Karl Kollmann holt Kreismeister-Titel, Vinzent Leb und Nikolas Pflüger gewinnen Silber

Mit viel Motivation und Teamspirit gingen zehn Nachwuchsleichtathleten des TSV 1880 Wasserburg bei den U14-Kreismeisterschaften Südostoberbayern in Bad Endorf an den Start. Die sechs Mädchen und vier Buben nutzten die überwiegend angenehmen äußeren Bedingungen, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Der Einsatz zahlte sich aus: Am Ende durfte sich das Team der Young Lions über insgesamt vier Medaillen und viele weitere persönliche Bestleistungen freuen.

Karl Kollmann, Vinzent Leb und Nikolas Pflüger (alle Jahrgang 2014) waren aus Wasserburger Sicht die erfolgreichsten Medaillensammler. Mit je einer Gold- und Silbermedaille dekoriert, war das Strahlen auf Karl Kollmanns Gesicht besonders ausgeprägt. Insbesondere nach seinem phänomenalen 800-Meter-Sprint, bei dem er in 2:29,17 Minuten, einer Zeit, die im vergangenen Jahr zum Oberbayerischen Titel gereicht hätte, seine Konkurrenz in Grund und Boden lief. Dabei fing Karls erster Leichtathletik-Wettkampf alles andere als optimal an. Im 60-Meter-Hürdensprint meisterte er noch die ersten Hürden, wurde jedoch plötzlich kürzer in seinen Schritten. Infolgedessen war der Abstand zur dritten Hürde zu eng, wodurch er einhakte und zu Fall kam. Trotz Schmerzen lief er noch ins Ziel und musste sich im Anschluss medizinisch behandeln lassen. Glücklicherweise konnte er beim 75-Meter-Sprint bereits wieder antreten und holte sich hier in starken 10,97 Sekunden den Vizemeister-Titel hinter Julius Manzenrieder vom Kirchheimer SC (10,68 Sekunden. Nach diesem Erfolg war der missglückte Hürdensprint kein Thema mehr und entschlossen gingen er und sein Teamkollege Vinzent Leb beim abschließenden 800-Meter-Sprint an den Start. Hier gewann Karl mit über 15 Sekunden Vorsprung vor Vinzent, der sich in einem wahren Schlussspurt in 2:45,63 Minuten den Vizetitel erkämpfte, die Goldmedaille.

Für Vinzent war es nicht die einzige Medaille, die er an diesem Wettkampftag einheimste. Erstmals sprintete er die komplette Hürdendistanz im sogenannten „Dreierrhythmus“ mit jeweils vier Kontakten zwischen zwei Hürden durch, wodurch er in 11,68 Sekunden seine persönliche Bestzeit (PB) von bisher 12,03 Sekunden, die er im Vormonat in Kirchheim aufstellte, gleich um knapp vier Zehntel-Sekunden pulverisierte. Damit durfte Vinzent bei der Siegerehrung als Zweiter erneut aufs Podest steigen. Seine gute Form unterstrich er im Kugelstoßen mit der 3-Kilo-Kugel, wo er mit einer Weite von 6,38 Metern erstmals über der 6-Meter-Marke blieb und als guter Vierter die Bronzemedaille nur um knappe zehn Zentimeter verpasste.

In dieser Disziplin feierte Nikolas Pflüger seinen größten Erfolg in der Freiluftsaison. Er stieß die Kugel auf 6,58 Meter und wurde Vizemeister der Altersklasse der männlichen Jugend M12 hinter dem unangefochtenen Sieger Ibrahim Jamal (9,97 Meter/LG Oberland). Nikolas, der sich eher im Wurf als im Sprint zu Hause fühlt, konnte im 75-Meter-Sprint in 11,95 Sekunden als Neunter immerhin eine Hand voll seiner Konkurrenten hinter sich lassen. Emil Kappel, der noch etwas im Trainingsrückstand ist, wurde guter Fünfter im Kugelstoßen. Mit 6,09 Metern blieb er zwar etwas unter seiner PB, konnte diese dafür im 75-Meter-Sprint auf eine Zeit von 12,41 Sekunden steigern. Als jüngstes 4-mal-75-Meter-Quartett erreichte die männliche Wasserburger Staffel um Vinzent, Emil, Karl und Nikolas Rang fünf in 44,18 Sekunden.

