FOS/BOS Wasserburg: Freude über Fachabitur- und Abiturergebnisse - 28-mal die Eins vor dem Komma
Strahlende junge Menschen feierten mit ihren Eltern, Freunden, Lehrkräften und Ehrengästen das erreichte Fachabitur (133) beziehungsweise fachgebundene (1) oder allgemeine Abitur (39).
Zunächst nahm man sich im Gottesdienst mit dem Titel „Für die Zukunft gesät“ mit Pfarrerin Cordula Zellfelder Zeit zur Reflexion und genoss die Beiträge von Schüler-Lehrer-Chor und Instrumentalgruppe. Nach dem Sektempfang an der Badriahalle begann die Abschlussfeier mit Grußworten der Ehrengäste. Es waren stellvertretende Landräte von drei Landkreisen angereist: Matthias Eggerl (Rosenheim), Magdalena Föstl (Ebersberg) und Ilse Preisinger-Sontag (Mühldorf). Für die Stadt Wasserburg sprach Zweiter Bürgermeister Georg Machl, ebenso trat Herr Dr. Marko Hunger als Ministerialbeauftragter an das Rednerpult.

Magdalena Föstl forderte dazu auf, mit Zuversicht in die Zukunft zu gehen und betonte, dass neben fachlicher Kompetenz auch die Bereitschaft, etwa über ein Ehrenamt, Verantwortung zu übernehmen, sehr wichtig sei. Ilse Preisinger-Sontag betonte ebenso wie ihre Vorredner, dass die jungen Menschen den Blick für die Heimat nicht verlieren sollten, hier würden sich viele Chancen bieten.
Georg Machl analysierte, das Zeugnis sei nüchtern betrachtet nur ein Blatt Papier, und dennoch sei es so viel mehr: Erinnerung an die Menschen, die einen begleitet haben und an diesen verdienten Abend. Dr. Marko Hunger zitierte Henry Ford: „Ob Sie glauben, Sie schaffen es, oder ob Sie glauben, Sie schaffen es nicht, Sie werden in beiden Fällen Recht behalten.“ Daher sollten die Absolventen positiv denkend anpacken.
Schulleiter Gerhart Zimmermann betonte, dass jeder Jahrgang mit besonderen Geschichten verbunden sei. Die Schüler hätten erfolgreich am Wettkampf teilgenommen und er dankte Lehrkräften, Eltern, Elternbeirat und der Verwaltung für deren Engagement. Dieser Jahrgang sei der letzte im „altehrwürdigen“ Gebäude gewesen, welches mit einem Wasserschaden nun deutlich gemacht habe, dass das Ablaufdatum erreicht sei. Der Schulleiter betonte, dass alle Schüler besondere Leistungen erbracht hätten, stellvertretend nannte er die Jahrgangsbesten: Jakob Sommer (allgemeines Abitur) und Franziska Wabner (Fachabitur), die jeweils die Traumnote 1,0 erreicht hatten. Ebenso hob er hervor, dass es viele Wege gebe, die Respekt verdienten. So erzählte er von Ante Leko, der erst vor etwa 5 Jahren nach Deutschland gekommen war und nun sein Fachabitur erreicht habe. Zimmermann rief die Absolventen auf: „Schreibt eure positiven Geschichten fort!“
Elterneiratsvorsitzende Nicole Bauer-Schäfer betonte, dass das größte Abenteuer mit einem kleinen Schritt beginnen könne. Sie bedankte sich besonders bei Sarah Gartner für die Organisation der vielen Auslandsaktivitäten im Rahmen des Erasmusprogramms.
Bei der Zeugnisverleihung konnten 16 Schüler für einen Schnitt mit 1,5 und besser geehrt werden, außerdem gab es drei Abiturpreise und zehn Mitgliedschaften der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, einen Abiturpreis der Deutschen Mathematikervereinigung und zehn Cambridgezertifikate zu vergeben.
Nun übernahmen die Schülersprecher: Nach einer schwungvollen Rede von Martin Feßler überreichten Sahra Reindl und Marie Weidemann, musikalisch begleitet von „Die Vielsaitigen“ und getreu dem Motto „A Night in Hollywood“ sogenannte „FOScars“. In zwölf Kategorien, von „Stilikone“ über „Hieroglyphen“ bis zu „strenger Blick, aber eigentlich eine Süßmaus“, bekamen nun Lehrkräfte ihre „Bewertung“.
Abschließend bedankte sich die Schulband bei Barbara Asanger und Dominik Dietrich für deren Engagement. Die Schulband hatte die Feier immer wieder mit verschiedenen Stücken aufgelockert und erntete viel Applaus.
Traditionell bildet an der FOSBOS Wasserburg das Chiemseepartyschiff den krönenden Abschluss. Bei wunderbarem Sonnenuntergang feierten die Abiturienten und ihre Lehrkräfte entspannt vor einer Traumkulisse.
Die Jahrgangsbesten

