Kreisverband Rosenheim-Land organisierte Veranstaltung im neuen „Das Wasserburg Hotel"

Die Mittelstandsunion des Landkreises Rosenheim traf sich im neuen „Das Wasserburg Hotel“ zu einer Informationsveranstaltung. Thema des Abends: „Gestalten statt verwalten.“ Mit dabei in Wasserburg war Landrat Otto Lederer (links), der in seinem Referat auf die Bedeutung des Mittelstandes für die Wirtschaft einging. Kernaussage von Lederer: „In Deutschland haben wir uns leider angewöhnt, die Verteilung von Sozialleistungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen. Dabei wird meistens vergessen, wo das Geld eigentlich herkommt.“
Der Vorsitzende der Mittelstandsunion in Rosenheim-Land, Dr. Max von Bredow (rechts), begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste im „Das Wasserburg Hotel“. Zunächst bedankte er sich beim Geschäftsführer der Zosseder GmbH, Simon Zosseder, für die Gastfreundschaft an diesem Abend. Und er begrüßte auch die Direktorin von „Das Wasserburg Hotel“, Conny Baranowski. Baranowski und Zosseder führten die Gäste zunächst durch das neue Gebäude und jeder konnte sich davon überzeugen, dass hier ein Hotel entstanden ist, das sich in Wasserburg fest etablieren wird.
Landrat Otto Lederer ergriff dann das Wort und bedankte sich seinerseits bei Simon Zosseder für dessen Gastfreundschaft. In einem kurzen Impulsreferat sprach er über die Bedeutung des mittelständischen Unternehmers für unsere Gesellschaft. Zosseder gehöre zu den Unternehmern, „die etwas unternehmen“. Und damit sei er beim Motto dieses Abends, „Gestalten statt verwalten“. In Deutschland hätten wir uns leider auch angewöhnt, die Verteilung von Sozialleistungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen. Aber jeder Euro, der verteilt werden soll, müsse zuerst erwirtschaftet werden. „Und da wären wir bei den zentralen Fragen unserer Gegenwart: Die Steuerbelastung in Deutschland ist sehr hoch, die Energiekosten und die Lohnnebenkosten ebenfalls und wir haben einen nicht zu unterschätzenden Fachkräftemangel.“
Was könne hier ein Landrat tun, fragte Lederer, und gab einen Einblick in Initiativen des Landkreises Rosenheim. Das Rosenheimer Land sei geprägt vom Mittelstand, also sei er auf die Handwerkskammer zugegangen und habe erfahren wollen, welche Initiativen die Handwerkerschaft wohl am dringendsten benötige.
„Wir benötigen bei uns gut ausgestattete berufliche Schulen, damit die Bildung und Ausbildung auch abseits der großen Zentren gut gefördert werden können.“ Und so habe der Landkreis Rosenheim 37 Millionen Euro in die berufliche Schule in Wasserburg und 30 Millionen Euro in die berufliche Schule Bad Aibling investiert, damit die berufliche Bildung zukunftsweisend gestaltet werden könne.
Es gebe auch einen Fachkräftemangel im Bereich der Schulen, betonte Lederer und erinnerte daran, dass in Bad Aibling eine Stelle habe geschaffen werden können für die Ausbildung zum Fachlehrer für Ernährung und Gestaltung.
Aber auch die Möglichkeit einer guten Familienplanung sei für die jüngeren Generation sehr wichtig. Wenn man mit Kindern seinem Beruf weiterhin nachgehen wolle, benötige man einen Platz in einer Kindertagesstätte. Auch deshalb habe er sich „dahintergeklemmt“, dass eine Fachschule für Kinderpflege im Landkreis habe etabliert werden können.
Natürlich sei es auch wichtig, den Unternehmen eine Zukunftssicherheit zu vermitteln. Deshalb sei es unbedingt erforderlich, die Digitalisierung voranzutreiben. Der Landkreis Rosenheim stehe in Bayern gut da. Und deshalb bat er alle Anwesenden, für die Kommunalwahl am 8. März Werbung zu machen. Kommunalpolitik sei der erste Ansprechpartner für die Menschen. So nahe wie seinem Gemeinde- oder Stadtrat sei man einem gewählten Volksvertreter nirgends. Auch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete sei Sache der Gemeinden und er bat alle Anwesenden mitzuhelfen, dass es eine hohe Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 8. März geben könne. Mit der Aufforderung „Nerven Sie die Menschen in Ihrem Bekanntenkreis, damit alle wählen gehen!“, schloss Otto Lederer seine Ausführungen.
