Es wird ernst für den EHC Waldkraiburg mit Blick auf die neue Saison - Test eins verloren

Es wird ernst für den EHC Waldkraiburg mit Blick auf die neue Saison: Zum ersten Testspiel ging es für die Löwen am Wochenende nach Geretsried zu den River Rats. Während es für Waldkraiburg der erste Auftritt unter Wettkampfbedingungen war, hatten die Gastgeber bereits drei Vorbereitungsspiele absolviert. Ein Unterschied, den man im Verlauf der Partie durchaus erkennen konnte. Am Ende stand aus Sicht der Löwen eine 1:4-Niederlage, bei der das Ergebnis jedoch längst nicht die ganze Geschichte des Spiels erzählte.

Nahezu vollständig konnte der EHC die Reise nach Geretsried antreten. Noch nicht mit dabei waren Haaparanta und Sergeyev, die noch nicht bei der Mannschaft angekommen sind. Zudem musste Rene Merz krankheitsbedingt passen. Dafür erhielten zwei junge Spieler aus Rosenheim die Gelegenheit, sich im Trikot der Löwen zu zeigen. Elias Schunke und Lennox Stein unterstützten den EHC per Förderlizenz und sollten im Laufe des Abends durchaus auf sich aufmerksam machen.

Dass beide Mannschaften mit unterschiedlichen Voraussetzungen in dieses Spiel gingen, war bereits vor dem ersten Bully klar. Geretsried hatte schon drei Partien absolviert und damit nicht nur einige Spielminuten, sondern auch entsprechend viele Möglichkeiten gesammelt, Laufwege und Abstimmungen unter Wettkampfbedingungen zu testen. Bei den Löwen sah das anders aus.

Abgesehen vom Trainingslager Anfang September waren die Bedingungen für die Mannschaft nicht immer einfach. Eiszeiten wie zuletzt um 22.15 Uhr in Erding sind für ein Team, dessen Spieler neben dem Eishockey größtenteils noch ihrer normalen Arbeit nachgehen, alles andere als optimal.

Trotzdem gehörte das erste Drittel eher den Waldkraiburgern. Natürlich war zu erkennen, dass noch nicht jeder Pass blind seinen Abnehmer fand und die Abstimmung innerhalb der neu zusammengestellten Mannschaft noch wachsen muss. Ebenso war aber auch immer wieder zu sehen, welches Potenzial in diesem Team steckt. Gerade wenn die Löwen Tempo aufnehmen konnten, blitzte bereits auf, welche Power diese Mannschaft entwickeln kann, sobald Laufwege, Timing und Zusammenspiel besser ineinandergreifen.

Eine große Möglichkeit zur Führung bot sich Waldkraiburg im ersten Durchgang sogar vom Penaltypunkt. Andris Džeriņš trat an und versuchte, Geretsrieds Torhüter Korbinian Sertl zu überwinden. Der Versuch war beinahe erfolgreich, blieb letztlich jedoch direkt an der Linie am linken Pfosten liegen, ehe Sertl die Scheibe sichern konnte. So ging es trotz guter Möglichkeiten auf Waldkraiburger Seite torlos in die erste Pause.

Im zweiten Drittel änderte sich das Bild deutlich. Nun machten sich die zusätzlichen Vorbereitungsspiele der River Rats bemerkbar. Geretsried kam wesentlich entschlossener aus der Kabine und schnürte die Löwen in den ersten fünf bis sechs Minuten teilweise tief im eigenen Drittel ein. Die Gastgeber wirkten in vielen Situationen bereits etwas eingespielter, während Waldkraiburg weiterhin nach den richtigen Abstimmungen suchte.

Dabei musste auch Geretsried auf einen wichtigen Spieler verzichten. Ondrej Horváth stand den Gastgebern nicht zur Verfügung. Dennoch wollten sich die River Rats offensichtlich nicht damit abfinden, sich von einer Mannschaft, die in ihrer Vorbereitung noch einige Schritte hinter ihnen liegt, den Schneid abkaufen zu lassen. Auch im weiteren Verlauf des zweiten Drittels blieb Geretsried optisch das aktivere Team.

