Wasserburg: So viel Zuschauer wie noch nie
Es waren die 20. Wasserburger Theatertage und sie hatten noch nie so viele Zuschauer. Am Rande des letzten Abends erfuhren die Brsucher von Annett Segerer, dass das Team des Wasserburger Theaters sehr stolz darüber sei, dass die Resonanz auch in diesem Jahr erneut gewachsen sei. Noch nie hätten so viele Menschen Veranstaltungen der Wasserburger Tehatertage verfolgt. Nicht wenige Abende waren ausverkauft, so auch der letzte Abend. Und da wurde „Der Gott des Gemetzels“ von Yasmina Reza in bairischer Sprache nochmals aufgeführt. Denn dieses Stück des Münchner Theaters „Theaterlust“ hatte im vergangenen Jahr den Publikumspreis gewonnen (wir berichteten). Auch an diesem Sonntag war das Theater Wasserburg komplett ausverkauft und „Der Gott des Gemetzels“ kam hervorragend an. Lang anhaltender Applaus belohnte die Akteure für ihr hoch engagiertes Spiel.
Im Anschluss daran wurde der Preisträger für den Publikumspreis der 20. Wasserburger Theatertage gekürt. Dieser Preis wird von den Zuschauern gewählt und vom Landkreis Rosenheim und vom Förderverein für das Theater Wasserburg gestiftet.
Diese Form der Theatertage, bei der an jedem der elf Abende ein anderes Theater mit einer seiner Produktionen auftritt, macht es natürlich erforderlich, dass die Stücke ausgewählt werden müssen. Hierfür reist Constanze Dürmeier im Grunde das ganze Jahr durch die bayerischen Lande, um geeignete Theaterstücke für die Wasserburger Theatertage auszusuchen. Das Team des Theaters Wasserburg wählt dann die geeigneten Stücke aus und stellt das Programm zusammen. „Ab Januar beginnt sozusagen die heiße Phase“, konnten wir von den Verantwortlichen erfahren.
Und diese unendliche Mühe, gepaart mit herausragenden Urteilsvermögen, zeigt Früchte. Noch nie war der Zuspruch zu den Wasserburger Theatertagen so groß wie 2026. Annett Segerer, Constanze Dürmeier und Nik Mayr, gemeinsam mit dem gesamten Team, sind auch sehr stolz darüber, dass die Öffentlichkeit diese Institution der Theatertage so schätzt.
Und so konnten die Kulturreferentin des Landkreises Rosenheim, Anke Hellmann, und der Vorsitzende des Fördervereins Theater Wasserburg, Peter Dörr, dem SpielWerk Ansbach, den diesjährigen Publikumspreis der Wasserburger Theatertage für das Stück „Entglitten“, von Aue und Aue verleihen. Peter Dörr verwies mit großem Stolz auf der Tatsache, dass es „wieder Rekordbesuch“ bei den Theatertagen gab und Anke Hellmann bedankte sich bei allen „fürs Mitmachen, auch bei der großen Hitze“. In der Tat war es an diesem Abend immer noch sehr warm, schließlich war es der heißeste Tag in Deutschland seit man Wetterdaten aufzeichnet. Sie dankte dem Team vom Theater Wasserburg und allen, die geholfen haben, diese Theatertage durchzuführen.
Peter Dörr verwies noch auf den „wirklichen“ Wert des Fördervereins, es gebe hier nämlich eine Gruppe „von Menschen, die das begleiten und unterstützen“. Und er lud alle ein, Teil dieser Gemeinschaft zu werden und dem Förderverein beizutreten. Er freue sich, dass das SpielWerk Ansbach nun schon zum vierten Male den Preis bei den Theatertagen gewinne und er bat die Mitglieder des SpielWerks auf die Bühne. Die Ansbacher Gruppe war hocherfreut und bedankte sich sehr für die Wertschätzung. „Es macht immer wieder sehr viel Spaß. Wasserburg hat ein tolles Team und ist ein toller Ort“ für das Theater. „Wir werden uns wiedersehen“. Damit wurde auch angedeutet, dass das SpielWerk Ansbach seine preisgekrönte Produktion bei den 21. Wasserburger Theatertagen erneut aufführen werde.
Und zum Schluss trat Nik Mayr ans Mikrofon und er erinnerte an die Gründer des Wasserburger Theaters, Gerry Mierbeth und Uwe Bertram. „Ohne die beiden wären wir nicht hier!“ Sie hätten die Idee gehabt, dass eine Stadt wie Wasserburg ein Theater brauche. Und, bezogen auf das Haus des Wasserburger Theaters in der Salzburger Straße: „Dieses Haus stünde nicht hier, wenn der Wahnsinn nicht ansteckend wäre!“ Jede Reise beginne mit dem ersten Schritt, ergänzte er, und er bedankte sich dafür, dass das Ansteckende dieses Wahnsinns nicht vor den Verantwortlichen der Stadt Wasserburg halt gemacht habe. Das fange beim Bürgermeister an, aber auch die Verantwortlichen Beamten im Wasserburger Rathaus seien dem Theater immer positiv gegenübergetreten und hätten die größtmögliche Unterstützung umgesetzt. Uwe Bertram habe als „Menschenfischer“ gewirkt und habe das Bühnenvakuum zwischen München und Salzburg gefüllt.
Aus dem Theater der Wasserburger sei dann ein Theater für Wasserburg geworden. Und voller Stolz ergänzte er: „Wir sind ein Theater mit Haltung!“ Noch nie hätten die Theatertage so viele Aufführungen gehabt wie 2026 und noch nie seien so viele Zuschauer gekommen. Und das, obwohl gleichzeitig die Fußball-WM stattgefunden habe, das Nationenfest abgehalten worden sei und der Wasserburger Klaviersommer durchgeführt worden sei. Und in diesem Zusammenhang freute er sich besonders darüber, dass der Erste Bürgermeister der Stadt Wasserburg, Bastian Wernthaler, an diesem Abend anwesend sei. Er bedankte sich für die große Aufbauarbeit, die viele geleistet hätten und er erwähnte Richard Kröff, der das „Zuhause“ verantwortlich habe bauen lassen. Und bereits acht Stunden nach dem Abschluss der Theatertage würden die Gerüstbauer erneut Einzug halten und das Dach sanieren.
Johannes Groß hat einst das Bonmot geprägt, dass der Applaus das Brot des Künstlers sei, aber davon lasse sich leider keine Miete zahlen. Und dass die finanzielle Unterstützung erhalten bleiben wird, da kann das Wasserburger Theater sicher sehr zuversichtlich bleiben.
Ein engagiertes Team, einflussreiche Unterstützer, dem Theater Wasserburg muss nicht bange sein, wenn es in die Zukunft blickt. Und so dürfen sich viele freuen auf eine neue Saison 2026/2027 und dann die 21. Wasserburger Theatertage.
PETER RINK
Fotos: Christian Flamm
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