Polizeipräsidium: Betrügerische Anrufe häuften sich erneut - Einige Festnahmen

Im zweiten Quartal des Jahres 2026 kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wiederholt zu einer Vielzahl betrügerischer Anrufe. Erneut übergaben einige Personen Geld und andere Wertgegenstände an die betrügerischen Täter. Erfreulicherweise gelang es in mehreren Fällen – durch das Zusammenwirken potenzieller Opfer, aufmerksamer Bankmitarbeiter und der Polizei – Betrugsdelikte zu verhindern und Abholer festzunehmen.

Hinsichtlich des Phänomenbereichs „Callcenterbetrug“ betreibt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit seinen nachgeordneten Dienststellen umfangreiche Präventionsarbeit. In vielen Fachvorträgen, Beratungen, aber auch in dem Präventionskabarett „Ned mit mir“ werden insbesondere die bekannten Betrugsmaschen „Schockanruf“ und „falscher Polizeibeamter“ thematisiert.

Im Zeitraum von April bis Juni dieses Jahres erreichten viele Bürger aus dem Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd erneut eine Vielzahl an betrügerischen Anrufen. Die Erfahrungen zeigen, dass sich versuchte und vollendete Taten über den gesamten Zuständigkeitsbereich verteilen – ein regionaler Schwerpunkt ist nicht erkennbar.

Insbesondere ältere Menschen übergeben dabei regelmäßig liebgewonnene Schmuckgegenstände oder erspartes Vermögen in Form von Bargeld an die Betrüger. Fast immer erfährt die Polizei erst im Nachhinein durch die Geschädigten oder deren Vertrauenspersonen von der perfiden Tat. Erst vergangene Woche – am Dienstag, 23. Juni – übergab eine 87-Jährige nach einem Schockanruf im Bereich Traunstein Wertgegenstände im Gesamtwert von mehreren Tausend Euro an einen unbekannten Abholer.

Für das zweite Quartal registrierte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd 16 Fälle, bei denen die Täter Erfolg hatten und Bargeld bzw. Wertgegenstände im Gesamtwert von mehr als 370.000 Euro ausgehändigt wurden. In mehreren Fällen konnte die Vollendung dieses perfiden Betrugs mit Hilfe der potentiellen Opfer, wie am 23. Mai 2026 in Murnau geschehen, verhindert werden. Hierbei sowie in drei weiteren Fällen gelang es der Polizei, einen Abholer festzunehmen. Die jüngere Vergangenheit zeigt zudem, dass aufmerksame Bankmitarbeiter Betrugsversuche erkennen und durch ihr umsichtiges Handeln die Auszahlung beziehungsweise Übergabe größerer Bargeldbeträge verhindern können.

Die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums übernahm die Ermittlungen in allen Fällen. Weil damit zu rechnen ist, dass Betrüger auch weiterhin versuchen werden, auch im südlichen Oberbayern Beute zu machen, warnt die Kriminalpolizei und gibt Verhaltenstipps:

  • Übergeben Sie NIEMALS Bargeld oder Wertgegenstände an Ihrer Wohnadresse oder im öffentlichen Bereich an Ihnen unbekannte Personen!
  • Die Polizei sowie andere Ermittlungsbehörden würden Sie NIEMALS am Telefon zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenstände auffordern! Legen Sie sofort auf und kontaktieren Sie den Polizeinotruf „110“!
  • Sprechen Sie die Thematik Enkeltrick und Schockanrufe in Ihrem Verwandten- und Bekanntenkreis an und sensibilisieren Sie Ihre Angehörigen zur Vorsicht in höchstem Maße!

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