Schultheater der Realschule war ein großer Erfolg

Was lange währt, wird endlich gut – eigentlich hätte das Stück „Eine Nacht in Waldesruh“ bereits im Vorjahr aufgeführt werden sollen, wegen Krankheit eines Darstellers wurde es um ein Jahr verschoben. Und das Warten hat sich gelohnt. Seit Oktober wurde fleißig geprobt, es wurden Kostüme entworfen und viele Stunden zusätzlich in der Schule verbracht. Die Buben und Mädchen des Wahlfachs „Schulspiel“ in der Anton-Heilingbrunner-Realschule haben sich mit ihrem Stück selbst übertroffen. Alle drei Aufführungen in der Aula waren bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Klasse 6e, eine etwas „schwierige“ Klasse, fährt mit ihrer Lehrerin Frau Honigblum ins Schullandheim „Waldesruh“, einem alten Landschloss im Grünen, fernab jeglicher Zivilisation. Bereits die Busfahrt beginnt mit Streitereien untereinander sowie Beschwerden, dass das WLAN weg sei. Nur Lola und Tim versuchen zu schlichten, werden aber ausgelacht.

Die Ankunft in „Waldesruh“ beginnt abenteuerlich und wieder mit Streitereien, es donnert krachend und eine Tür schlägt zu. Frau Honigblum versucht, die Rezeption zu finden, ist aber plötzlich verschwunden. Wieder ertönen Schreie.

Caro und Justus werden losgeschickt, etwas zu Essen zu suchen, Mathilda und Julius bilden den Suchtrupp für Frau Honigblum. Alle vier Schüler verschwinden und werden von „Horrorkindern“ entführt. Immer wieder Schreie und die „Horrorkinder“ klettern übers Publikum auf die Bühne.

Währenddessen ist der Rest der Klasse ratlos, findet aber schließlich ein altes Tagebuch, aus dem Lola vorliest – und wieder ausgelacht wird.

Schüler Paul unterhält sich mit „Horrorkind“ Amelie und überlegt, ob das gruselige Lachen vom Streiten kommen könnte. Und tatsächlich – die beiden schmieden den Plan, so zu tun, als ob sie streiten würden, um die anderen „Horrorkinder“ anzulocken. Danach braucht es etwas „Gutes“ – Schokolade, aber auch Gefühle wie Freude, Freundschaft und Liebe. Es funktioniert und durch die Schokolade verwandelt sich Amelie wieder zurück in einen Menschen. Ebenso Justus. Weitere „Horrorkinder“ erscheinen und verwandeln sich zurück und versuchen sich zu erinnern, was passiert ist. Ihnen fallen Wörter wie Wut, Zorn, Hass und Kälte ein.

Die Schüler Lola und Tim, die immer ausgelacht werden, berichten, dass auch sie diese Gefühle gut kennen. Darüber hinaus auch Einsamkeit und Schmerz. Die beiden verstecken sich.

Da taucht die Hexe Mordana auf – das Licht geht an. Sie setzt sich auf ihren Thron, rechts und links neben ihr stehen „Horrorkinder“ sowie Frau Honigblum, ebenfalls ein Zombie. Die Schüler beschließen, die Hexe in ein Gespräch zu verwickeln. Die Hexe Mordana, früher war sie das Kind Mine, erzählt aus ihrer Kindheit und dem Mobbing, dem sie sowohl zu Hause als auch in der Schule ausgesetzt war. Auch die Kinder, die zu ihr nach „Waldesruh“ gekommen waren, waren unglücklich, zerstritten und allein. Deshalb wollte sie ihnen helfen. Mine/Mordana bricht schließlich zusammen und weint. Tim und Lola kommen hinter aus ihrem Versteck und nehmen sich wortlos in den Arm. Alle „Horrorkinder“ wischen sich, als Zeichen ihrer Rückverwandlung, ihre Masken aus dem Gesicht und werden von den anderen Kindern ebenfalls in den Arm genommen.

Frau Honigblum geht zu Mine und erklärt ihr, dass sie ein Kind sei – und dass es Aufgabe von ihr als Lehrerin sei, Mine zu akzeptieren, wie sie ist und ihr zu helfen, sie selbst zu werden.

Mit einem Zauberspruch gelingt es Frau Honigblum, jedes Kind in die Zeit zurückzubringen, in die es möchte.

Ein gruseliges, lustiges, aber auch sehr emotionales Stück, das zum Nachdenken anregte. Der Schultheatergruppe mit ihrem Lehrer Torsten Träger ist es gelungen, das Publikum zu jeder Zeit mitzunehmen. Auch die Technik-, Musik- und Lichteffekte waren perfekt auf das Stück abgestimmt.

Der Abend endete mit viel Applaus für alle Mitwirkenden, sei es auf der Bühne, der Technik, dem Schminken oder im Hintergrund.

TANJA GEIDOBLER / Bilder: Anton-Heilingbrunnger-Realschule Wasserburg

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