Auch im digitalen Raum - Zum Tag der gewaltfreien Erziehung

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Dieses Recht ist im Paragraph 1631 BGB verankert und umfasst Schutz, Förderung und Beteiligung. Anlässlich des Tags der gewaltfreien Erziehung am 30. April macht der Kinderschutzbund Rosenheim darauf aufmerksam, dass Gewalt heute zunehmend auch digital stattfindet – oft unbemerkt von Erwachsenen.

Beleidigungen in Chats, Bloßstellen in sozialen Netzwerken oder das gezielte Ausgrenzen in Klassengruppen: Digitale Gewalt gehört für viele Kinder und Jugendliche inzwischen zum Alltag. „Wir erleben in unseren Beratungen, am Kinder- und Jugendtelefon sowie am Elterntelefon, dass digitale Gewalt immer häufiger Thema ist“, berichten Barbara Heuel und Magdalena Restle, Geschäftsleitung des Kinderschutzbundes Rosenheim.

Eltern stehen dabei vor großen Herausforderungen. Viele wissen nicht, was ihre Kinder alles online erleben – oder wie sie reagieren sollen. Der Kinderschutzbund setzt hier bewusst auf Unterstützung statt Schuldzuweisung. Entscheidend ist, dass Eltern Interesse am digitalen Leben ihrer Kinder zeigen, gemeinsam Regeln für die Nutzung von Medien entwickeln und vor allem im Gespräch bleiben. Kinder brauchen das Gefühl: Es gibt nichts, worüber ich nicht sprechen darf.

„Eltern stehen angesichts der Herausforderungen in der Erziehung nicht alleine da. Wir vom Kinderschutzbund sehen es als unsere Aufgabe, ihnen mit vielfältigen Angeboten zur Seite zu stehen“, betonen Heuel und Restle.

Dazu zählen neben individuellen Beratungen oder dem Austausch in den Familientreffpunkten auch das Kinder- und Jugendtelefon (Nummer gegen Kummer: 116 111) sowie das Elterntelefon (0800/111 0 550), beides anonym, vertraulich und kostenfrei. Mit Vorträgen und Elternkursen wie „Starke Eltern – Starke Kinder“ und Projekten wie den „Rosenheimer Medienfüchsen“ zur Förderung der Medienkompetenz in dritten bis sechsten Klassen unterstützt der Kinderschutzbund Familien ganz konkret im Alltag.

Die zentrale Botschaft: Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche – sondern von Verantwortung. Eltern dürfen Fehler machen. Entscheidend ist, wie sie damit umgehen und was sie daraus lernen.

Barbara Heuel und Magdalena Restle ermutigen alle Eltern: „Sprechen Sie mit Ihrem Kind und suchen Sie sich Unterstützung oder Gleichgesinnte, bevor aus kleinen Problemen ernsthafte Krisen werden.“

Bild: Kinderschutzbund

Schaufenster