Viele interessierte Bürger beim Vortrag vom Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer
Einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitswesen erhielten interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie viele anwesende Kreistagskandidaten kürzlich bei einer Informationsveranstaltung in Stauden.
Der Landtagsabgeordnete Sascha Schnürer machte deutlich, dass in der Region Mühldorf und Waldkraiburg eine Unterversorgung bei den Hausärzten droht. Der Versorgungsgrad liege derzeit bei 83 Prozent. Der Freistaat Bayern sei sich der Problematik bewusst und habe bereits reagiert – unter anderem mit Niederlassungsförderungen, Stipendienprogrammen und weiteren finanziellen Anreizen, um junge Mediziner für den ländlichen Raum zu gewinnen.
Auch der klassische Notarztbetrieb bereite Sorgen. Aufgrund der Altersstruktur vieler Notärzte sei die langfristige Sicherstellung gefährdet. Neben Bemühungen, Nachwuchsmediziner zu gewinnen, laufen Pilotprojekte, die eine erweiterte Ausbildung von Rettungssanitätern vorsehen. Sie sollen die Erstversorgung vor Ort vornehmen und Patienten gezielt weitervermitteln.
Ein klares Bekenntnis für die CSU gab es zudem zum Thema Zahnersatz. Niemand dürfe am Zustand der Zähne erkennen können, aus welchen finanziellen oder sozialen Verhältnissen jemand stammt.
Um die Diskussion mit lokalen Perspektiven zu ergänzen, beteiligten sich die Haager Kreistagskandidaten Ludwig Schletter, Stefan Högenauer und Klaus Breitreiner.
Stefan Högenauer zog eine Bilanz zur medizinischen Versorgung vor Ort. Positiv nannte er mehrere Hausärzte, ein neues und gut aufgestelltes Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) sowie verschiedene Fachärzte – darunter Orthopäden, ein Augenarzt, ein Kinder- und Jugendarzt und mehrere Zahnärzte. Auch im Bereich Naturheilkunde sei Haag gut aufgestellt. Besonders wichtig sei zudem die Notarztstation. Defizite gebe es hingegen bei einem HNO-Arzt – die Praxis sei aufgegeben worden. Auch ein Hautarzt, ein Frauenarzt und ein Radiologe würden das Angebot sinnvoll ergänzen. Allerdings unterliege die ärztliche Niederlassung einer Bedarfsplanung, auf die die Kommune nur begrenzten Einfluss habe.
Ludwig Schletter berichtete als Bauherr über den Stand des neuen Ärztehauses. Im Erdgeschoss ist eine große, moderne und barrierefreie Apotheke geplant. Für die oberen Etagen laufen Gespräche mit mehreren Ärzten; verbindliche Mietverträge seien jedoch noch nicht unterzeichnet, um flexibel im Zeitplan zu bleiben.
Besonderes Augenmerk liege auf der Parksituation: Eine Tiefgarage mit nahezu 100 Stellplätzen soll den Parkdruck am Bräuhausplatz spürbar reduzieren. Zusätzlich sind weitere Parkmöglichkeiten direkt vor dem Gebäude vorgesehen.

Zum Abschluss zog Sascha Schnürer ein insgesamt positives Fazit. Technologisch sei das deutsche Gesundheitssystem international führend, was sich auch in der weltweiten Nachfrage nach deutschem Know-how zeige. Die zentrale Herausforderung liege in der Finanzierung, da Innovationen und moderne Behandlungsmethoden mit hohen Kosten verbunden seien. „Das ist das, was die Menschen vor Ort spüren: dass sie bei Behandlung eine hohe Qualität bekommen, aber oftmals sehr lange Wartezeiten haben. Wir operieren auf höchstem Niveau, aber einen Termin zu bekommen, ist nicht immer einfach und auch bei der Nachversorgung haben wir Probleme – hier müssen wir nachbessern, entweder in der Finanzierung oder in der Effizienz oder wir müssen unsere Ansprüche senken.“

Ortsvorsitzender Stefan Högenauer dankte abschließend der Social-Media-Beauftragten der CSU, Annalena Hangl, für die Moderation sowie allen Gästen für ihre Beiträge.
KB
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