Stadtrat diskutierte Pünktlichkeit, Taktung und Routen

In der gestrigen Stadtratssitzung diskutierte der Rat, wie es künftig mit dem Wasserburger Stadtbus weitergeht. Bürgermeister Bastian Wernthaler holte zu Beginn des Tagesordnungspunktes ein Meinungsbild des Gremiums ein.

Der Verwaltung lag ein Antrag der SPD-Fraktion vor, die einen 20-Minuten-Takt ins Spiel brachte. Da die aktuelle Planung jedoch auf einen 30-Minuten-Takt ausgelegt ist, würde dieser Vorschlag das gesamte Verfahren um mindestens ein Jahr verzögern – eine Tatsache, die die Räte mehrheitlich nicht wollten. Heike Maas (CSU) erklärte, ihre Fraktion und der Wasserburger Block, legen die Priorität auf Pünktlichkeit, der 30-Minuten-Takt solle, wie geplant, beibehalten werden. Edith Stürmlinger (Bürgerforum) und Sepp Baumann (Freie Wähler Attel-Reitmehring) ergänzten, dass zuerst die Anfahrt der Außenbereiche in Angriff genommen werden müsse. Auch wäre ein 20-Minuten-Takt zu teuer.

Bürgermeister Bastian Wernthaler informierte, dass die Verantwortung für den Stadtbus wie gewohnt beim Landkreis Rosenheim verbleibe. Pläne, die Trägerschaft auf die Stadt zu übertragen, lehnten sowohl die Verwaltung als auch der MVV ab.

Geschäftsleiter Konrad Doser erläuterte die wesentlichen Diskussionspunkte – die Aufgabenträgerschaft, den Umfang der Verkehrsleistungen, die Verbesserung der Pünktlichkeit, die Betriebskosten, den Fahrzeugeinsatz sowie den Schülerverkehr und Verstärkerleistungen. Als „Problem“ bezeichnete Doser die zuverlässige Erreichbarkeit des Bahnhofes Reitmehring.

Abgewiesen wurde der Vorschlag, die Route im Burgerfeld zu ändern. Der Bus hätte auf dem Rückweg vom Badria über die Rosenheimer Straße zum Gimpelberg fahren sollen. Die erhoffte Zeitersparnis von knapp zwei Minuten überzeugte die Mehrheit der Stadträte nicht – die Route bleibt deshalb unverändert.

Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick

Der Stadtrat verabschiedete einstimmig ein umfangreiches Paket, das den Stadtbus ab dem 10. Dezember 2028 für die nächsten zehn Jahre neu aufstellt:

  • Am bisherigen Umfang der Verkehrsleistungen, dem Fahrplanangebot, wird grundsätzlich festgehalten. Der Halbstundentakt soll bis etwa 19.30 Uhr verlängert werden.
  • Dem Verkehrsvertrag wird künftig ein einheitlicher Kilometersatz für alle Leistungen zugrunde gelegt.
  • Mehr-/Minderleistungen müssen im Rahmen der vergaberechtlichen Möglichkeiten realisierbar sein.
  • Es sollen Möglichkeiten zur Verbesserung der Pünktlichkeit geprüft und zu gegebener Zeit vorgestellt werden. Hierbei könnte womöglich zwischen Werktagen und Samstagen beziehungsweise Sonn- und Feiertagen unterschieden werden. Die Bahnhofstraße kann von diesen Kursen durchfahren werden.
  • Es besteht Einigkeit, dass der Barverkauf durch das Fahrpersonal in den Bussen zu unterbleiben hat, soweit rechtlich zulässig.
  • Zur Anschlusssicherung der am Bahnhof ankommenden Züge werden feste Wartezeiten vorgegeben und im Fahrplan hinterlegt.
  • Auf der Stadtbuslinie werden künftig (mindestens) zwei E-Busse eingesetzt. Mindestens 65 Prozent der Verkehrsleistungen sind mit diesen Fahrzeugen zu erbringen. Entsprechende Nachweise sind durch das Verkehrsunternehmen zu führen. Die Inbetriebnahme der E-Fahrzeuge erfolgt bis spätestens 1. Januar 2031. In der Übergangszeit können Dieselbusse eingesetzt werden. Die frühere Umstellung auf E-Busse werden ebenso wie der vollständige Einsatz elektrischer Fahrzeuge bei der Vergabeentscheidung berücksichtigt und entsprechend positiv gewertet.
  • Für den möglichen Fall einer Bereitstellung der Abstell- und Ladeinfrastruktur durch die Stadt ist ein Nebenangebot abzugeben.
  • Die Ausstattung der Fahrzeuge hat den gängigen MVV-Standards zu entsprechen.
  • Eine Klausel zur Weiterreichung von Fördermitteln ist im Verkehrsvertrag zu verankern.
  • Die Aufgabenträgerschaft verbleibt beim Landkreis Rosenheim. Die vertragliche Vereinbarung mit dem Landkreis bezüglich der Kostenübernahme ist neu zu fassen.
  • Die endgültigen Vergabeunterlagen werden dem Stadtrat vor Veröffentlichung zur Beschlussfassung vorgelegt.
  • Als äußerst wirksame Maßnahmen zur Pünktlichkeitssteigerung werden eine Vorfahrtsregelung entlang der Buslinie sowie die Beseitigung von Autoparkplätzen und eine Ampel an der Kreuzung Ponschabaustraße/Rosenheimer Straße gesehen.

TANJA GEIDOBLER

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