Starbulls haben erstes Drittel gegen die Lausitzer Füchse verschlafen

Diese Pleite haben sich die Starbulls Rosenheim selbst zuzuschreiben: Am 45. Spieltag der DEL2 kamen die Grün-Weißen gestern Abend im Heimspiel gegen die Lausitzer Füchse im ersten Drittel einfach nicht in die Gänge, ließen Frische im Kopf und in den Beinen vermissen und wurden mit zwei Gegentoren bestraft.

Der Anschlusstreffer zum 1:2 Mitte des zweiten Drittels gab den Starbulls zwar dann deutlich Auftrieb. Der fortan klaren Rosenheimer Überlegenheit entsprangen viele Torschüsse, der gute Gästetorwart Anthony Morrone ließ sich aber kein zweites Mal überwinden.

Beide Teams traten vor 3.577 Zuschauern im ROFA-Stadion mit „voller Kapelle“ an. Bei den Starbulls war Verteidiger Joel Keussen nach zuvor elf Spielen verletzungsbedingter Abstinenz ebenso wieder mit dabei wie Keeper Christopher Kolarz. Sein Torwart-Partner Oskar Autio, der die vergangenen drei Partien bestritt, pausierte. Entsprechend konnten auf Rosenheimer Seite die vier „Imports“ Shane Hanna, Charlie Sarault, Teemu Pulkkinnen und C.J. Stretch auflaufen. Die beiden U21-Fördervertragsspieler im Rosenheimer Line-up waren Sebastian Zwickl, der zuletzt mit dem DEB-Nachwuchs bei einem Turnier in Finnland aktiv war, und Johannes Achatz.

Den Gästen aus der Oberlausitz war anzumerken, dass sie es im vierten und letzten Hauptrundenduell mit den Starbulls nach zuvor drei glatten Niederlagen wissen wollten. Die Starbulls präsentierten sich dagegen fahrig, langsam, uninspiriert – und unkonzentriert. Völlig ohne Not standen plötzlich sechs Rosenheimer Feldspieler auf dem Eis. Die Füchse nutzten das geschenkte Powerplay zur Führung. Georgiy Saakyan traf mit einem Flachschuss ins linke Eck (8.), Alexander Dosch fuhr Torwart Kolarz zuvor durch die Linse.

Eine knappe Minute später staubte Kyle Havlena reaktionsschnell und platziert zum 0:2 ab, nachdem Kolarz einen Schuss von Christopher Theodore zur Seite abwehrte (9.). Starbulls-Cheftrainer Jari Pasanen nahm eine Auszeit. Danach waren die Hausherren immerhin etwas präsenter und kamen zumindest im Powerplay zu guten Chancen. Gästeschlussmann Morrone war aber gegen Ville Järveläinen und Stretch (12.) zur Stelle und parierte auch gegen Sarault prächtig (16.).

Im zweiten Drittel passierte zunächst wenig, ehe Pulkkinen nach einer Ablage von Lukas Laub satt abzog (31.). Morrone entschärfte den Schuss zwar, aber die Szene hatte Signalwirkung. Plötzlich waren die Starbulls am Drücker. Nach einem Schuss von Järveläinen, den Morrone mit dem Schoner zur Seite abwehrte, staubte C.J. Stretch per Rückhand zum 1:2-Anschlusstreffer ab (32.). Noch in der gleichen Spielminute hatten Järveläinen, Laub und Jordan Taupert das 2:2 auf dem Schläger, konnten Gästekeeper Morrone aber nicht überwinden.

Die Hausherren dominierten die Partie im weiteren Verlauf klar. Das im Schlussabschnitt in die Defensive gedrängte und leidenschaftlich verteidigende Team aus Weißwasser konnte sich aber auf seinen souveränen Schlussmann verlassen, der sich bei der Mehrzahl der vielen Rosenheimer Schüsse aber vor nicht allzu große Proben gestellt sah. Starbulls-Keeper Kolarz hingegen war nun nahezu beschäftigungslos. Zwei Minuten vor Schluss verließ er seinen Kasten, doch auch mit sechs Feldspielern fanden die Gastgeber zu keiner wirklich klaren Torchance mehr.

Starbulls-Cheftrainer Jari Pasanen sprach nach dem Spiel Klartext: „Wir waren selten so schlecht wie heute in den ersten zehn Minuten. Das war grausam, ein Albtraum wie die Jungs unterwegs waren. Als ob sie Blei in den Füßen hätten und gar keine Frische im Kopf. Wir haben die zwei Gegentoren sehr leicht abgegeben. Auch im zweiten Drittel haben wir fünf Minuten gebraucht, um in die Gänge zu kommen. Die restlichen 35 Minuten haben wir gut gespielt. Aber der Torwart hat fast jede Scheibe gesehen. Es war nicht genug Verkehr vor dem Tor. 30 Schüsse vorbei oder direkt auf den Bauchnabel. Das ist nicht gut – dann kannst du 100 Schüsse haben. Das war enttäuschend, auch in Überzahl. Weißwasser hat hart gekämpft, sehr gut verteidigt, einen super Torwart gehabt, einen guten Job gemacht“.

In der Tabelle ist der Vorsprung der auf Rang drei stehenden Starbulls gegenüber den Ravensburg Towerstars nun auf drei Punkte geschrumpft. Die auf Rang fünf stehenden Eisbären Regensburg konnten den Rückstand auf Rosenheim auf acht Zähler verkürzen.

Am morgigen Sonntag treten die Starbulls um 17 Uhr beim Tabellenschlusslicht ESV Kaufbeuren an, zwei Tage danach steht schon das nächste Heimspiel an: Am Faschingsdienstag ist der Tabellenzweite Kassel Huskies zu Gast im ROFA-Stadion (19.30 Uhr).

Foto: Starbulls / David Löffler

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