Letzter Wasserburger Klaviersommer höchst gelungen eröffnet

Seit 2002 fand er alljährlich statt: Der Wasserburger Klaviersommer. Professor Klaus Kaufmann, Hochschullehrer am Salzburger Mozarteum, rief ihn vor 24 Jahren ins Leben: Junge Klavierspieler, Nachwuchstalente sozusagen, zeigen den Stand ihres Könnens. Jahrelang gab es eine gute Zusammenarbeit mit dem Wasserburger Theater und dem Luitpold-Gymnasium, nach der Covid19-Pandemie ein sehr gutes Miteinander mit dem Inn-Salzach-Klinikum.Im Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums wurde nun der letzte Wasserburger Klaviersommer eröffnet.

Klaus Kaufmann begrüßte das Publikum, das der großen Hitze an diesem Abend trotzte und das Klavierspiel der chinesischen Pianistin und Professorin für Klavier und Klavierdidaktik am Salzburger Mozarteum, Lei Meng, genießen wollte. Er wies in seiner Begrüßung darauf hin, dass es auch eine Ironie des Schicksals sein könnte, dass der Sommer auch in Wasserburg mit sehr hohen Temperaturen beginne und der Wasserburger Klaviersommer leider ende.

Es klang bei Klaus Kaufmann ein wenig Wehmut durch, als er die Künstlerin des Abends, Lei Meng, ankündigte. Sie betreue seit vielen Jahren den Kinderklaviersommer und sei nun Professorin am Salzburger Mozarteum. Klaus Kaufmann hätte sie sicher gerne als seine Nachfolgerin in der künstlerischen Leitung des Wasserburger Klaviersommers gesehen. Aber, wie er selbst in der Ankündigung für den diesjährigen Klaviersommer gschrieben hat, „Jedes Ding hat seine Zeit“.

Nach der Begrüßung setzte sich Lei Meng an den Flügel im Festsaal des Inn-Salzach-Klinikums. Notenblätter hatte sie keine dabei, sie spielte alles auswendig und begann sofort mit Ludwig van Beethovens „Waldsteinsonate“, die Beethoven Ende 1803 komponierte, zu einer Zeit, als er auch an seiner Oper „Fidelio“ arbeitete.

Das Thema der Waldsteinsonate wird eingeleitet von einem klopfenden C-Dur-Dreiklang. Diese Herausforderung, die auch manchen Virtuosen vor sehr hohe Hürden zu stellen vermag, bewältigte Lei Meng mit excellentem Klavierspiel und hoher Selbstdisziplin. Der Ruf der Waldsteinsonate, Züge eines Klavierkonzerts ohne Orchester zu tragen, wurde bei dem Spiel von Lei Meng musikalische Wirklichkeit. Das Publikum war hingerissen von derartiger Virtuosität und Hingabe. 

Im Anschluss daran spielte Lei Meng die Arabeske (op. 18) von Robert Schumann. Bei dem leicht und zart zu spielenden Stück in C-Dur handelt es sich um ein Rondo, das Lei Meng mit hinreißender Verspieltheit und hoher Konzentration zu präsentieren verstand. In zwei ernsten Zwischenspielen kommt es zu einer dynamischen Steigerung des ansonsten eher verhalten wirkenden Stückes, hier wir der Klaviersatz dichter und Lei Meng hat auch diese Herausforderung bravourös gemeistert und das Publikum angenehm verzaubert.

Zum Abschluss des Abends spielte sie noch Variationen und Fuge über ein Thema von Händel (op. 24) von Johannes Brahms. Auch hier überzeugte Lei Meng durch ihr erfrischendes mitreißendes Pianospiel. Lang anhaltender Applaus und große Freude über eine anschließendes gebotene Zugabe beendeten den Abend.

Man konnte an diesem Klavierabend schon ein wenig wehmütig werden, wissend, dass es der letzte Klaviersommer sein würde.

PETER RINK

 

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