Neue Ballsportart bald auch in Edling möglich – Ein Gespräch mit den Betreibern
Padel ist längst mehr als nur ein kurzlebiger Trend. Die Kombination aus Tennis und Squash gewinnt immer mehr Anhänger und hat inzwischen auch die Region erfasst. In Edling entsteht derzeit mit dem „Padel Hub“ eine neue Anlaufstelle für Fans der jungen Sportart. Am Sonnenpoint sollen die Plätze künftig wetterunabhängig bespielbar sein. Wir haben mit Philipp Bachmeier gesprochen, der das Projekt (wir berichteten) gemeinsam mit seinem Vater Fritz ins Leben gerufen hat. Unser aktuelles Interview:
Servus Philipp, wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen, das Padel Hub in Angriff zu nehmen?
Gute Frage. Nach meiner aktiven Fußballkarriere habe ich versucht viele neue Sportarten für mich zu entdecken, weil mein Leben in der Jugend immer nur vom Fußball getrieben war. Es war und ist nach wie vor alles Mögliche an Sportarten mit dabei, weil ich einfach Sport und Bewegung als sehr wichtig für die körperliche und vor allem mentale Gesundheit ansehe. Beim Padel bin ich dann hängen geblieben, weil ich es sehr schnell gut spielen konnte und dabei auch einigermaßen schmerzfrei war. Es ist auch wie Fußball eine Ball- und Teamsportart, bei der man sich mit jedem Match neu challangen und messen kann. Das war dann keine große Überraschung, dass mir das Spaß macht. Dass du es zu zweit spielen kannst, beziehungsweise zu viert, ist einfach eine coole Kombi.
Dadurch, dass ich in den letzten acht Jahren sieben mal umgezogen bin, im Jugendalter im Ausland gelebt habe und die letzten Jahre beruflich in Düsseldorf bzw. Köln verankert war, habe ich für mich irgendwann gemerkt, dass es an der Zeit ist wieder in meine Heimat zurückzukehren und ein neues Kapitel aufzuschlagen.
Ursprünglich war mein Plan nach den turbulenten Jahren auch mal etwas ruhiger zu machen, aber so ganz ohne Action kann ich dann doch nicht. Deswegen dachte ich es wäre doch cool, wenn wir Padel mit nach Hause bringen. Viele meiner Freunde aus der Region haben sich schon immer gewünscht, dass mal Padelplätze kommen, weil es einfach bei uns in der Umgebung nur wenige bis gar keine Plätze gibt. Einen Padelplatz indoor zu bekommen, ist extrem schwer, vor allem zu den Stoßzeiten, weil eben immer alles ausgebucht ist.
Dann hat das eine zum anderen geführt, ich habe mich damit befasst, wie sowas ausschauen könnte. Anfangs natürlich noch etwas laienhaft, aber mit der Zeit bin ich immer tiefer in der Materie gesteckt. Ich war sehr viel unterwegs, in ganz vielen Ländern. Beruflich bin ich auch sehr viel unterwegs und verbinde fast jede Reise mit einem Besuch einer Padellocation, egal ob Hamburg, Berlin, NRW. Ich kenne jetzt in Deutschland mittlerweile fast jede Padelanlage, hab mich immer mit den Leuten vor Ort unterhalten und habe mir für das Projekt von jedem da das Beste rausgepickt. Irgendwann stand man so vor der Erkenntnis, das wäre umsetzbar. Und wenn ich mir etwas in den Kopf setze, lässt mich das nicht mehr los.
Was waren die größten Herausforderungen bei der Planung und der Umsetzung?
