Antrag des Bürgerforums im Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich abgelehnt - Intensive Diskussion
Mit der Aussage „Das Parken in der Altstadt ist für die Altstadtbewohner ein Thema“ eröffnete Lisa Stürmlinger (Bürgerforum) die Debatte im Haupt- und Finanzausschuss über den Antrag des Bürgerforums, allen Bewohnern der Altstadt täglich ein zweistündiges kostenloses Parken in der Altstadt zu ermöglichen.Stadtkämmerer Robert Mayerhofer trug dazu in der Sitzung einen umfangreichen Fragenkatalog der Verwaltung vor:
Wie definiere man „Altstadtbewohner“, „Fahrzeughalter“ oder „Fahrzeugnutzer“? Müssten diese zwei Stunden zusammenhängend in Anspruch genommen werden oder könne man das Ganze „splitten“? Wie wolle man zwischen Menschen, die in der Altstadt wohnen und solchen, die dort arbeiten, unterscheiden? Was ist mit Menschen, die zu einem Arzt oder in eine Apotheke gehen? Und wie behandle man die Kunden von Geschäften? Und wie soll das Ganze technisch abgewickelt werden? Müsse jeder mit seinem Smartphone die Handy-App benutzen? Was geschieht mit jenen, die kein smartphone besitzen? Und schließlich fragte Mayerhofer, wie die fianziellen Auswirkungen einer solchen Maßnahme aussähen.
In der Aussprache wandte Heike Maas (CSU) ein, dass es Probleme bei der Umsetzung einer solchen Maßnahme geben werde. Sie plädierte deshalb dafür, Flächen auszuweisen, auf denen die Bewohner der Altstadt ihre Fahrzeuige abstellen könnten.
Werner Gartner (SPD) wandte ein, dass man in Wasserburg sich sehr lange Gedanken bezüglich des Parkens gemacht habe. Es werde immer ein wenig teurer, je näher man der Altstadt komme. „Wenn man künftig zwei Stunden in der Innenstadt kostenlos parken kann, zerschießt man das Konzept“, rief er den Ausschussmitgliedern zu. „Da sind sehr dicke Bretter zu bohren.“ Lisa Stürmlinger entgegnete ihm, dass sie das dicke Brett gar nicht sehe. Man habe mit dem Zwei-Stunden-Konzept den Bewohnern der Altstadt entgegenkommen wollen.
Bürgermeister Bastian Wernthaler ergänzte hierzu, dass es schwierig sein werde, die zwei Stunden umzusetzen. Dass Altstadtbewohner ihre Fahrzeiuge be- und entladen können müssten, leuchte ihm ein, die Zwei-Stunden-Regelung aber weniger. Und er ergänzte seine Ausführungen mit der Frage, wieviel Fahrzeuge ein Altstadtbewohner haben dürfe. Eine Familie mit zwei Kindern, dürfte sie dann vier Fahrzeuge in der Altstadt abstellen?
Und so beschloss der Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich, den Antrag des Bürgerforums abzulehnen, sehr wohl aber zu prüfen, inwieweit Altstadtbewohner ihre Fahrzeuge zum Be- und Entladen kurzzzeitig in der Altstadt auch kostenfrei abstellen zu können.
Der gleichzeitig eingebrachte Antrag des Bürgerforums, den Inhabern des „Wasserburg-Pass“ das Parken in den beiden Parkhäusern und dem Parkplatz „Unter der Rampe“ zu reduzierten Gebühren zu gestatten, wurde zur weiteren Vorbereitung an eine zu gründende Arbeitsgruppe des Stadtrates zur Weiterentwicklung des „Wasserburg-Pass“ weitergeleitet.
PETER RINK
Schaufenster


Warum nicht grundsätzlich 15 Minuten kostenlos? Zum jemanden abholen, be- und entladen oder man kurz Semmeln kaufen…
Kann man sicher die Parkautomaten drauf einstellen ein entsprechendes Ticket zu drucken. Dann wäre vielleicht auch die Situation an Schule und Kindergärten entspannter, die Eltern könnten am Heisererplatz oder Gries parken um die Kinder abzuholen.
Um eins rum ist am Altstadtkindergarten kein Durchkommen mehr, weil die Eltern der Realschüler alles blockieren und im Auto auf die Sprösslinge warten, wäre doch gut wenn man anderswo kurz kostenlos parken dürfte!
Ich finde das Da es ohnehin zu viele Autos gibt, sollten die Dauerparktarife in unseren beiden Parkhäusern für Anwohner senken und in der Innenstadt nur noch 15-Minuten-Zonen zum Be- und Entladen einrichten. So wird Altstadt weniger voll, während gleichzeitig eine faire und pragmatische Lösung für die Anwohner schaffen.
Grammatikalisch fragwürdig, aber inhaltlich kann man dem Gedanken durchaus etwas abgewinnen. Evtl. streckt man die 15 Minuten auf 30 Minuten, aber ansonsten wäre das durchaus einen Versuch wert.
