Zu den Arbeiten des Staatlichen Bauamtes Rosenheim beim Finanzamt in Ebersberg

Was als kleinere Sanierungs-Maßnahme beim Ebersberger Finanzamt im Zuge des Dachgeschoss-Ausbaus geplant war, stellte sich als umfangreich heraus: Trotz sorgfältiger Voruntersuchungen waren die Schäden, die bei der vollständigen Offenlegung sichtbar wurden, stellenweise wesentlich massiver als gedacht. Ohne eine aufwendige Sanierung, zusätzliche Verstärkungen und Reparaturen, erklärt das zuständige Staatliche Bauamt Rosenheim am heutigen Mittwoch, hätte der historische Dachstuhl nicht erhalten werden können. Nach Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege war dies jedoch das erklärte Ziel. Auch wenn sich dadurch die geplante Fertigstellung absehbar verzögerte. Inzwischen konnten sämtliche Sanierungsarbeiten abgeschlossen werden. 

Zunächst mussten eine Vielzahl nachträglicher Einbauten, die im Dachstuhl vorgenommen wurden, rückgebaut werden. Anschließend wurde die beschädigte Konstruktion des Dachstuhls vollständig repariert und fehlende Teile ersetzt.

Dadurch konnte die Stabilität des Dachstuhls dauerhaft gesichert werden. Da die bestehenden Dachgauben in einem sehr schlechten baulichen Zustand waren, wurden sie in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege ersetzt und zugleich weitere Gauben ergänzt, um dem Gebäude ein einheitliches Erscheinungsbild zu geben und das Dachgeschoss in Zukunft wieder nutzbar zu machen.

Die großen Schäden am historischen Dachstuhl vor der Sanierung.

Ein weiterer Teil der Arbeiten waren Sanierungen an der Fassade sowie an der äußeren Dachdeckung. An der Fassade wurden Fenster stellenweise repariert und neu gestrichen, ebenso die Fensterläden. Auch die Putzfassade wurde in Teilen ausgebessert und neu gestrichen. Als Vorlage für die Farbgebung dienten historische Vorlagen, Farbfassungen, die in sogenannten „Sondagen“ schichtweise freigelegt wurden.

Bei der äußeren Dachdeckung wurde nach bauhistorischem Befund eine Deckung mit Biberschwanzziegeln verwendet. Im Zuge der umfangreichen Sanierung konnten außerdem energetisch wirksame Maßnahmen umgesetzt werden, beispielsweise wurde eine zusätzliche Dämmschicht zwischen den Sparren des Daches eingebracht sowie die Fenster erneuert. Und auch ein Aufzug wurde eingebaut, um alle Geschosse des Gebäudes künftig barrierefrei zugänglich zu machen. Und das alles weitgehend unbemerkt: Trotz der umfangreichen Arbeiten lief der Betrieb im Finanzamt Ebersberg nahezu uneingeschränkt weiter.

Durch die Dachsanierung, die energetische Ertüchtigung und der barrierefreien Erschließung steht einer weiteren Nutzung des Dachgeschosses des Gebäudes nun nichts mehr im Weg.

Die Planungen für den Dachausbau sind bereits in Vorbereitung. Neben neuen Arbeitsplätzen sollen im Dachgeschoss ein Besprechungsraum sowie ein neuer Aufenthaltsraum für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Finanzamtes entstehen.

Das Gebäude des Finanzamts Ebersberg am Schlossplatz blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Es ist Teil des historisch gewachsenen Ebersberger Klosterbezirks – ein Ensemble, das bis in das neunte Jahrhundert reicht. Das Finanzamt ist im rechten Teil des Konventgebäudes untergebracht. 

Fotos: Staatliches Bauamt Rosenheim

Hintergrund:

Die gesamte Maßnahme wurde restauratorisch begleitet und ist mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt: Zur Ermittlung des Alters der Dachkonstruktion wurde eine sogenanntes Dendochronologie und ein bauhistorischer Befund erstellt. Die ältesten Dachstuhl-, Trauf- und Zerrbalkenbalken sind aus der Bauphase des Gebäudes nach 1781, als das Gebäude nach einem großen Brand wieder aufgebaut wurde.

 

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