Polizei Wasserburg legte Sicherheitsbericht 2025 beim Informationsaustausch mit Bürgermeistern vor
Die Polizei Wasserburg hatte gestern die Bürgermeister des Dienstbereichs zu einem Sicherheitsgespräch in die Inspektion eingeladen. Der Austausch zwischen den Rathaus-Chefs, Vertretern der Gemeinden und der Leitung der Polizei diente den Aspekten der Sicherheit. Im Vordergrund stand der Bericht für 2025 von der Polizei Wasserburg, der die Kriminalitätsentwicklung und Verkehrslage des vergangenen Jahres darstellt.
Viele Straftaten nahmen in der Anzahl im Vergleich zu 2024 etwas ab. Aber:
Bei der gefährlichen und schweren Körperverletzung ist allerdings eine Steigerung um neun Fälle auf 32 Taten (23 im VJ) zu melden – eine Zunahme um knapp 40 Prozent!
Die einfache Körperverletzung nahm dabei mit 144 Fällen um vier Taten zu (140 im Jahr 2024, +2,9 %).
Die Rohheitsdelikte, die neben den klassischen Gewaltdelikten wie Körperverletzung auch Raub und Straftaten gegen die persönliche Freiheit, wie Nötigung, Freiheitsberaubung, Bedrohung und Nachstellung (Stalking) beinhalten, sind nach einem Rückgang im Vorjahr nun im Jahr 2025 wieder leicht um zwei Fälle gestiegen, + 0,8 % (259 Fälle zu 257 im Jahr 2024).
Der „klassische“ Ladendiebstahl ist ebenfalls abermals angestiegen – um deutliche 19,6 Prozent (67 Fälle zu 56 Fällen im Vorjahr).
2025 nahmen die Fälle der Sachbeschädigungen nach einem Rückgang im Vorjahr wieder zu, um 17,7 % (133 zu 113 im VJ). Dabei ist Steigerung bei den Sachbeschädigungen an Kfz von 39 auf 48 Anzeigen (+23,1 %) hervorzuheben.
Die Vermögens- und Fälschungsdelikte nahmen um 22 Fällen oder 16,5 % zu (155 zu 133 im VJ).
Der sogenannte Waren- und Warenkreditbetrug, der hauptsächlich im Online-Handel und auch bei Online-Auktionsportalen zum Tragen kommt, stieg um 21 Anzeigen (47 zu 25 Taten im Vorjahr, + 80,8 %)! Es muss zudem berücksichtigt werden, dass hierbei die aus dem Ausland verübten Taten nicht widergespiegelt werden.
Ein Blick auf die Wasserburger Gesamt-Statistik …
Mit den Gemeinden Albaching, Amerang, Babensham, Edling, Eiselfing, Griesstätt, Pfaffing, Ramberg, Rott, Schonstett, Soyen und der Stadt Wasserburg betreut die Polizei Wasserburg rund 46.000 Einwohner auf 326 Quadrat-Kilometern Dienstbereichsfläche.
- Kriminalitätsentwicklung
Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Wasserburg wurden insgesamt 1.066 Straftaten begangen und somit 73 Straftaten oder 6,4 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahr.
Die Aufklärungsquote ist mit 74 % (Vorjahr 73,5 %) abermals leicht angestiegen und bewege sich daher weiterhin auf einem sehr guten Niveau, so die Polizei heute. Somit wurden von den 1.066 Straftaten 789 aufgeklärt.
Als Gradmesser für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung dient die Häufigkeitszahl, die im Dienstbereich der Polizei Wasserburg bei einem Wert von 2.348 pro 100.000 Einwohner (2024: 2.413) lag.
2025 wurden 650 Tatverdächtige (2023: 765) ermittelt. Der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen lag bei 195 oder 30 Prozent (2024: 27,4 %). Herbei ist zu berücksichtigen, dass auch ausländerrechtliche Delikte in die Statistik mit einfließen.
Der Anteil der Kinder, Jugendlichen und heranwachsenden Tatverdächtigen lag zusammen bei 109 oder 16,8 % (2024: 141 oder 18,4 %). Somit liegt der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen bei 83,2 % (541 Personen).
Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der Diebstähle insgesamt um 9,3 Prozent abgenommen (223 Fälle zu 246 im Vorjahr).
Sonstige einfache Diebstähle gingen hierbei nur geringfügig um 1,2 % (169 Fälle zu 171 im VJ) zurück, während schwere Diebstähle deutlicher um 28 % (54 Fälle zu 75 im VJ) abnahmen.