Im Kugelstoßbewerb der weiblichen Jugend W12 gingen insgesamt 16 Teilnehmerinnen an den Start. Mit Rang fünf und einer gestoßenen Weite von 6,68 Metern im zweiten Versuch zeigte die Ukrainerin Yeseniia Moroz eine gute Leistung. Etwa doppelt so viele Mädchen starteten im 75-Meter-Sprint – hier holte sich Yeseniia mit neuer PB von 11,48 Sekunden ebenfalls Rang fünf. Lediglich sieben Hundertstel-Sekunden fehlten ihr auf die Bronzemedaille. Die Pfaffingerin Marie Mohr durfte sich über eine neue PB von 12,28 Sekunden im 60-Meter-Hürdensprint W12 freuen. Unter den 27 Teilnehmerinnen wurde sie starke Fünfte. Es fehlten ihr nur 14 Hundertstel aufs Podium. Direkt hinter Marie landeten ihre Teamkolleginnen Hannah Rieg, Ophelia May (beide 12,42 Sekunden) sowie Yeseniia (12,48 Sekunden) auf den Plätzen 6 beziehungsweise 8 – jedes der Mädchen mit neuer PB.

Bevor es auch im Hochsprungbewerb der W12 neue PB regnen konnte, führte ein intensiver Regenschauer zu einer mehrminütigen Wettkampfunterbrechung. Von diesem ließen sich die vier TSV-Damen jedoch nicht beeindrucken und zeigten ansprechende Leistungen. Fürs Podium (1,20 Meter) reichte es zwar knapp nicht für Ursula Linner (1,17 Meter/PB/Rang 6), Ophelia May, Hannah Rieg (beide 1,17 Meter/PB/Rang 8, mehr Fehlversuche als Ursula) sowie Marie Mohr (1,14 Meter/PB/Rang 12), bei allen Mädchen waren jedoch technische Fortschritte erkennbar, die zwangsläufig in einigen neuen Bestleistungen mündeten.

Mit Startläuferin Hannah, Marie, Ophelia und Schlussläuferin Yeseniia hatte der TSV 1880 Wasserburg auch bei den Mädchen eine 4-mal-75m-Staffel am Start. Trotz ihrer Unerfahrenheit (als einzige aller teilnehmenden Staffeln bestand diese durchweg aus Sprinterinnen des Jahrgangs 2014), liefen die vier in 44,73 Sekunden zu Rang 10 von 14 Staffeln.

Linda Höchstetter, einzige TSV-Starterin in der höheren Altersklasse der Jugendlichen W13, machte zuletzt durch gute Diskuswürfe im Training auf sich aufmerksam und durfte sich hier erstmals im Wettkampf beweisen. Zunächst zeigte sie beim Einwerfen aus der einfachen Drehung zwei hervorragende Würfe, konnte diese jedoch im eigentlichen Wettkampf nicht mehr abrufen. So verpasste sie als Fünfte mit 15,99 Meter leider eine mögliche Medaille. Nichts desto trotz darf sie mit ihrer Leistung zufrieden sein – darauf lässt sich aufbauen. Zu Unverständnis bei Athletin, Trainer und Anhang kam es nach dem Kugelstoßbewerb: Zunächst stieß Linda die 3-Kilogramm-Kugel auf eine neue PB von 6,19 Metern und wurde nach drei Versuchen als Neunte geführt – was den verpassten Finaleinzug bedeutete. Bei Sichtung der im Nachgang ausgedruckten Ergebnislisten wurde offensichtlich, dass es bei der Ergebnisprotokollierung durch die Kampfrichter zu einem Fehler kam. Eine außer Wertung startende Athletin wurde versehentlich vor Linda geführt, wodurch ihr letztlich die Teilnahme am Finale mit drei weiteren Versuchen verwehrt blieb. Immerhin konnte sich Linda über ihren ersten Stoß über 6 Meter freuen.

Bevor es für die Wettkämpfer in die Sommerferien geht, stehen in etwas mehr als zwei Wochen noch die Oberbayerischen Blockmehrkampf-Meisterschaften in Aschheim auf dem Terminplan. Auch hier wollen die Buben und Mädchen weitere persönliche Bestleistungen aufstellen und vielleicht um die begehrten Medaillen ein Wörtchen mitreden.

Übrigens: Das Wettkampf-Team hat noch Plätze frei für sportbegeisterte und wettkampfambitionierte Jungen der Jahrgänge 2014 und 2015. Gerne besteht die Möglichkeit zu einem Schnuppertraining – Kontakt über Trainer Marinus LA-WASSERBURG@T-ONLINE.DE.

MZ

 

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