ermöglichte damit einen weiteren Schritt in Richtung Inklusion.
Weitere Ehrengäste waren die Stadträtinnen und Stadträte Thomas Frank, Jona Werner und Ricarda Krüger sowie Heinz Schätzel, Gesellschafter und Gründer von Startklar Soziale Arbeit.
Für einen emotionalen Abschluss des Festakts sorgte ein kurzer Dokumentationsfilm von Maximilian Böhm. Er zeigte die Entwicklung des Projekts und erinnerte an zahlreiche Begegnungen mit Kindern, Familien, Ehrenamtlichen und Unterstützern.
Unterstützung aus Schulen, Unternehmen und Ehrenamt
Ein zentraler Bestandteil des Teddybärkrankenhauses sind die zahlreichen ehrenamtlichen „Teddydocs“. Viele von ihnen kommen aus Schulklassen der RoMed Pflegeschule oder ATA-OTA-Schule und der bfz Ergotherapieschule. Für die angehenden Fachkräfte bietet die Veranstaltung zugleich die Möglichkeit, den altersgerechten Umgang mit Kindern zu üben.
Unterstützt wurde das Jubiläumswochenende außerdem von zahlreichen regionalen Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen. Dazu gehörten unter anderem Franzi und Steffi Stettner sowie Vertreterinnen und Vertreter der Firmen Bierbichler, Kuchenträume Kolbermoor, Stangelmayer und der Bäckerei Huber. Auch die Johanniter, die Malteser, das Bayerische Rote Kreuz und Richtig-Helfen am Kind und Säugling waren beteiligt.
Tuncay vom City-Döner Rosenheim und der Rosenheimer „Robin Hood“ findmoneyrosenheim mit Ege-Döner unterstützten dieses Jahr bei der Verpflegung der Ehrenamtlichen und nutzten die Gelegenheit, sich das Teddybärkrankenhaus persönlich vor Ort anzusehen.
10.000 Kinder und neue Ideen für Prävention und Gesundheit
Neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Projektleiter ist Dr. Nico Hanny als Lehrer und Dozent an verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen tätig. Darüber hinaus bietet er Kurse zu den Themen Prävention und Gesundheit für Kindergärten und Grundschulen an.
Auch über das Teddybärkrankenhaus hinaus gibt es bereits neue Projektideen. Eine davon ist eine Vereinsolympiade, bei der Eltern und Kinder aus Rosenheim die Angebote verschiedener Vereine gebündelt an einem oder mehreren Tagen kennenlernen könnten.
Für das Teddybärkrankenhaus selbst ist das nächste Ziel bereits gesetzt: „Unser nächstes großes Ziel sind 10.000 behandelte Kuscheltiere bis Ende dieses Jahres, 9.218 waren bereits da und es ist daher realistisch“, sagte Hanny. „Im kommenden Jahr möchten wir das Teddybärkrankenhaus außerdem noch stärker in Richtung Prävention und Vorsorge weiterentwickeln. Denkbar wäre eine Untersuchungsstation aus dem Bereich der Endoskopie.“
Das nächste Event findet am 11. und 12. Dezember als besonderes Weihnachts-Teddybärkrankenhaus in der RoMed-Klinik Bad Aibling statt.
Weitere Informationen zum Projekt gibt es unter
www.teddybaerkrankenhaus-rosenheim.de
Ein paar Eindrücke






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