In dieses Segment fallen auch die schweren Diebstähle in/aus Warenhäusern, Schaufenstern, Vitrinen und Kiosken, die im Jahr 2026 mit acht Fällen (VJ: 16 Fälle) gefallen sind.
Die Anzahl der Wohnungseinbruchs-Diebstähle ging 2025 um fünf Delikte zurück (sieben Fälle zu zwölf im VJ). Davon blieb ein Fall im Versuchsstadium stecken. Die oder der Täter konnten nicht in das Gebäude oder Wohnung eindringen und dementsprechend keine Wertgegenstände erbeuten, verursachten jedoch oftmals einen Sachschaden.
Beim schweren Diebstahl in/aus Dienst-/Büro, Fabrikations-, Werkstatt und Lagerräumen gab es sechs Fälle, ein Rückgang um vier Fälle im Vergleich zum Vorjahr.
Beim Fahrraddiebstahl sind die Zahlen gleichgeblieben. Genauso wie im Vorjahr wurden 2025 zufällig wieder genau 26 Fahrraddiebstähle zur Anzeige gebracht.
Die Sexualstraftaten (bzw. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung) nahmen abermals, aber nur sehr geringfügig, ab – von 55 auf nunmehr 54 Anzeigen (- 1,8 %). Der Schwerpunkt lag dabei abermals bei der Verbreitung pornografischer Inhalte mit 22 Taten (VJ: 30 Taten). Die Aufklärungsquote bei den Sexualstraftaten betrug 94,4 %, was 51 geklärte Fälle bedeutet.
Die Rauschgiftkriminalität hat mit 26 Fällen zu 48 im Vorjahr (- 22 Fälle) um 45,8 % weiterhin abgenommen.
Dies hängt mit dem Cannabis-Gesetz (CanG) zusammen. Das CanG trat am 01.04.2024 in Kraft und bewirkte, Cannabis sowie den pflanzlichen Wirkstoff THC vollständig aus dem Betäubungsmittelgesetz zu entfernen und den Umgang in weiteren Gesetzen abschließend zu regeln. Im Konsumcannabisgesetz (KCanG) wurden der Umgang (die Entkriminalisierung) mit Cannabis, die Regeln zum Eigenanbau und Anbauvereinigungen geregelt. Die Auswirkungen dieser Gesetzesänderung halten weiterhin an.
2025 gab es 19 sogenannte Widerstände und tätliche Angriffe gegen Vollstreckungsbeamte. Im Vorjahr waren es noch 25 Delikte.
Der Gesamtschaden aller Delikte belief sich im Jahr 2025 auf 1.480.787 €. Im Vorjahr betrug die Schadenssumme 1.111.680 €, eine Steigerung um 369.107 €.
Verkehrslage
Im Jahr 2025 ereigneten sich im Dienstbereich der Polizei Wasserburg 1.373 Verkehrsunfälle (2024: 1.395). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen geringen Rückgang um 22 Unfälle oder 1,58 %.
Besonders erfreulich ist es hierbei, dass es im vergangenen Jahr keinen Verkehrstoten im Dienstbereich der PI Wasserburg gab. Im Vorjahr waren leider noch sechs Tote zu beklagen gewesen.
Insgesamt wurden 221 Verkehrsteilnehmer verletzt (2024: 252).
2025 wurden 197 Verkehrsunfälle wegen unerlaubtem Entfernens vom Unfallort erfasst (2024: 235). Mit der geringeren Anzahl von Unfallfluchten sank auch die Aufklärungsquote (AQ) auf 36,5 % (66,8 % im VJ).
Als Hauptunfallursachen sind „Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärts-fahren“ (14 %) sowie „die Missachtung der Vorfahrt“ (6 %) zu verzeichnen.
Bei 19 Unfällen unter dem Einfluss von Alkohol erlitten elf Personen Verletzungen. Getötet wurde zum Glück hierbei niemand. Vier Fahrer versuchten sich durch Flucht ihrer Verantwortung zu entziehen, konnten aber alle ermittelt werden.
Den 19 Alkohol- und Drogenunfällen im vergangenen Jahr stehen 65 folgenlose Fahrten gegenüber, die rechtzeitig festgestellt und beendet werden konnten, bevor etwas passierte.
2025 gab es zwei Schulwegunfälle, bei denen zwei Schüler leicht verletzt wurden.
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