Der „Wasserburger Klaviersommer“ ist jetzt Geschichte

Ein wenig Wehmut stand dem künstlerischen Leiter des „Wasserburger Klaviersommers“, Prof. Klaus Kaufmann, schon ins Gesicht geschrieben gewesen zu sein, als sich zum letzten Male nach 24 Jahren die Bühne dem Klaviersommer öffnete.

Am Vormittag, beim Kinderklaviersommer, hatten bereits 20 junge Talente ihr Können zeigen können, doch nun verabschiedete sich der Begründer und Begleiter des Wasserburger Klaviersommers, Prof. Klaus Kaufmann, auch persönlich von seinem Publikum.

Und trotz der Hitze waren viele erschienen: Klaus Kaufmann hatte für seinen letzten Klavierabend aber auch viel aufgeboten:

Da ist zunächst der Moderator Harald Schmidt zu nennen, den man ja aus dem Fernsehen gut kennt (unter anderem „Schmidteinander“, „Die Harald-Schmidt-Show“)

Harald Schmidt moderierte mit dem ihm eigenen Humor und seiner unnahahmlichen Schlagfertigkeit diese letzte Veranstaltung. Zunächst las er Max von Schillings „Hexenlied“, wobei Rita Kaufmann am Klavier den musikalischen Teil lieferte. In dieser Ballade geht es um Schuld, Sünde, Sühne und Liebe.

„Du aber bist gut“, hört man Harald Schmidt vortragen, „Du kannst noch weinen!“ 

Max von Schillings starb 1933, war den neuen Machthabern in Deutschland aber durchaus zugetan.

In einem zweiten Teil trat zunächst der Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Bastian Wernthaler, ans Mikrofon und bedankte sich bei Klaus Kaufmann für 24 Jahre Wasserburger Klaviersommer. Kaufmann habe ein Forum etabliert, in dem junge angehende Pianisten mit erfahrenen Künstlern gemeinsam üben, auftreten und ihr Können zu präsentieren verstanden.

Seit 2015 sei Kaufmann auch der Träger der höchsten Auszeichnung, die die Stadt Wasserburg vergeben könne, der Joseph-Heiserer-Medaille. Der Wasserburger Klaviersommer sei von Klaus Kaufmann stets hervorragend organisiert worden, der Begriff „Klaviersommer“ stehe förmlich für Wasserburg. 

Der bekannte Bariton Carl Rumstadt war angereist, um Klaus Kaufmann zu würdigen. Begleitet von Rita Kaufmann am Klavier sang er Franz Schuberts „Ade, Du muntre Stadt“ aus dem berühmten Liederzyklus „Schwanengesang“. Und dann stand Klaus Kaufmann dem Moderator Harald Schmidt Rede und Antwort: Und hier bedankte sich Klaus Kaufmann bei allen Partnern, die den Klaviersommer so erfolgreich werden ließen, aber auch so einmalig blieben: Da ist zuvörderst die „Akademie der Sozialverwaltung“ in Wasserburg zu nennen, die den jungen Talenten des Klaviersommers stets ihre Internatsplätze angeboten hatte, weil der Klaviersommer immer in den Sommerferien stattfand. Das sei ein Vorteil in Bayern, meinte Kaufmann, weil hier die Ferien immer im August seien. Harald Schmidt warf immer wieder kleine Bonmots ein und sagte nur, dass es schrecklich sei in Nordrhein-Westfalen, weil da so häufig die Ferien mit zahlreichen Regentagen zusammenfielen.

Er habe auch Klavier lernen wollen, ergänzte Schmidt launig, aber er habe feststellen müssen, dass er eine „Elfenbeinallergie“ habe.

Ob es beim Wasserburger Klaviersommer „highlights“ gegeben habe, wollte Schmidt von Kaufmann wissen, doch der entgegnete diplomatisch, dass eigentlich jeder Klaviersommer ein highlight gewesen sei.

Die Covid19-Pandemie 2020/2021 sei ein erheblicher Einschnitt gewesen, danach sei es ihm nicht mehr so recht gelungen, den Wasserburger Klaviersommer wie vorher hochzufahren. Dann nennt Kaufmann noch ein Paar, das den Wasserburger Klaviersommer in der jüngsten Zeit mit seinen Auftritten eneorm bereichert habe: Yaara Tal und Andreas Groethuysen, „das war ein Super Klavier Duo“, schwärmte Kaufmann.

Aber auch an diesem letzten Klaviersommerabend kamen einige renommierte, aber auch junge Künstler dazu, ihr Können zum Besten zu geben:

Neben Rita Kaufmann am Klavier und dem Bariton Carl Rumstadt zeigten Jiayin Li, Fang Shen, Dasom Woo und Luis Juarez ihr Können am Klavier. Harald Schmidt war vom Klavierspiel von Rita Kaufmann derart angetan, dass er laut verkündete: „Wenn Du spielst, braucht man kein Orchester mehr!“

Zum Abschluss sang Carl Rumstadt den Song: „Sag beim Abschied leise Servus“. Danach verabschiedete die Kulturreferentin der Stadt Wasserburg, Edith Stürmlinger, Klaus Kaufmann mit Blumen und bedankte sich bei ihm für 24 Jahre Klaviersommer und bei den Künstlern für ihren Beitrag. „Mit diesen Rosen möchte ich Euch unsere Liebe zum Klaviersommer zeigen“, meinte Stürmlinger wehmütig. „Ich sag leise servus, aber auch Auf Wiedersehen“, schloss sie ihre Laudatio.

Lang anhaltender Applaus und standing ovations beendeten diesen letzten Abend des Wasserburger Klaviersommers und die Wehmut stand nunmehr nicht nur Klaus Kaufmann ins Gesicht geschrieben.

Man kann Rita und Klaus Kaufmann nur von Herzen für ihr langjähriges hoch erfolgreiches Engagement rund um den Wasserburger Klaviersommer  danken. Eine Lücke im kulturellen Kalender der Innstadt wird es in jedem Falle reißen.

PETER RINK

Prof. Klaus Kaufmann.

 

 

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