Bundespolizei nimmt syrischen Flüchtling wegen Schleusungsverdachts im ICE fest

Die Bundespolizei hat in einem Fernreisezug aus Österreich einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen. Am Bahnhof in Rosenheim beendeten die Beamten die Reise des Syrers und der von ihm begleiteten vier Landsleute. Nach eigenem Bekunden wollte er „nur helfen“. Seit dem gestrigen Montag befindet sich der Mann im Traunsteiner Gefängnis in Untersuchungshaft.

Bei der grenzpolizeilichen Einreisekontrolle im ICE aus Kufstein waren vier syrische Staatsangehörige nicht in der Lage, sich mit den erforderlichen Papieren auszuweisen. Im selben Zugwagen, aber eine Sitzreihe entfernt, reiste ein weiterer Syrer, der den Beamten einen niederländischen Flüchtlingspass einschließlich einer Aufenthaltsgenehmigung für die Niederlande aushändigen konnte. Zunächst wollte der 20-Jährige offenkundig den Eindruck erwecken, nichts mit der vierköpfigen Gruppe zu tun zu haben. Wenig später räumte er ein, seinen Landsleuten beim Fahrkartenkauf in Kufstein geholfen zu haben. Im Verlauf der ersten Ermittlungen der Bundespolizei stellte sich jedoch heraus, dass er vorab planmäßig von Amsterdam nach Mailand geflogen und schon in Italien mit den vier Migranten unmittelbar in Verbindung getreten war. Es dürfte sich demnach um eine gezielte Abholung gehandelt haben.

Die Bundespolizisten hatten die vierköpfige syrische Gruppe sowie ihren mutmaßlichen Schleuser beim Zughalt in Rosenheim aussteigen lassen und anschließend zur örtlichen Dienststelle mitgenommen. Dort fanden sie in einer Tasche des 20-jährigen Syrers ein Tütchen mit Cannabis im Grammbereich. Der junge Mann wurde wegen Einschleusens von Ausländern und eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprechend ordnete das Rosenheimer Amtsgericht aufgrund der nicht auszuschließenden Fluchtgefahr die Untersuchungshaft des dringend Tatverdächtigen an. Er wurde in die Justizvollzugsanstalt Traunstein eingeliefert. Der syrischen Reisegruppe, die sich in der Vergangenheit nachweislich bereits in Italien aufgehalten hatte, wurde die Einreise in die Bundesrepublik verweigert. Sie wurde zurückgewiesen und der österreichischen Polizei überstellt.