Bürgerversammlung gestern Abend in Pfaffing: Unser Blick auf die Bürger am Mikro
Recht gut besucht war der Gemeindesaal in Pfaffing am gestrigen Abend – zur Bürgerversammlung. Steht die Kommune doch vor vielen Herausforderung in naher Zukunft. Das wurde einmal mehr deutlich bei des Bürgermeisters Ausführungen: Vom Grundwasser und der Kläranlage über die kommunale Wärmeplanung und die Windenergie bis hin zur Schule, neuen Geh- und Radlwegen oder bis zum Pfaffinger Finanzhaushalt, der noch nicht verabschiedet ist.
Wie Josef Niedermeier betonte, stehe dabei das im absoluten Mittelpunkt: Ein neues Gesamtkonzept für den Ort Pfaffing zur Nahversorgung – sprich Einkaufsmarkt – zum neuen „Bildungscampus“, so Niedermeier – und zum Wohnen im Alter. Geradezu ein Meilenstein sei das, wie es ja schon im vergangenen Jahr und im Jahr davor dazu geheißen hatte …
Fotos: Renate Drax
Die Präsentation im Gemeindesaal hatte der Rathauschef Niedermeier bereits am gestrigen Nachmittag eigens schon einmal gehalten – vor allem, um es den gerade älteren Mitbürgern Pfaffings zu erleichtern, auch dabei zu sein. 35 waren hier gekommen.
Zukunft entstehe nicht aus Gewohnheit, „sondern aus dem Mut, anders zu denken“ – diese Worte hatte Pfaffings Bürgermeister wie schon im vergangenen Jahr auch diesmal an den Beginn der Versammlung gestern Abend gestellt. Mutig ans Mikro traten dann einige Bürger …
Zum Foto oben:
Renate Perl (am Mikro) wollte unter anderem wissen, wie es mit einem Jugend-Gemeinderat in Pfaffing ausschaue so wie in anderen Gemeinden? Nachdem mehr Bürgerbeteiligung ja ein Ziel der Gemeinde sei, wie es Bürgermeister Josef Niedermeier zuvor erwähnt hatte. Dieser antwortete, er wolle das mit dem neu gewählten Gemeinderats-Gremium diskutieren.
Sie fragte außerdem zur hohen Grundsteuer nach und ob man nicht die Pfaffinger Filzen auf den neuen Radlweg-Schildern ergänzen könne. Zudem fand Renate Perl beim Thema kommunale Wärmeplanung für Pfaffing die angedachte Monopol-Stellung eines privaten Betreibers „gruselig“, wie sie sagte. Jeder Einzelne am Ort müsse das selber für sich checken, so der Bürgermeister. „Gruselig“ finde er – im Gegensatz zu einem regionalen Betreiber-Vertrag – die globalen Krisen auf dem Weltmarkt, denen man auch ausgeliefert sei.
Gisela Hiebl (im Bild oben) fragte nach, was aus ihrer Kritik aus dem vergangenen Jahr an dem Radweg zwischen Pfaffing und Lehen geworden sei? Nein, nicht an dem neuen Teilstück ab Steinhart (wir berichteten) gebe es etwas zum Aussetzen, sondern sie kritisierte einmal mehr die Radweg-Engstelle vor Steinhart im Bereich der Attler Brücke.
Da bliebe nur mehr der Ausweg zurück auf die Straße, so Gisela Hiebl. Sie fragte noch mal nach, ob da nicht die Situation geändert werden könne?
Bürgermeister Niedermeier (Foto unten) erklärte daraufhin, man habe das im Blick, könne aber leider nichts machen. Feststehe nämlich, dass es definitiv keine neue Attler Brücke geben werde. Und ein Breitermachen des Radlwegs sei an der Stelle nicht möglich.
