EHC Waldkraiburg gewinnt gegen Geretsried
Selten war ein Sieg so unwichtig und gleichzeitig so wichtig. Die Löwen aus Waldkraiburg gewannen am Freitag in der Abstiegsrunde A der Eishockey-Bayernliga ihr Spiel gegen die „River Rats“ aus Geretsried. Tabellarisch war es ein unwichtiger Erfolg, denn für die Löwen steht bereits seit dem vergangenen Wochenende fest, dass man den Weg in die Play-Down-Runde antreten muss. Moralisch jedoch dürfte dieser Sieg einen deutlichen Schub geben – und das auf mehreren Ebenen.
Personell zeigte sich die Situation beim EHC Waldkraiburg ähnlich wie in den vergangenen Wochen. Martin Kokeš war wieder zurück, Bastian Rosenkranz gab nach mehrwöchiger Verletzung sein Comeback. Philipp Lode sowie Jakub Revaj fehlten krankheitsbedingt und die Liste der Verletzten dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Aus Landshut gab es dieses Mal keine Verstärkung und da die „Oans Bee“ selbst ein Play-off-Spiel hatte, das sie eindrucksvoll mit 9:1 gegen Schweinfurt gewann, war auch von dort keine Unterstützung im Kader.
Die gute Nachricht des ersten Durchgangs war, dass sich der EHC Waldkraiburg nicht überfallen ließ, wie zuletzt in Schongau, als es nach fünf Spielminuten bereits 3:0 aus Sicht der Mammuts stand. Die erste bessere Möglichkeit in diesem Drittel, in dem beide Mannschaften noch im Aufwärmmodus agierten, hatte Leon Decker nach guten vier Minuten. Nach einem langen Ovaska-Pass musste er zunächst dem unglücklich postierten Schiedsrichter ausweichen, zog anschließend von der linken Seite ab, doch Korbinian Sertl, der das Geretsrieder Tor hütete, war zur Stelle. Nur Sekunden später war es Egle für Geretsried, der frei durch war, doch auch Löwen-Schlussmann Englbrecht war auf seinem Posten. Die größte Chance auf Zählbares hatte in diesem Drittel erneut Leon Decker. Nach einem Zuspiel von Dillmann hatte er die gesamte linke Torseite frei vor sich, schob den Puck jedoch knapp am Pfosten vorbei. So verstrich dieser erste Durchgang torlos für beide Teams.
Dass das zweite Drittel nicht ohne Treffer bleiben würde, merkten Zuschauer und Spieler bereits nach weniger als zwei Minuten. Nach einem einfachen und geradlinigen Spielzug über Hora, Maierhofer und Šrámek konnte letzterer nach dem finalen Pass von Maierhofer seinen Schläger so in das Zuspiel halten, dass Sertl keine Chance auf eine Abwehr hatte – 1:0. Auch in der Folge zeigten sich beide Teams bemüht, etwas an der Torsituation zu ändern, doch die Löwen hatten spielerisch klar die Nase vorne. Dennoch fiel etwas aus dem Nichts heraus der zweite Treffer. Nach rund zehn Minuten fuhr Decker an der linken Bande entlang mit dem Puck am Schläger. Sowohl Verteidiger als auch Torhüter schienen auf ihren Posten, doch Decker zog ab und spielte die Scheibe satt durch Sertls Beine zum 2:0 ins Netz. Damit beendete Leon Decker seine endlos scheinende torlose Durststrecke. Nur rund eineinhalb Minuten später kam es sogar noch besser für Löwen und Decker. Nach einem gewonnenen Bully vor dem Tor der Gäste zog Waldkraiburgs Nummer 34 direkt ab – schnurstracks flog der Puck in den rechten oberen Winkel. Mit dem 3:0 kürte sich Leon zum „Doppel-Decker“ – auch das war schon eine ganze Weile her.
Im weiteren Verlauf überstanden die Löwen eine gut gespielte Überzahl der Gäste, nicht zuletzt dank Max Englbrecht, der einen sicheren Rückhalt bot. In der 35. Minute standen die Löwen nach einem Beinstellen gegen Geretsrieds Ott selbst in Überzahl auf dem Eis. Durch einen der wenigen technischen Fehler von Jakub Šrámek in dieser Saison schnappte sich Hochstraßer den Puck vor dem Löwen-Tor und netzte zum 3:1-Anschluss ein. Doch nur Sekunden nach Ablauf der Strafe für die „River Rats“ stellten die Löwen den Pausenstand wieder her. Nach einer flachen Hereingabe von Kokeš vor das Tor war es Santeri Ovaska, der den Schläger reinhielt und auf 4:1 erhöhte.
Auch im Schlussabschnitt ließen die Hausherren nicht lange auf den nächsten Treffer warten. Anthony Dillmann, der ebenfalls eine lange Durststrecke hinter sich hatte, erhielt nach einem Bully die Scheibe und drosch sie vom Bullykreis in das Tor hinter Sertl – 5:1. Mit dieser Vier-Tore-Führung nahmen sich die Löwen im weiteren Verlauf etwas zurück. Im Gegenzug erstarkten die Gäste und versuchten noch einmal heranzukommen. In der achten Minute des dritten Drittels traf Geretsried lautstark den Torpfosten. Rund fünf Minuten vor Spielende folgte noch einmal ein Aufbäumen der Gäste: Innerhalb von nur 22 Sekunden verkürzten die „River Rats“ erst auf 5:2 (Fissekis) und anschließend auf 5:3 (Reiter). Jürgen Lederer reagierte sofort mit einer Auszeit, schärfte seiner Mannschaft noch einmal die Konzentration ein – und die Löwen brachten diesen moralisch so wichtigen 5:3-Sieg schließlich über die Zeit.
AHA
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