Bauausschuss beschließt versuchsweise Verkehrsberuhigung für zwei bis drei Monate
Rund um den Kaspar-Aiblinger Platz gibt es sehr viele Schulkinder. Die Grundschule am Gries ist hier in der Nähe, die Mittagsbetreuung ist angesiedelt und das Sonderpädagogische Förderzentrum Wasserburg. Wenn mittags die Schule schließt, warten sehr viele Eltern auf ihre Kinder in der Palmanostraße und deren Nähe. Einen baulich abgegrenzten Gehweg gibt es hier aber nicht. Deshalb hat die Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum, Freie Wähler Reitmehring-Wasserburg, ÖDP den Antrag gestellt, hier einen baulich abgegrenzten Gehweg zu errichten.
Weil die Sicherheit der Schulkinder morgens und mittags von sehr großer Wichtigkeit sei, waren sich alle Bauausschussmitglieder darüber einig, hier eine gute und schnell finanzierbare Lösung zu entwerfen.
Und so dachte der Bauausschuss manches an: Damit nicht so viele Pkw in der Palmanostraße parken und die Schulkinder auf die Fahrbahn ausweichen müssten, könnte man alle zwei Meter einen Absperrpfosten oder Poller errichten. Das sei eine relativ kostengünstige Lösung und diene der Sicherheit der Kinder, war aus dem Ausschuss zu hören. Christian Peiker (SPD) schlug vor, das derzeit geltende eingeschränkte Halteverbot durch ein absolutes Halteverbot zu ersetzen. Doch Stadtbaumeisterin Mechtild Herrmann entgegnete ihm sofort mit der Frage: „Wer hält sich denn dran?“
Hermann Budenhofer (FWRW) brachte die Möglichkeit einer Einbahnstraßenregelung ins Gespräch, doch der Bauausschuss ging noch einen Schritt weiter: Die versuchsweise Sperrung der nördlichen Einfahrt in die Palmanostraße. Damit könnten die Schulkinder wesentlich sicherer ihre dort wartenden Eltern erreichen.
Einstimmig wurde daher beschlossen, 2026 für zwei bis drei Monate die nördliche Zufahrt zur Palmanostraße für Pkw zu sperren, bis dahin den Antrag der Fraktionsgemeinschaft zurückzustellen und anschließend das weitere Vorgehen zu beraten.
PR / Fotos: WS
Schaufenster



Wenn die Eltern ihren Kindern mal zutrauen würden, den Schulweg zu Fuß, per Fahrrad oder Schulbus zu bestreiten, dann wäre schon mal weniger Elterntaxi-Verkehr und damit viel zur Sicherheit beigetragen…
Wenn der Bus nicht so unglaublich teuer wäre, würden sicher auch mehr Familien diesen nutzen.
Tipp: Den Schulbus finanziert der Staat!
Ja, aber nur wenn die Entfernung vom Wohnort zur Schule größer als zwei Kilometer ist. Im Burgerfeld ist die Watzmannstraße die Grenze. Wie es Richtung Burgau aussieht weiß ich nicht.
Alle, die innerhalb dieser Grenze wohnen, müssen den Schulbus selbst bezahlen, wenn sie diesen nutzen wollen.
Es müssen also die Kinder der Eltern, die das Problem erst durch die Abholerei verursachen, eben vor diesen Eltern geschützt werden?
Interessantes Vorgehen.
Schade, wenn die nördliche Zufahrt gesperrt wird. Ich finde es extrem praktisch hier immer wen aussteigen zu lassen und dann dort umzukehren. Wenn die nördliche Zufahrt gesperrt ist, muss man wieder rangieren, wenn man wieder gleich zurück möchte. Ich finde das nicht sicherer.
Mir fällt auf, daß diejenigen, die gegen sog. „Elterntaxis“ schimpfen, fast ausschließlich Männer sind. Warum?
Noch schlimmer die, die dann erzählen, wieviele Kilometer sie selbst annodazumal zur Schule laufen mussten. Als wären damalige Verhältnisse mit den heutigen zu vergleichen.
Für die Fraktion der Helikoptereltern böte sich doch ein Landeplatz auf dem Gelände des Palmanoparks an. Dann wäre auch endlich Schluss mit lärmenden Kindern zulasten der Anwohner.
Wenn Wasserburg keine anderen „Sorgen“ hat, dann ist ja alles gut!
#ironieaus
Jede Form der Verkehrsberuhigung steigert die Lebensqualität in unserer Altstadt. Bitte mehr von diesen Versuchen und Projekten!
Ja, vielleicht steigert es Ihre Lebensqualität.
Nur frage ich mich, wo sie denn zukünftig einkaufen und shoppen gehen wollen, welchen Arzt sie zukünftig wo aufsuchen und welches Cafe sie einsam genießen möchten? Eine Verkehrsberuhigung ist gut, aber die inzwischen irrsinnigen Vorschläge zu Beschränkungsmassnahmen der verschiedenen Interessengemeinschaften hilft niemandem.
Sie haben natürlich völlig recht – absoluter Irrsinn! Der hiesige Einzelhandel und die Gastronomie werden sofort komplett zusammenbrechen, wenn man einen Straßenabschnitt von ca. 30 m. in welchem sich null (in Zahlen „0“!) Einzelhandelsgeschäfte oder Gastrobetriebe befinden, probeweise für 2-3 Monate sperrt.
Es geht hier nicht um um benachbarte Geschäfte oder Gastronomie, sondern um die Möglichkeit kurzfristig parken zu können, ob für Anwohner oder Besucher. Die Wirtschaft in WS wird nicht zusammenbrechen, aber sie wird geschädigt, eine Folge kann ein Leerstand der Geschäften haben, (die es ja jetzt schon gibt) eine Ansiedlung von für die Bürger nicht vorteilhaften Geschäftszweigen (haben wir auch jetzt schon), weniger Besucher in der Innenstadt bedeutet weniger Laufkundschaft, die Liste könnte man endlos fortsetzen.
Langsam frage ich mich, was solche kurzen Sperrungen langfristig positive oder negative Effekte erzeugen sollen. Eine Studie ist nicht immer aussagekräftig, vor allem für einen solchen begrenzten Raum und wenn sie nur bedingt die äusseren Bedingungen berücksichtigt
Für mich persönlich war die Studie und dann die Umsetzung zu den Bushaltestellen vom Griess zum Marienplatz eine komplette Fehlentscheidung. Aber scheinbar war die Mehrheit der Bürger (egal welchen Geschlechts) dafür und das muss respektiert werden.
Wie gesagt, es geht nicht um 30 Meter, es geht nicht um 2-3 Monate, es geht darum ein Konzept auch realistisch zu planen und nicht, um „schau ma mal was bringts“
Nachdem ich Anwohner am Palmano bin, kann ich das Verkehsgeschehen dort öfter beobachten. Wollen wir mal hoffen, es verschlimmert sich dadurch nicht. Es genügt schon, der übliche Lärm durch die schlagenden Türen, des Zaunes um den Spielplatz nachts und der Lärm abends durch den Multisportplatz. Wer denkt denn mal an die Anwohner. Sicherheit der Kinder in allen Ehren. Es wird hoffentlich eine gute Lösung für alle Beteiligten, einschließlich der Parker gefunden.
Und warum warten die kinder nicht an der schule?