Der Tag hat nur leider nur 24 Stunden, wir tun da unser Möglichstes. Mein Vater und ich sind beide in fordernden Jobs. Der Bau ist das eine, das Operative dann fürs Padelgeschäft das andere. Grundsätzlich, wenn der Bau abgeschlossen ist, wird es dann sicher mal einen Ticken leichter. So gern wir auch das Projekt mit lokalen Partnern forcieren wollen, gibt es eben auch internationales Know-How auf das wir zurückgreifen. Da sind Geschäftspartner aus Asien, Südamerika, Spanien und Italien involviert. Schadet aber gar nicht, weil mein spanisch lässt eh noch zu wünschen übrig. Im Augenblick haben wir viele Meetings, die aufgrund der Zeitverschiebung für deutsche Verhältnisse zu außergewöhnlichen Uhrzeiten stattfinden. Das macht es dann neben unseren Jobs dann doch recht fordernd.
Warum der Standort Edling?
Edling ist nicht weit von Albaching weg, wo ich aufgewachsen bin. Es ist eine gute Verkehrsanbindung da am Sonnenpoint. Außerdem ist mit Corox und Hansi Friedl gegenüber, auch eine gewisse Sportaffinität da. In meiner Fußballerzeit war ich (leider) auch oft in Behandlung und im Aufbautraining bei Hansi. Das war immer eine überragende Unterstützung, aber mittlerweile bin ich froh nur noch Nachbar sein zu dürfen und nicht mehr der Patient. Edling ist halt auch von Ebersberg, Wasserburg und Rosenheim gut zu erreichen. In der Region war einfach bisher noch gar nichts an Padel geboten. Das hat sich jetzt natürlich schon ein bisschen gedreht. Aber wir haben uns trotzdem dazu entschieden, das weiter durchzuziehen und zu machen.
Was ist das Besondere am neuen Padel Hub in Edling?
Also es ist so, dass in der Regel ja keine Hallen gebaut werden, mit dem Ziel eine Padelhalle daraus zu machen. In Deutschland stehen wir vor extremen baulichen und bürokratischen Herausforderungen, daher wächst der Sport nicht ganz so schnell wie beispielsweise in UK. In der Regel werden leerstehende Industriebauten angemietet, dann werden da ein paar Courts reingebaut und dann werden die Plätze vermietet. In unserem Fall ist es so, dass wir ein komplett neues Set-up aufgleisen, komplett mit dem Bau viele Dinge mitentscheiden können. Zum Beispiel ist beim Padel die Deckenhöhe sehr wichtig, weil man auch mal einen taktischen Lob (hoher Ball bzw. „Lupfer“) spielt. Wir haben in der Spitze zehn, zehneinhalb Meter. Die braucht man aber auch. In Deutschland gibt es nur wenige Hallen, die so eine Höhe haben. In niedrigeren Hallen wird das Spielgeschehen schon negativ beeinflusst. Von dem her ist das schon mal gut bei uns. Generell können wir das alles schön sauber aufgleisen, weil eben alles neu ist. Ich bin da ehrlich gesagt auch sehr penibel. Von den Farben bei den Stahlträgern, Sandwichpaneelen über die Fließen und die Kunstrasenfarbe habe ich genau meine Vorstellungen. Wahrscheinlich verflucht mich da auch die ein oder andere Handwerksfirma, aber schlussendlich sollen sich die Menschen darin wohlfühlen.
So viel kann ich schon mal verraten. Es wird eine schöne moderne Halle, im Winter nicht zu kalt, im Sommer nicht zu warm. Und ich glaube, das macht den meisten Spielern dann doch Spaß, wenn sie im Winter nicht in eine eiskalte Industriehalle kommen, sondern die vernünftig beheizt ist und man vielleicht noch einen oder zwei zusammen trinken kann. Auch mit dem Thema Sauna hoffen wir natürlich, dass sich die Leute wohlfühlen. Ich kenne noch keinen Padel-Club in Deutschland, der das anbietet. Nach dem Spiel kann man bei uns gleich regenerieren und in die Sauna gehen. Von dem her wird das so ein bisschen ein Alleinstellungsmerkmal sein. Und es hat halt einfach dadurch, dass wir nur drei Courts haben, so einen kleinen edlen Boutique-Charakter.
Erklär uns kurz, was die Eigenheiten von Padel-Tennis sind, und warum der Sport fast alle Zielgruppen anspricht?
