Deutliche Entspannung in Übersee – Aber noch immer 50 Kräfte im Waldbrand-Einsatz
In der Nacht von Sonntag und Montag war im Chiemsee Moos bei Übersee ein Waldbrand ausgebrochen, der rund 300 Einsatzkräfte stundenlang in Atem hielt – wie berichtet. Die Gewitter mit dem Regen spielen nun seit Montag den Löschmannschaften sprichwörtlich in die Karten – und die Situation ist deutlich entspannt. Von einer vollständigen Entwarnung beziehungsweise einem Einsatzende könne dennoch derzeit noch nicht gesprochen werden, da noch nicht sicher ausgeschlossen werden könne, ob noch vereinzelte Glutnester im Boden vorhanden seien, heißt es vor Ort.
„Den eigentlich geplanten Großeinsatz mit etwa 200 Einsatzkräften konnten wir glücklicherweise gestern absagen“, informiert Kreisbrandrat Christof Grundner und ergänzt, „der Regen hat dazu geführt, dass sich die Situation vor Ort deutlich entspannt hat“. Über die gesamte Nacht hindurch waren Einsatzkräfte als Brandwache vor Ort und haben den Bereich engmaschig kontrolliert. Darüber hinaus konnte nach dem Gewitter eine Bergwachtdrohne zum Einsatz gebracht werden, die in ihren Überflügen mittels Wärmebildtechnik eine Lagedarstellung aus der Luft durchführen konnte.
Am gestrigen Vormittag traten die Verantwortlichen dann zu einer umfassenden Lagebeurteilung zusammen und konnten sichtlich erleichtert feststellen, dass derzeit keinerlei Auffälligkeiten oder Glutnester festzustellen sind. Dies führte dann letztlich dazu, dass die Bevölkerungsinformation hinsichtlich der Rauchentwicklung aufgehoben werden konnte und der Einsatz vom „Koordinierungsfall“ auf einen „Regeleinsatz“ der Feuerwehr Übersee zurückgestuft werden konnte.
Herbert Strauch, Bürgermeister der Gemeinde Übersee, zeigte sich hinsichtlich des Einsatzverlaufes sehr zufrieden. „Ich bin wirklich froh darüber, dass wir den Brand im Schutzgebiet des Damberger Filzes so rasch eindämmen und löschen konnte“, so sein erstes Fazit im Anschluss an die morgendliche Besprechung. Gleichzeitig sprach er allen Beteiligten nochmals den Dank der gesamten Gemeinde aus. „Von der ersten Minute an wurde alles Menschenmögliche unternommen, um den Schaden bestmöglich zu begrenzen und dafür bin auch persönlich sehr dankbar“, so Herbert Strauch.
Heute ist die Feuerwehr Übersee, unterstützt von einigen auswärtigen Einsatzkräften noch mit weiteren Kontrollgängen im Brandgebiet beschäftigt. Rund 50 Einsatzkräfte sind noch vor Ort. „Die Hauptaufgabe liegt darin, das Waldgebiet fußläufig zu durchsuchen und mittels Wärmbildkameras gegebenenfalls etwaige Glutnester aufzufinden“, so Kreisbrandrat Christof Grundner und ergänzt, „auch Grund der Fläche in der Größe von etwa sieben Fußballfeldern werden diese Arbeiten noch einige Zeit in Anspruch nehmen“.
Weitere Kräfte der Feuerwehren sind unterdessen damit beschäftigt, die umfangreiche Infrastruktur bereits ein stückweit zurückzubauen. „Alles, was nicht mehr zwingend benötigt wird, wird bereits wieder abgebaut“, sagt der Kreisbrandrat. Dies betreffe vor allem Schläuche (siehe Foto) und Amateuren aber auch Tragkraftspritzen und Löschbehälter würden zurück zu den jeweiligen Feuerwehren gebracht. Mit den Säuberungs- und Reparaturaufgaben seien viele Feuerwehren und Gemeinden sicherlich wieder einige Tage beschäftigt.
Wenn es derzeit auch ganz danach aussieht, dass der Einsatz rasch zu Ende gegangen sei, wollen weder die Gemeinde Übersee noch die Feuerwehr von einem Einsatzende sprechen. Versteckte Glutnester können sich noch im Boden befinden und erst in einigen Tagen zum Vorschein kommen. Eine engmaschige Kontrolle des Brandortes wird es daher auch in den kommenden Tagen geben.
HOB
Schaufenster




Mich wundert, dass es nicht noch öfter in den Wäldern brennt.
Ich fahre regelmässig die ST 2080 durch den Ebersberger Forst und muss zusehen, wie Raucher ihre abgerauchten Kippen aus dem Autofenster werfen. Haben die keien Aschenbecher im Fahrzeug?