In Eiselfing: Ortsverband Oberbayern Südost richtete bislang größten bayerischen Landeswettkampf der Rettungskräfte aus
Rund 680 Teilnehmende, Schlachtenbummler und mitfiebernde Gäste verwandelten Eiselfing am Samstag in einen pulsierenden Ort voller Wettkampffieber. Beim bayerischen „Tag der Johanniter“, dem Landeswettkampf der Rettungskräfte, gingen insgesamt 39 Mannschaften in sechs Kategorien an den Start und lieferten sich einen packenden Wettbewerb um die Podiumsplätze – mehr Mannschaften als jemals zuvor.
Unter lautem Jubel stürmten am Ende gleich zwei Teams aus Wasserburg auf die Bühne und sicherten sich je einen zweiten Platz in der Kategorie der Rettungshundestaffeln und der Ersthelfer von Morgen.
„Wir haben so viele Mannschaften wie noch nie bei einem Landeswettkampf“, sagte Landesvorstand Dr. Johannes von Erffa in seiner Eröffnungsansprache in der voll besetzten Gemeindehalle in Eiselfing. Diese rege Teilnahme wäre nicht möglich gewesen ohne die hervorragende Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort: Als die Hilfsorganisation in der Region nach einem geeigneten Veranstaltungsort für den Landeswettkampf suchte, waren die Eiselfinger sofort Feuer und Flamme.
„Wenige Tage nach der Anfrage war für uns klar: Wir sind dabei, wir unterstützen das gerne“, sagte Bürgermeister Georg Reinthaler. Die Johanniter seien stark eingebunden in der Gemeinde: „Wenn wir Erste Hilfe brauchen, wissen wir, die Johanniter sind nicht weit weg.“ Beim Landeswettkampf zeigte sich der Bürgermeister beeindruckt von der guten Stimmung unter den Johannitern, die über Eiselfing hinausstrahle. „Wir sind wirklich stolz, dass dieser Wettkampf hier bei uns im Ort stattfinden kann“, sagte Reinthaler. Besonders freute er sich darüber, dass sich die Johanniter mit zwei Stationen an der Gemeinde-Rallye im Rahmen der Eiselfinger Festwoche beteiligten. „Ein schöneres Zeichen kann man kaum setzen“, sagte er, „auch in Hinblick auf das Ehrenamt.“
„Die Johanniter sind nicht wegzudenken aus unserer Region“, betonte auch die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer bei der Auftaktveranstaltung. „Ob in der Notfallversorgung, im Ehrenamt oder mit der Rettungshundestaffel: Sie leisten wertvolle Hilfe im Landkreis Rosenheim, vielen Dank!“.
Nach den Eröffnungsansprachen und einer Andacht mit Landespfarrer Michael Thoma und Standortpfarrerin Dagmar Häfner-Becker absolvierten die Teilnehmer einen schriftlichen Test, bevor es in die praktischen Prüfungen ging. Beim Landeswettkampf beweisen junge Ersthelfende und die Rettungsprofis alle zwei Jahre ihr Können rund ums Retten und Helfen – auch für Mitarbeitende aus Erziehungsberufen und für Rettungshundestaffeln gibt es eigene Kategorien. Dabei simulieren zahlreiche Verletztendarstellende in verschiedenen Notfallaufgaben die realitätsnahen Szenarien für die Wettkampfteilnehmenden.
Wie viel Einsatz und Vorbereitung das erfordert, weiß auch Joachim Herrmann, bayerischer Staatsminister des Innern für Sport und Integration und Schirmherr der Veranstaltung. „Es sind viele Stunden professionelle Ausbildungen und regelmäßige Übungen nötig, um bei Einsätzen routiniert und fokussiert vorzugehen“, sagte Herrmann im Vorfeld. „Am Tag der Johanniter stellen sie ihre Kompetenz in Erste Hilfe und ihr Können unter Beweis. Doch nicht nur die Begeisterung für die Wettkämpfe machen diesen Tag und das Wochenende zu etwas Besonderem, sondern die Anerkennung für ihre Tätigkeit,“ so Herrmann weiter. „Sie ist oft lebensrettend und kann nicht genügend wertgeschätzt werden.“
Zahlen und Fakten auf einen Blick:
- 39 Mannschaften aus ganz Bayern
- 302 Mannschaftsmitglieder inkl. Mannschaftsbetreuung
- Jüngste Wettkampf-Teilnehmende: 6 Jahre alt
- Ältester Wettkampf-Teilnehmender: 61 Jahre alt
- 74 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter
- 25 Verletztendarstellende und Schminkende
Die Ergebnisse im Überblick:
Kategorie C – Ersthelfer von Morgen
In dieser Kategorie traten die Jüngsten im Alter zwischen fünf und elf Jahren an und zeigten bei Kreativaufgaben und Kooperativtests ihre Teamfähigkeit – und etwas Erste-Hilfe-Wissen musste auch schon bekannt sein.