Zum bestehenden Pfaffinger Regenrückhaltebecken fragte Gisela Hiebl, warum das Grün vom Beton entfernt worden sei – das hätte doch schöner und natürlicher ausgeschaut. Bürgermeister Niedermeier erklärte, es handle sich um eine technische Einrichtung und die habe zu funktionieren, da habe man einiges Grün entfernen lassen von der Gemeinde, damit das Becken seinen Zweck erfüllen könne. Aber man plane eine Neugestaltung und dann würde es optisch auch wieder schöner …
Während Simone Weith (Foto unten) wissen wollte, was mit dem Klärschlamm in Pfaffing passiere …
… fragte Peter Lorenz (Foto unten am Mikro) nach, warum es bei der Agri-PV-Anlage in Hart bei Lehen keine Bürgerbeteiligung wie in anderen Gemeinden gebe? Bürgermeister Niedermeier betonte, dass es sich hier zu 100 Prozent um eine private Anlage der Firma Alpenhain handele.
Christine Zollner (Foto unten) wiederum sah die PV-Anlage in Hart ohnehin kritisch – es sei doch nun einfach so ein Präzedenzfall für alle nachfolgenden interessierten Landwirte zum Beispiel. „Wer sagt denn jetzt in Zukunft, du darfst und du darfst ned?“ fragte Christine Zollner. Wie wolle denn die Gemeinde Pfaffing jetzt noch fair sein?
Bürgermeister Niedermeier erklärte, man wolle genau analysieren, wo etwas möglich sei und wo nicht. Der neue Gemeinderat werde sich damit zu befassen haben.
Auch Pfaffings Pfarrer Josef Huber (Foto unten) meldete sich gestern zu Wort: Er wollte wissen, was denn nun mit dem Rauchbart-Haus an der Hauptstraße geschehe. Hintergrund: Es ist das älteste Haus in Pfaffings Ortszentrum und gehört seit Jahren – leerstehend – der Gemeinde.
Auch interessierte den Geistlichen, was nun am Kirchplatz 2 geplant sei?
Das sei alles noch offen, erklärte der Rathauschef. Beim Rauchbart-Haus habe man sich fürs „Wohnen für Generationen“ entschieden. Doch während die einen sagen würden, das Haus müsse weggeschoben werden – sagen die anderen, es müsse unbedingt erhalten bleiben, deutete er Konflikt-Potenzial an. Man wolle nun mit ortsnahen Architekten sprechen, so der Bürgermeister.
Zum Kirchplatz 2 sagte Niedermeier dagegen deutlich, die Substanz sei so fertig – „da magst ned drin wohnen“.
Absolut nicht zufrieden zeigte sich Sepp Hartl (im Bild unten vorne mit Mikro) mit der aktuellen Planung der neuen Straße beim neuen Nahversorger-Zentrum am Pfaffinger Ortsbeginn. Seiner Ansicht nach sei die Mehrbelastung durch ein höheres Verkehrsaufkommen – Schulbusse, An- und Abfahrer Einkaufen, Schule, Kindergarten – nicht wirklich berücksichtigt, nicht dargestellt. Das gehöre in den ersten Plan und nicht in den letzten, so seine Ansicht, als der Bürgermeister darauf hinwies, dass da schon eine leistungsfähige Straße gedacht sei, aber die Zeit habe gefehlt bislang zur konkreten Darstellung.
Michael Stöttner (Foto unten links) schließlich wollte es konkreter wissen zu der Berichts-Anmerkung des Bürgermeisters im Vorfeld, es würden sich einige Ärzte für Pfaffing interessieren. Um wen es sich da handele, welche Fachrichtung? So fragte Stöttner. Niedermeier sagte, es sei zum Beispiel ein Zahnarzt gewesen.
Auch er erläuterte zu manchen Fragen der Bürger – Pfaffings geschäftsführender Beamter, Christian Thomas (Bild unten am Mikro).
Weiterer Bericht zur Bürgerversammlung folgt.
Schaufenster











Hinterlassen Sie einen Kommentar