Ich wohne in der Herrengasse, mitten zwischen Restaurantterrassen und Baustellen. Einen Parkplatz zum Ausladen der Einkäufe zu finden, ist inzwischen ein historisches Unterfangen. Und wenn man dann ausnahmsweise einmal Glück hat, bekommt man auch noch ein Knöllchen dazu. Ich möchte ja zahlen – aber wäre es nicht sinnvoll, ein gut sichtbares Anwohner‑Ticket auszustellen, für das man monatlich oder sogar jährlich eine Gebühr entrichtet? Das würde allen Bewohnern der Altstadt das Leben deutlich erleichtern.
Das halte ich für sehr sinnvoll.
Und wer jetzt wieder Angst um die ganzen armen Alten hat die nicht mehr laufen können und in der Altstadt einen Termin haben:
Wer so schlecht zu Fuß ist, und generell in einem so schlechtem Allgemeinzustand, dass er die Strecke vom Gries oder den Parkhäusern nicht mehr schafft, der hat meines Erachtens nichts am Steuer verloren.
Diese Personen können ja gerne die 15 Minuten nutzen und sich fahren lassen und können somit vermutlich direkt vor Ort aussteigen, weil keine Dauerparker mehr die Parkplätze belegen.
Für alle wirklich gehbehinderten Menschen, die jedoch selbst fahren mit umgebautem Fahrzeug gibt es ja die Behindertenstellplätze, die natürlich von der Regelung ausgenommen sein müssten.
Das hilft zwar immer noch nichts gegen die Durchfahrer, die zwar eigentlich Umgehung fahren könnten aber lieber durch die Altstadt kurven, weil „WaSsErBuRg IsT jA sO sChÖn“, würde aber hoffentlich den Verkehr ein wenig begrenzen.
… Man wird ja noch träumen dürfen
Schaut mal am Montag-, Dienstag- oder Mittwochnachmittag in die Altstadt. Da gibt‘s so viele freie Parkplätze in der Herrengasse, dass man einen LKW längs parken könnte. Wir haben eigentlich ganz andere Probleme als ständig irgendwelche Rosinen zu verteilen. Leerstand und Sterben von Geschäften wegen Nachfolgermangel und/oder Internethandel, Dönerstände statt bayrischer Wirtschaft usw. das sind langfristig die wirklichen Probleme der Altstadt. Die gilt es anzugehen.
Städte wie München und Rosenheim schaffen es schon seit Jahren Ausweise für die Anwohner, gegen eine nicht übertriebene Jahresgebühr, bereitzustellen.
Ich frage mich, warum geht das nicht auch hier in Wasserburg? Die Umsetzung sollte nicht allzu viel Aufwand bereiten und den Anwohnern der Altstadt wäre bei der aktuellen Parkplatzsituation sehr geholfen.
Es ist leider sehr mühsam, wenn man z. B. im Schichtdienst arbeitet, zu gewissen Uhrzeiten überhaupt einen Parkplatz zu finden. Tagsüber, wenn genug gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung stehen, ist es als Anwohner mit hohen Kosten verbunden in der Altstadt zu parken.
Das hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun, aber es sollte für die Anwohner schon die Möglichkeit geben kostenlos zu parken, zumindest zu deutlich günstigeren Konditionen.
Die letzten noch kostenlosen Parkplätze werden immer weniger. Jüngstes Beispiel waren die Stellplätze an der Palmanoanlage und hinter der ehemaligen Polizeidienststelle. Warum eigentlich?
Ich persönlich finde es sehr schade, dass es seitens der Stadt keine Bereitschaft gibt, den Altstadtbewohnern eine überschaubare Parkzeit kostenlos zur Verfügung zu stellen. Vor allem denjenigen, die auf das Auto angewiesen sind, würde das sehr helfen.
Abschließend bin ich der Meinung, dass die Stadt hier zu wenig für die Altstadtbewohner macht. Die Situation wird eher verschärft, indem immer mehr kostenlose Parkplätze einkassiert werden.
Es ist ja schön, dass dieses Thema wieder aufgegriffen wird. Allerdings weiß ich nicht, was ich mit zwei Stunden „Frei Parken“ anfangen soll.
Es sollte doch möglich sein, pro Haushalt für ein Fahrzeug einen Anwohnerparkausweis auszustellen und dieser sollte dann auch zeitlich unabhängig genutzt werden dürfen. Wie schon in einem Kommentar erwähnt: Sehr viele Menschen in Wasserburg arbeiten Schicht – dies muss bei einem Parkkonzept berücksichtigt werden. Die Menschen, die hier leben sind es, die hier ihr Geld ausgeben.
Vermutlich, weil es mehr Altstadtanwohner als Parkplätze gibt – wie soll das funktionieren?