Evenhausen feiert seine Feuerwehr beim rundum gelungenen Festsonntag
Ein beeindruckendes Jubiläum im Zeichen des Zusammenhalts: Am gestrigen Festsonntag feierte die Feuerwehr Evenhausen ihr Gründungsjubiläum zum 150-jährigen Bestehen. Zahlreiche Feuerwehren aus den umliegenden Orten sowie die örtlichen Vereine kamen zusammen, um diesen Meilenstein gebührend zu würdigen. Nach einem traditionellen Weißwurstfrühstück zog der feierliche Kirchenzug hinauf zum Evenhausener Sportplatz, wo Pfarrer Tobias Prinzhorn gemeinsam mit Diakon Simon Frank den Festgottesdienst zelebrierte.
In seiner Predigt zog Pfarrer Prinzhorn einen charmanten Vergleich zur bekannten Kinderserie „Grisu, der kleine Drache“, dessen Berufswunsch für ein feuerspeiendes Wesen denkbar ungewöhnlich war. Ähnlich unnatürlich wirke es auf den ersten Blick, wenn junge Menschen zur Feuerwehr wollen, da Feuer eigentlich zum Weglaufen animiere. „Ihr, liebe Feuerwehrleute, geht die andere Richtung. Ihr geht auf die Gefahr zu. Nicht aus Wagemut, sondern um andere Menschen davor zu schützen“, betonte der Geistliche. Seit 1876 sei die Wehr in Evenhausen die institutionalisierte Gemeinschaft zur Hilfe in der Gefahr.
Zudem verglich er den Dienst mit dem biblischen Gleichnis des barmherzigen Samariters – ein Vergleich, den auch Papst Franziskus stets sehr hochschätzte, nicht zuletzt, weil ihn die Feuerwehr einst selbst aus einem steckengebliebenen Aufzug im Vatikan befreit hatte. Als Zeichen dafür, dass Gott im Einsatz stets an der Seite der Retter stehe, überreichte Prinzhorn der Wehr zum Ende des Gottesdienstes eine Figur des Schutzpatrons, des heiligen Florians.
Ein weiterer Höhepunkt war zudem die feierliche Übergabe der Erinnerungsbänder: Fahnenbraut Maria Schönhuber sowie Monika Nowak, die Fahnenbraut des Patenvereins der Freiwilligen Feuerwehr Schönberg, überreichten die Fahnenbänder mit feierlichen Prologen.
Bürgermeister und Schirmherr Konrad Linner hielt sich getreu dem Motto des Ehrenbürgers „Kurze Predigt, lange Wurst“ kurz, fand aber deutliche Worte der Anerkennung. Er unterstrich, dass das Miteinander und der Zusammenhalt in der Gemeinde hervorragend funktionierten. „Sich für den Schutz und das Leben von Menschen, die in Gefahr geraten sind, einzusetzen, ist ein Vermächtnis unserer Vorfahren“, so der Rathauschef.
Dass sich bis heute Männer und Frauen freiwillig und unentgeltlich in den Dienst der Gemeinschaft stellen, sei alles andere als selbstverständlich. Linner, der vor 50 Jahren selbst als junger Feuerwehrler das 100-jährige Jubiläum miterleben durfte, lobte insbesondere die hervorragende gemeinsame Jugendarbeit und den unbezahlbaren Beitrag des Vereins zum dörflichen Leben, ehe er den Kommandanten und allen Aktiven ein herzliches „Vergelt’s Gott“ aussprach.
Kreisbrandrat Richard Schrank blickte in seinem Grußwort kurz auf die Historie zurück und spannte den Bogen von den großen Schadfeuern im 19. Jahrhundert und den damaligen „Steigern und Spritzern“ hin zur modernen Ausrüstung der Gegenwart. Mit Stolz verwies er auf die über 320.000 Einsatzkräfte in ganz Bayern und die 116 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Rosenheim mit ihren über 7.900 ehrenamtlichen Mitgliedern. Angesichts des tollen Festes und des Kameradschaftsgeistes in Evenhausen gratulierte er herzlich und schloss mit dem traditionellen Feuerwehrgruß: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr.“
Der Erste Vorstand Andreas Spagl richtete seinen Dank an alle Mitwirkenden – von der Geistlichkeit über den Kirchenchor „Herzklang“ bis hin zu den Gestaltern des Altars. Ein ganz besonderes Lob sprach er der eigenen Mannschaft und dem Nachwuchs aus: „Ihr steht Tag und Nacht ehrenamtlich bereit, um anderen in der Not zu helfen. Was mich besonders freut, ist unsere Jugend. Macht weiter so, ihr habt euch meinen größten Respekt verdient.“ Mit einem Augenzwinkernd beendete er den offiziellen Teil: „Marschieren wir los, die Fahne voraus, der Wirt schenkt im Zelt schon aus.“
Trotz hochsommerlicher Temperaturen jenseits der 35 Grad bewegte sich im Anschluss ein prächtiger, großer Festzug – angeführt von mehreren Musikkapellen und festlichen Pferdegespannen – vom Sportplatz durch Evenhausen zurück zum Festzelt nach Eßbaum. Dank der perfekten Organisation der Evenhausner Festwochen GbR erhielten die durstigen und hungrigen Festgäste im voll besetzten Zelt in Windeseile ihre ersten Maßen und den verdienten Mittagstisch. Während tagsüber „d’jung Ottinger“ für beste Stimmung im Bierzelt sorgten, verlagert sich das bunte Treiben am Abend in die Bar, wo mit einem DJ noch bis in die späten Nachtstunden das stolze Jubiläum gefeiert wurde.
Fotos: RB
Schaufenster


































































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