Zur Hälfte der Partie erfolgte bei Waldkraiburg der bereits im Vorfeld geplante Wechsel im Tor. Tobias Sickinger übernahm für Christoph Lode.

Wenig später fiel dann auch der erste Treffer des Abends. In einem für ein Vorbereitungsspiel durchaus ruppig geführten Duell agierte Geretsried in Überzahl. Oliver Ott bekam einen Querpass serviert und verwandelte diesen per One-Timer von der linken Seite aus nächster Nähe zum 1:0 für die Gastgeber – keine Chance für Sickinger.

Noch vor der zweiten Pause sollte der zweite Treffer folgen. Wie zuvor bereits Džeriņš auf Waldkraiburger Seite erhielt Anton Egle einen Penalty zugesprochen. Im Gegensatz zum Löwen-Stürmer ließ Egle seine Möglichkeit jedoch nicht liegen und verwandelte sicher zum 2:0. Mit diesem Spielstand ging es schließlich in die zweite Pause.

Im Schlussabschnitt präsentierte sich Waldkraiburg wieder besser. Die Partie verlief nun deutlich ausgeglichener und die Löwen konnten erneut einige gute Aktionen nach vorne zeigen. Gerade die beiden jungen Rosenheimer Förderlizenzspieler Elias Schunke und Lennox Stein zeigten mehrfach, warum sie an diesem Abend mit nach Geretsried genommen worden waren. Beide versteckten sich keineswegs und setzten immer wieder Akzente. Die Tore fielen zunächst trotzdem weiterhin ausschließlich auf der anderen Seite. Zunächst erhöhte Gunārs Skvorcovs für die River Rats auf 3:0. Für Andris Džeriņš ist der Lette in Geretsrieder Diensten kein Unbekannter: Beide standen unter anderem gemeinsam in der lettischen Nationalmannschaft auf dem Eis. Ex-Löwe Dominik Soukup war es anschließend, der den Spielstand auf 4:0 stellte und die Partie damit frühzeitig in Richtung Geretsried lenkte.

Aufgeben wollten sich die Löwen deshalb jedoch nicht. Auch in der Schlussphase versuchten sie weiter, zumindest den verdienten eigenen Treffer zu erzielen. Rund vier Minuten vor dem Ende bot sich zunächst Decker eine gute Gelegenheit, wenig später kam auch Nico Vogl gefährlich zum Abschluss. Und wenn in Waldkraiburg ein wichtiger Treffer fallen muss, ist der Kapitän bekanntlich selten besonders weit entfernt. In einer etwas unübersichtlichen Situation brachte Nico Vogl die Scheibe schließlich doch noch im Geretsrieder Tor unter und sorgte mit dem 1:4 dafür, dass die Löwen ihr erstes Vorbereitungsspiel zumindest nicht ohne eigenen Treffer beendeten.

Am Ergebnis änderte sich in den verbleibenden Minuten nichts mehr. Eine 1:4-Niederlage zum Auftakt sieht auf dem Papier zunächst deutlich aus. Für eine Mannschaft im ersten Vorbereitungsspiel gegen einen Gegner, der bereits drei Spiele absolviert hat, lassen sich daraus allerdings nur bedingt Rückschlüsse ziehen. In vielen Situationen war zu erkennen, woran in den kommenden Wochen gearbeitet werden muss. Laufwege, Abstimmungen und Automatismen entstehen nicht innerhalb weniger Trainingseinheiten – erst recht nicht unter den teilweise schwierigen Bedingungen der vergangenen Wochen.

Gleichzeitig zeigte Waldkraiburg aber auch bereits in Geretsried immer wieder, welche Möglichkeiten in dieser Mannschaft stecken können. Besonders im ersten Drittel und über weite Strecken des Schlussabschnitts war zu sehen, dass Tempo und Qualität vorhanden sind. Nun geht es darum, daraus Schritt für Schritt eine funktionierende Einheit zu formen.

Genau dafür sind Vorbereitungsspiele schließlich da.    

AHA

Foto: Yasmin Neumann

Schaufenster