Wasserburg unterliegt Gundelfingen vor 456 Zuschauern mit 1:3

Im ersten Ligaspiel dieses Kalenderjahres lagen die Löwen Anfang März in Freilassing nach knapp einer halben Stunde mit 0:2 in Rückstand und waren nur noch zu zehnt. Am Ende gewann Wasserburg mit 5:2. Am Freitagabend waren die Innstädter zwar zu elft, aber einerseits spielen sie nun in der Bayernliga, andererseits war die Hypothek, die sie sich mit drei fatalen Blackouts angehäuft hatten, gegen den FC Gundelfingen zu groß – wie kurz berichtet: „Wir haben die ersten 20 Minuten verpennt“, fasste Trainer Florian Heller die ersten Bayernligaminuten seit vier Jahren zusammen.

Die Tiefschlafphase vor 456 Zuschauern dauerte genau genommen 25 Minuten, denn zu diesem Zeitpunkt erzielte Simon Achatz das 3:0 für die Gäste. Wie den ersten beiden Toren ging ein folgenschwerer Fehler voraus. Dominik Köck war an der Mittellinie ein Gundelfinger Befreiungsschlag durchgerutscht, sodass Achatz alleine auf das Wasserburger Tor zulaufen konnte. Da Torhüter Lino Volkmer vom Stockfehler seines Mitspielers überrascht weit vor seinem Tor stand, schoss Achatz ins leere Tor ein. „Wir haben für unsere Verhältnisse viel zu leichte Gegentore kassiert, was natürlich auch den Unterschied zum letzten Jahr sichtbar macht“, ärgerte sich Heller. Beim 1:0 durch David Spitzert in der 14. Minute reichte ein weiter Ball von Torhüter Valentin Rommel, um die gesamte Hintermannschaft und Torhüter Volkmer in einer eigentlich harmlosen Szene zu düpieren. Durch den frühen Rückstand waren die Hausherren geschockt und diese Starre nutzte Gundelfingen gnadenlos aus. Achatz brach auf der linken Außenbahn zu leicht durch, trat im Strafraum Simon Fischer auf den Fuß und ging zu Boden. Schiedsrichter Xaver Scheungrab zeigte auf den Punkt und Spitzert verwandelte den umstrittenen Strafstoß (19.). „Man darf einfach nichts hergeben. Man muss einfach schauen, dass man sein Tor im Griff hat“, monierte der Coach.

Wie es hätte gehen können, zeigte auf der Gegenseite David Anzenhofer. Der hölzern wirkende Hüne drosch oder köpfte jeden Ball aus der Gefahrenzone, hielt die Gundelfinger Abwehr zusammen und machte vor allem keine Fehler. Gundelfingen besiegte die Löwen mit einfachen Mitteln. „Wir sind vor allem über die Intensität und Zweikampfführung extrem gut in das Spiel reingekommen. Da war wenig spielerische Qualität dabei, so ehrlich muss man sein“, bilanzierte FCG-Trainer Thomas Rudolph. „Wir haben erst nach dem 0:3 an dem Spiel teilgenommen“, so Heller. Wasserburg gab nie auf und verkürzte in der 33. Minute auf 1:3. Rommel hatte einen Kopfball von Robin Ungerath noch abwehren können, den Abpraller drückte Leander Haunolder über die Linie. „Mit der Reaktion nach dem 0:3 war ich sehr, sehr einverstanden“, zeigte sich der dennoch enttäuschte Heller versöhnlich. Kurz vor der Pause köpfte Jaume Rubio Gonzalez nach einer Ecke freistehend über das Tor (44.).

„Die Jungs haben sich in das Spiel hineingearbeitet. Wir waren nach dem Anschlusstreffer für mein Empfinden die bessere Mannschaft“, so der Coach. Wasserburg dominierte den zweiten Durchgang, Gundelfingen hing teilweise wie ein Boxer in den Seilen, doch sie taumelten nie, da der Anschlusstreffer nicht fallen wollte. „Es fällt leider dieses 2:3 nicht“, grämte sich Heller. Nachdem Rommel ein Schuss von Leon Simeth durch die Hosenträger gerutscht war, rettete der Pfosten (55.) und bei einem Ungerath-Kopfball in der Schlussphase die Latte (83.). Zu allem Überfluss verweigerte der unsichere Schiedsrichter Xaver Scheungrab in der 80. Minute einen klaren Elfmeter nach Foul an Janik Vieregg. „Für uns ging es in der zweiten Halbzeit nur darum, das Ergebnis zu retten“, gab Rudolph unumwunden zu.

Wasserburg: Volkmer, Köck, Grundner, Pichler, Fischer, Stellner, Rubio Gonzalez, Simeth, Haunolder, Ungerath, Egger

Tore: 0:1 David Spitzert (14.), 0:2 David Spitzert (19., Foulelfmeter), 0:3 Simon Achatz (25.), 1:3 Leander Haunolder (33.)

Schiedsrichter: Xaver Scheungrab (FC Aunkirchen)

Zuschauer: 456

JAH

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