Die FOS in der tollen Stadt Wasserburg hat überzeugt. Die 13. Klasse war eine Herausforderung, aber durch das richtige soziale Umfeld, gute Lehrer und hohe Eigenmotivation war sie mit Freude zu bewältigen. Nach dem Schnitt von 1,0 in der 12. Klasse hat mich der Ehrgeiz gepackt, auch die 13. Klasse so erfolgreich zu schaffen. Ich habe viel Arbeit investiert, obwohl ich das allgemeine Abitur für meine beruflichen Pläne nicht brauche, und es hat sich in vielerlei Hinsicht gelohnt. Ich habe erkannt, wie wichtig das Privatleben ist und dass ich etwas tun möchte, was mich erfüllt. Nun folgt zunächst ein freiwilliges ökologisches Jahr und dann ein Studium im Bereich IT, Infrastruktur- oder Klimamanagement.

„Dank des guten Zusammenhalts in der Klasse und der Motivation der Lehrkräfte, die uns bis zuletzt unterstützt haben, habe ich meine Zeit an der FOSBOS Wasserburg als sehr bereichernd erlebt. Trotz vieler Prüfungen und teilweise hoher Anforderungen habe ich die Atmosphäre immer als sehr warmherzig und positiv empfunden. Ich würde mich selbst als zielstrebig und ehrgeizig beschreiben und denke, dass mir diese Eigenschaften sehr geholfen haben. Ich spiele mit dem Gedanken, Medizin zu studieren. Da dabei ein guter Abiturschnitt oft nach wie vor das entscheidende Auswahlkriterium ist, war das für mich eine zusätzliche Motivation. Im kommenden Schuljahr werde ich die 13. Klasse der FOSBOS besuchen und das allgemeine Abitur absolvieren.“

„Nach der Ausbildung zur Köchin war die 12. Klasse Ausgleich, aber in der 13. habe ich überlegt, ob das noch sein muss; zum Glück habe ich durchgehalten. Im Gymnasium hatte ich zum Lernen nur teilweise Ehrgeiz. Nach der 10. war ich ein Jahr in Paraguay, danach folgte die Ausbildung, was ich nicht bereue. Doch da war das Gefühl, das Abitur für mein Ego zu brauchen, und, um mehr Möglichkeiten zu haben. Was ich will, mache ich „gscheid“ und daher wurde viel gelernt. Nun werde ich arbeiten (fehlendes BAföG kompensieren) und dann Konditorin lernen, um in Frankreich zu arbeiten und vielleicht irgendwann eine eigene Patisserie zu eröffnen. Ich bin froh, ein so gutes Abitur zu haben, dass ich theoretisch Medizin studieren könnte.“

„Meine Schulzeit hat mir gut gefallen. Ich konnte neue Freunde kennenlernen und besonders die verschiedenen Praktika in der 11. Klasse haben Spaß gemacht. Ich fand es auch sehr interessant, das Wissen aus der Realschule nochmals zu vertiefen. Nur das regelmäßige Treppensteigen in den dritten Stock werde ich nächstes Jahr nicht vermissen. Ich passe relativ gut im Unterricht auf und mache mit, wodurch ich dann für Prüfungen fast nichts lernen muss. Gleichzeitig fällt mir das Lernen sehr leicht. Nächstes Schuljahr besuche ich die 13. Klasse und danach möchte ich gerne Medizin Richtung Gerichtsmedizin studieren. Als andere Option könnte ich mir den Beruf als Lehrkraft vorstellen, genauer gesagt, als Mathe- und Englischlehrkraft an der FOS.“

„Mir hat die Schulzeit, dank der netten und professionellen Lehrkräfte und der hervorragenden Atmosphäre an der Schule, sehr gut gefallen. Ebenso haben die netten und teils engagierten Klassenkameraden das Lernen positiv beeinflusst. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich sehr nach Leistung strebe und im Leben immer versuche einer der Besten zu sein. Ebenso habe ich Spaß daran zu lernen und mich weiterzuentwickeln, denn ich bin nicht nur auf die BOS gegangen, um meine Fachhochschulreife zu erlangen, sondern auch, um den Inhalt, der dort vermittelt wird, zu erlernen. Im Wintersemester 2026 möchte ich mein Studium im Studiengang Wirtschaftsinformatik an der TH Rosenheim beginnen.“
IH / Bilder: Dietrich/Huber/Obermeier
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