Padel bringt das Beste aus Tennis und Squash zusammen. Gespielt wird auf einem kleineren Court mit Glaswänden, die ins Spiel einbezogen werden können. Dadurch entstehen lange Ballwechsel und schnelle Erfolgserlebnisse, auch für Anfänger. Genau das macht den Sport so attraktiv: Man braucht keine jahrelange Erfahrung, um Spaß zu haben. Eigentlich hat man vom ersten Mal spielen direkt Freude daran und sieht sehr schnell erste Fortschritte. Ich finde gerade, wenn man neue Sportarten ausprobiert ist es wichtig, dass sich die Frustrationsgrenze in der Waage hält. Gleichzeitig bietet Padel genügend Dynamik und taktische Tiefe für ambitionierte Sportler. Ob Kinder, Familien, Freizeitspieler oder ehemalige Tennis- und Squashspieler, auf dem Platz können Menschen unterschiedlichsten Alters und Leistungsniveaus gemeinsam spielen. Auf unserem Single-Court können auch Paare miteinander spielen. Oft ist es ja so, dass man mit seinem Partner oder seiner Partnerin nicht die selben sportlichen Interessen hat. Padel ist da einfach, das macht (fast) jedem Spaß. Deswegen ist die Sportart besonders zugängliche und gesellig.
Und by the way: Über 9 von 10 Menschen, die Padel das erste ausprobieren, spielen auch ein zweites und ein drittes mal. Ich denke das spricht für sich.
Was macht Dir persönlich dabei am meisten Spaß dabei?
Dass man einfach Dinge selber entscheiden kann. Dass wir, ich sage jetzt mal, im Driving-Seat sitzen, und wenn wir was umsetzen wollen, dann machen wir das direkt und müssen da keinen fragen. Wir hatten jetzt auch Gespräche mit möglichen Sponsoren, die an der Halle dann noch mal für Events auch bestimmte Wünsche hatten, und wir konnten das baulich einfach schnell umsetzen. Das macht dann einfach Spaß, wenn du siehst, du kannst was bewegen, du kannst selber entscheiden, musst keinen fragen. Das ist sicherlich das, was am meisten Spaß macht. Da bin ich auch mit meinem Vater auf einer Wellenlänge und könnte mir keinen besseren Partner für das Projekt vorstellen, weil er einfach mit seinen Werten und unternehmerisch schon immer eine Inspiration für mich gewesen ist. Wir sind zwar beide recht meinungsstark und sehen viele Dinge kritisch, manchmal ruckelt es da auch ein bisschen, aber am Ende steht für uns beide der Dienstleistungsgedanke im Vordergrund. Schlussendlich muss es für den Kunden passen, der Kunde hat immer recht. Und dementsprechend schauen wir, dass wir da das Bestmögliche rausholen, aus dem ganzen grünen Fleck da in Edling.
Wann geht‘s voraussichtlich los?
Da würde ich jetzt mal den Winter in den Raum werfen. Der Bau ist mittlerweile voll am laufen, es läuft alles nach Plan und es ist im Endeffekt alles terminlich durchgetaktet. Ja, aber wie es so ist, kann sich natürlich immer was verschieben oder dazwischenkommen.
Ab wann kann man Plätze buchen – und wie?
Sobald es losgeht, steht die Court-Buchung online zur Verfügung. Das läuft dann über eine App ab, auf der die Spieler die Buchung vornehmen – entweder einzeln, einer für zwei Leute oder einer für vier Leute. Oder sie buchen den Court zusammen und jeder bezahlt dann direkt seinen Anteil vom Court. Das ist total super gelöst und geht auch relativ schnell. Es dauert keine zwei Minuten, dann hat man den Court für sich reserviert. Es wird dann auch einen Schlägerverleih in der Halle geben. Dort kann man aus einem Automaten einfach ihren Schläger rausnehmen oder Bälle kaufen. Auch eine Sache von zwei Minuten. Aber darüber werden wir noch frühzeitig informieren, wie das Ganze funktioniert, was man dazu alles braucht, was man beachten muss.
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