Regionalverband Mittelfranken – Pflaster Gang
Regionalverband München – Wasserburg C Mannschaft
Regionalverband München – Bananabande
Kategorie B – Ersthelfer aus der Jugend
Die Nachwuchsretter aus dieser Kategorie sind zwischen elf und 18 Jahre alt und häufig als Schulsanitäter in ihren Schulen aktiv. Sie haben ihr Können unter anderem in verschiedenen Praxis-Tests bewiesen. Darunter auch bei einer Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Regionalverband Unterfranken – Die Kaoten mit K
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Zero Limits
Regionalverband Mittelfranken – Doktor Lancelot
Regionalverband München – Ohne uns wird’s kritisch
Regionalverband Mittelfranken – Die helfenden Hände
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Die Sanitöter
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Emergency Squad
Regionalverband Mittelfranken – BABA Bieber
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Stabil und Steril
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Schmerzfrei GmbH
Regionalverband Oberbayern – Notfall Nudeln
Regionalverband München – Munich Medics
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Sanitäterinnen Crew
Regionalverband Oberbayern – Die wilden Hummeln
Regionalverband München – Wasserburg B Mannschaft
Regionalverband Mittelfranken – CareForce one
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Bluelight Fighter
Kategorie A – Sanitätshelfer ab 15 Jahren
Eine Ausbildung zum Sanitätshelfer ist in der Regel der Einstieg in ein ehrenamtliches Engagement im Bevölkerungsschutz oder Sanitätsdienst. In dieser Kategorie haben sich die Mannschaften in unterschiedlichen Praxis-Tests, in Herz-Lungen-Wiederbelebung und bei einem Tragetest gemessen, bei dem es auf Geschick und Teamgeist ankam.
Regionalverband Mittelfranken – Blutdruckbändiger
Regionalverband Unterfranken – A Mannschaft Würzburg
Regionalverband München – Rettungsraketen
Regionalverband München – Isar Rescue
Regionalverband Ostbayern – Traum(A)Trupp
Regionalverband Mittelfranken – Die Ausbilder
Regionalverband Mittelfranken – Die Schockverliebten
Kategorie E – Mitarbeitende aus Kindertages- sowie Bildung- und Betreuungseinrichtungen
Mannschaften aus Erziehungsberufen traten in der Kategorie E an. Auch hier ging es bei mehreren Praxis-Tests unter anderem um Erste-Hilfe-Maßnahmen.
Regionalverband Bayerisch Schwaben – Augsburg United
Regionalverband Oberfranken – Die Hotten Totten
Kategorie H – Rettungshundestaffeln
Die Retter mit der feuchten Schnauze und ihre Hundeführer sowie weitere Einsatzkräfte aus den Rettungshundestaffeln traten in der der Kategorie H an und zeigten ihr Können bei Verweis- und Gewandtheitstests sowie bei einem Orientierungstest. Auch eine Tragewettbewerb gehörte dazu.
Regionalverband Oberbayern – Die Hundsberger vom Lech
Regionalverband München – RHS Rosenheim
Regionalverband München – Schnüffelkommando
Kategorie S – Rettungs- und Notfallsanitäter
Einsatzkräfte aus dem Bevölkerungsschutz, dem Rettungsdienst und dem Sanitätsdienst mit einer Ausbildung zum Rettungs- oder Notfallsanitäter traten in der Kategorie S an. In anspruchsvollen Notfallszenarien mussten sie zeigen, was sie drauf haben. Zu den Wettbewerben gehörte auch ein patientengerechte Rettungsübung.
Regionalverband Mittelfranken – Nürnberger Turmfalken
Regionalverband Unterfranken – Würzburg 2
Regionalverband Oberfranken – Schlüsselbande
Regionalverband Ostbayern – Donau Defi Force
Regionalverband München – IZAR-IO
Regionalverband Unterfranken – Würzburg 1
Regionalverband Ostbayern – 3 Helmen Retter
Bilder: Marino/Mahringer/Betzl
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