An der kleinen Podiumsdiskussion nahm auch der gemeinsame Kandidat von CSU, SPD, Bürgerforum und Bündnis 90 / Die Grünen für das Amt des Ersten Bürgermeisters der Stadt Wasserburg, Bastian Wernthaler, teil. In seinem Statement ging er auf seine bisherigen Aktivitäten im Bereich des Sports ein. Was man im Sport lerne, meinte er, könne man überall, also auch in der Politik, einsetzen. Er denke hierbei an die Notwendigkeit, in Teams zu wirken, aus Niederlagen lernen zu können und dergleichen mehr. Man habe es, wie im Sport, auch in der Politik mit Menschen zu tun. Überall gebe es die gleichen Prinzipien und auch das mache Freude, betonte Wernthaler. Max von Bredow, der die Debatte gekonnt und pragmatisch moderierte, ergänzte noch, dass man aus Niederlagen am meisten lerne und das sei eben hilfreich.
Matthias Eggerl (auf dem Foto oben, Mitte), Mitglied im Bezirkstag und im Kreistag, seinerseits auch Unternehmer, betonte in seinen Ausführungen, dass eine freiheitliche Gesellschaft Menschen benötige, die Initiativen ergreifen wollten und nicht darauf warteten, dass Andere dies täten.
Mit Blick auf unseren Sozialstaat ergänzte er auch, dass jede soziale Leistung, die sehr wichtig für unsere Gesellschaft sei, aber zunächst erst einmal erwirtschaftet werden müsse.
Schließlich erläuterte Simon Zosseder, wie es zu der Idee gekommen sei, in der Tegernau in Wasserburg ein neues Hotel zu bauen. Zunächst habe er Wohnungen für die Mitarbeiter seines Unternehmens errichten wollen, das sei aber mit der Ausweisung des Gebietes als Gewerbegebiet kollidiert. Und da habe er den Rat von Bürgermeister Kölbl beherzigt, ein Hotel zu bauen. Heute wisse er, dass dies die richtige Entscheidung gewesen sei. „Schließlich leben wir in einer guten Region und hier kann und sollte man die Menschen weiterhin motivieren können, eine gute Arbeit zu leisten.“
Die Debatte richtete sich dann auf den Abbau bürokratischer Hürden bei uns. Matthias Eggerl warf hierzu ein, dass die Deutschen Bürokratie auch liebten und es deswegen gar nicht so einfach sei, Bürokratie abzubauen. Landrat Otto Lederer ergänzte hierzu noch, dass es notwendig sei, die Eigenverantwortung der Menschen und das Bewusstsein dazu zu stärken. Er warf auch die Idee ein, dass eine Rechtsschutzversicherung erst ab einem gewissen Streitwert aktiv werden sollte, damit nicht jede Bagatelle vor den Gerichten lande.
Weniger Gerichtsverfahren in inserem Lande würden beim Bürokratieabbau helfen, schloss Lederer seinen Einwurf.
Bastian Wernthaler äußerte sich abschließend, dass ein gutes Miteinander aller politischen Kräfte sehr wichtig sei. In Wasserburg sei das gut gelungen, hier werde derzeit „gut miteinander umgegangen.“
Die Problemlagen seien vielfältig, wurde noch erwähnt, der ÖPNV sei sehr wichtig, auch hier müsse der Personalmangel behoben werden und man benötige flexible Systeme, damit bedarfsgerecht möglichst viele Gemeinden und Gemeindeteile mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden könnten.
Otto Lederer schloss mit dem Hinweis, dass zu einem attraktiven Landkreis auch die medizinische Versorgung gehöre, deshalb unterstütze er nicht nur die Kliniken im Landkreis, sondern auch die Standorte der Haus- und Fachärzte, damit die Versorgung der Bevölkerung gut gewährleistet bleiben könne.
Und so konnte sich Max von Bredow bei allen Mitdiskutanten bedanken.
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Schaufenster

Da schließe ich mich voll den Ausführungen des Landrates an, daß Geld erwirtschaften das elementare sei, um die Sozialtöpfe zu füllen.
Gleichzeitig aber wird diese Woche im Bundestag die von der EU eingeführte CO 2 Steuerreform versucht, ins Bundesrecht überzuleiten.
Das bedeutet eine unrealistische Zusatzbelastung für Unternehmen und die arbeitende Bevölkerung. Wenn man den Prognosen glauben kann, dann sind das bis in zwei Jahren etwa 5500,- Euro zusätzlich direkt und indirekt für einen vierköpfigen Haushalt an Steuerbelastung.
Das Wahlversprechen der CDU und der CSU sowie der mitregierenden SPD haben aber anders gelautet. Soviel zum Thema, was interessiert mich mein Geschwätz von gestern!