Starbulls gestern: Matchwinner beim 3:2-Sieg nach Shootout war Ville Järveläinen

Drei Tage nach dem Zwei-Punkte-Erfolg gegen den Tabellenzweiten Kassel Huskies – wir berichteten – holten sich die Starbulls Rosenheim auch gestern im Auswärtsspiel gegen die Ravensburg Towerstars zwei Zähler.

Matchwinner beim 3:2-Sieg nach Shootout war Ville Järveläinen (Bildmitte), der den Rosenheimer Ausgleichstreffer zum 1:1 erzielte und im Penaltyschießen gleich zwei Versuche verwandeln konnte. Charlie Sarault brachte die Starbulls vor 3.184 Zuschauern in der CHG-Arena im zweiten Drittel in Führung. Die Hausherren, die ihre Wucht aus der Anfangsphase in der Schlussphase wiederfanden, konnten aber spät noch zum 2:2 ausgleichen.

Die Starbulls haben damit den dritten Rang In der Tabelle der DEL2 untermauert und das Heimrecht im Playoff-Viertelfinale scheint nur noch Formsache zu sein. Fünf Spielrunden vor Hauptrundenende beträgt der Rosenheimer  Vorsprung auf die viertplatzierten Ravensburger nun neun Punkte und auf den Tabellenfünften Bietigheim Steelers elf Zähler – bei zusätzlich besserem Torverhältnis gegenüber der Konkurrenz.

Neben Teemu Pulkkinen fehlten im taktisch grundsätzlich unveränderten Rosenheimer Line-up verletzungsbedingt auch Stürmer Sebastian Zwickl und Verteidiger Leon van der Linde. Ravensburg konnte hingegen bestbesetzt antreten, allein der 19 Jahre junge Nachwuchsstürmer Nikita Kessler war nicht dabei.

Die Starbulls sahen sich im ersten Spielabschnitt zunächst enormer Ravensburger Wucht ausgesetzt. Oskar Autio im Rosenheimer Gehäuse konnte sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen. Als Erik Karlsson einen Abpraller nicht im Tor unterbrachte, hatte der Keeper noch Glück, als Louis Latta im Slot einen Schuss von Julian Eichinger abfälschte, war er machtlos (9.).

Nach der vollauf verdienten Ravensburger 1:0-Führung wendete sich aber das Blatt. Florin Ketterer zog gegen den durchgebrochenen Ville Järveläinen die Notbremse. Darauf, dass der fällige Strafschuss nicht verhängt wurde, antworteten die Starbulls mit einem gut aufgezogenen Powerplay – und Järveläinen selbst mit einer platzierten Direktabnahme, die zum 1:1 einschlug (13.). Wie schon im Heimspiel gegen Kassel war es erneut Luigi Calce, der im richtigen Moment dort stand, wo er dem gegnerischen Torwart effektiv die Sicht nahm,

Apropos effektiv: Das sollte bis Mitte des letzten Spielabschnitts nun auch die Rosenheimer Spielweise bleiben. Nur wenige Momente nach dem Ausgleichstreffer lag bei einer Dreifachchance (Jordan Taupert, Luigi Calce, Charlie Sarault) der Führungstreffer in der Luft. Nach feinem Zuspiel von Lewis Zerter-Gossage verfehlte Scott Feser das Ravensburger Tor nur ganz knapp (18.). Lukas Laub scheiterte bei einem Alleingang frei an Torwart Ilya Sharipov (21.). Auf der anderen Seite war Autio mit einem tollen Fanghandsave zur Stelle, als Nick Latta einen Rückpass aus kurzer Distanz direkt nahm (25.).

Der in der 26. Spielminute verdiente Rosenheimer Führungstreffer gelang einem Ex-Ravensburger: Charlie Sarault versenkte den Puck nach prima Querpass von Shane Hanna überlegt, Johannes Achatz hatte zuvor in der neutralen Zone den gegnerischen Angriff gestoppt und Calce den vorstoßenden Hanna bedient.

Torannäherungen gabs in einem sehr intensiven und schnellen Spiel auf hohem DEL2-Nievau in der Folge auf beiden Seiten, die Starbulls machten aber den giftigeren und zugleich abgeklärteren Eindruck. Shane Hanna hatte nach einem Fehler von Ketterer das 3:1 auf der Keller, scheiterte aber am gut aufgelegten Torwart Sharipov (35.).

Zwei Minuten später wurde Ravensburgs Marvin Schmid wegen eines Stockchecks ins Gesicht von Luigi Calce zurecht mit einer großen Strafe belegt und vom Spiel ausgeschlossen. Die Starbulls mussten trotzdem knapp zwei Minuten in Unterzahl ran, hatten dabei aber die Chance zum Shorthander durch Zerter-Gossage (39.). Kurz vor der Pausensirene hätte Järveläinen fast seinen zweiten Überzahltreffer erzielt, schoss aber diesmal aus noch besserer Position als beim 1:1-Ausgleichstreffer knapp links vorbei (40.).

Rosenheims Rezept, in den Zweikämpfen gleichermaßen bissig und dennoch clever zu agieren, sich nicht hinten hineindrängen zu lassen, im Spiel nach vorne aber kein Risiko einzugehen, ging zunächst auch nach der zweiten Pause auf. Nachdem die Grün-Weißen aber Mitte des letzten Drittels bei ihrem dritten und letzten Powerplay keinerlei Torgefahr kreieren konnten, war die Ravensburger Wucht plötzlich wieder da.

Im Gegensatz zu den gut 50 Spielminuten zuvor, gewannen die Hausherren nun auch mehr wichtige Anspiele als Rosenheim. Als Mark Rassel nach gewonnenem Ravensburger Bully abzog, konnte Autio noch retten (55.). Als der Ex-Rosenheimer Thomas Reichel nach einem Abpraller per Rückhand abstaubte, war der Starbulls-Goalie aber geschlagen – 2:2 (57.).

Eine knappe halbe Minute vor Ende der regulären Spielzeit tankte sich Zerter-Gossage vor das Tor, doch auch bei diesem schönen Solo hieß die Endstation Sharipov. Und auch in der Verlängerung scheiterte Zerter-Gossage mit einem Alleingang am fehlerlos spielenden Schlussmann der Towerstars (62.).

Im Shootout musste sich Sharipov dann aber gleich zweimal vom jeweils souverän verwandelnden Ville Järveläinen geschlagen geben. Gegen Shane Hanna und Scott Feser blieb der Ravensburger Keeper hingegen Sieger. Auf der anderen Seite ließ sich Autio von Nick Latta und Robbie Czarnik nicht verladen, musste gegen Odeen Peter Tufto aber die Scheibe aus dem Netz holen. Beim zweiten Versuch von Tufto blieb der Rosenheimer Torwart schließlich Sieger – und die Grün-Weißen konnten im sechsten Auftritt auf Ravensburger Eis seit dem Wiederaufstieg in die DEL2 erstmals Punkte feiern.

Am morgigen Sonntag empfangen die Starbulls Rosenheim – am 48. Spieltag der DEL2 – den EHC Freiburg im ROFA-Stadion.

Spielbeginn 17 Uhr – Eintrittskarten unter www.starbulls.de/tickets und ab 15 Uhr an der Stadionkasse …

Foto: Starbulls / Kim Enderle

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