„Institut für nachhaltige Energieversorgung" überprüfte Pfaffings Gemeinde-Gebäude
Vom „Institut für nachhaltige Energieversorgung“ – der INEV – wurde überprüft, in wie weit eine Erweiterung oder ein Neubau von PV-Anlagen auf den gemeindlichen Gebäuden in Pfaffing finanziell lukrativ sei. Die Ergebnisse wurden dem Gemeinderat Pfaffing in seiner jüngsten Sitzung von Sebastian Gröbmayr (im Bild stehend) vom „Institut für nachhaltige Energieversorgung“ äußerst anschaulich präsentiert. Es gehe an diesem Abend auch um die Festlegung des finanziellen Rahmens …
Eine Bürgersolaranlage sieht Gröbmayr empfehlenswert – das ist eine gemeinschaftlich betriebene Photovoltaikanlage, die von einer Gruppe von Bürgern finanziert und betrieben wird. Eine entsprechende Anlage vom Schule-Turnhallen-Dach läuft in Pfaffing noch heuer aus. Diese Anlagen aber würden eine Möglichkeit bieten, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen und gleichzeitig von den wirtschaftlichen Vorteilen der Solarenergie zu profitieren. Es wäre eine nachhaltige Entscheidung.
Hintergrund-Info: Bürgersolaranlagen sind in der Regel größer als private Hausdachanlagen und können mehrere hundert bis tausend Solarmodule umfassen. Der erzeugte Strom kann selbst genutzt oder ins Stromnetz eingespeist werden. Interessenten können sich mit einem bestimmten Investitionsbetrag beteiligen. Es gibt verschiedene rechtliche Formen für den Zusammenschluss, wie Genossenschaften oder GmbHs
Sebastian Gröbmayr fasste nach seinem Vortrag zusammen:
Von den insgesamt 14 untersuchten Anlagen – alle von Grundschule, Rathaus, Sporthalle, Gemeindesaal sowie Feuerwehr, evangelischer Kita und Naturkita – können alle wirtschaftlich betrieben werden und die Gemeinde Pfaffing unabhängiger von volatilen Strompreisentwicklungen machen.
• Die abgeschriebenen Bestandsanlagen verbessern die Wirtschaftlichkeit und weisen bei sieben Anlagen Amortisationszeiten zwischen 0,1 und 6,9 Jahren auf. Die weiteren Anlagen liegen zwischen 7,8 und 10,9 Jahren, wobei selbst die „schlechteste“ Anlage noch eine Kapitalrendite von 8,2 Prozent aufweise.
• Die Installation von Batteriespeichern führt bei allen Liegenschaften zu deutlich höheren Eigenverbrauchs- und Autarkiewerten, bei leicht steigender Amortisationszeit
und sinkender Kapitalrendite.
• Es kann für alle Liegenschaften der nächste Schritt zur Umsetzungsplanung über Fachunternehmer empfohlen werden – eventuell inklusive Einbindung Elektroplaner zur Arealversorgung Gemeinde-/Schulzentrum.
Die verschiedenen Einschätzungen zu den Gebäude-Anlagen der Gemeinde Pfaffing
Die Liegenschaft Grundschule wird bereits von einer PV-Anlage auf dem Turnhallen-Dach (38,7 kWp) mit Strom versorgt. Zudem sind auf dem Süddach der Liegenschaft zwei ca. 24,5 kWp–Bürgersolaranlagen installiert, die Ende des Jahres sowie Ende 2027 aber aus der EEG-Vergütung fallen und zur Deckung des Strombedarfs beitragen können.
Das Turnhallen-Dach in Pfaffing hat eine starke bilanzielle Überdeckung (165 %) des Bedarfs (56.000 kWh/a) durch eine hochwirtschaftliche PV-Anlage.
Das Rathaus selbst bietet weniger gut geeignete Dachflächen, weshalb zur Erweiterung der PV-Anlage auf dem Turnhallen-Dach (21,42 kWp) das großzügige Dach des nebenan liegenden Bürgersaals (Gemeindesaal) betrachtet wird – in Ost- und Westorientierung in Ost- und Westorientierung hier für die Nutzung zur PV-Stromerzeugung sehr gut geeignet.
Neben den Bestandsanlagen auf dem Dach der Sporthalle für Schule, Rathaus und Halle ist noch ausreichend Platz für die sinnvolle Erweiterung der PV-Anlage.
Die Liegenschaft Feuerwehrhaus bietet großzügige Dachflächen in Süd-, Ost- und Westorientierung, die sich sehr gut für PV-Stromerzeugung eignen.
Die Liegenschaft evangelische Kita bietet zahlreiche große Dachflächen, die sich vorbehaltlich ihrer statischen Tauglichkeit – sehr gut zur Nutzung für PV-Stromerzeugung eignen. Trägerin der Liegenschaft ist hier nicht die Gemeinde selbst.
Und die neue Liegenschaft Naturkita bei Scheidsöd bietet freie Dachflächen, bei deren Nutzung für PV-Stromerzeugung auf die Verschattung des hohen Baums im Süden geachtet werden muss. Trägerin der Liegenschaft ist auch hier nicht die Gemeinde selbst.
Sebastian Gröbmayr zu kommenden Schritten für die Gemeinde:
Die Umsetzungs-Planung solle im zeitlichen Ablauf mit der Priorisierung der Installationen mit einer ersten Projekt-Realisierung erfolgen.
Eventuell sei ein Elektroplaner im Zuge der Erstellung eines Notstrom-Konzepts für den Gemeindeverwaltungs-Bereich plus Schulzentrum einzubinden.
Außerdem sei eine Einbindung von Fachunternehmern hinsichtlich eines zügigen Fortschreitens in Richtung Detailplanung und erster Projektrealisierungen sinnvoll.
Tobias Forstner von der ÜWG fehlte im Kontext die Pfaffinger Kläranlage sowie der Wertstoffhof. Zudem das Thema Einbindung des neuen Einheimischen-Baugebietes bei Werfling – hierzu verwies Bürgermeister Josef Niedermeier auf die nächste Gemeinderatssitzung.
Auch verwies Forstner an das Einbinden von E-Mobilitäts-Anlagen in die Pläne.
Der Gemeinderat Pfaffing beschloss dann einstimmig, die PV-Anlagen wie vorgestellt in den Haushalt aufzunehmen und beauftragte die Verwaltung mit der Fortführung der Planung.
Foto: Renate Drax
Schaufenster


Ich versteh das nicht, wie man auf solche Gedanken kommen kann, in etwas zu investieren, das das Einstiegskapital zunächst vollständig verbraucht/entwertet. 7 Jahre bis es sich amortisiert (und das dürfte eine euphorische Rechnung sein)… Für eine Kapitalanlage, die man macht, weil man Geld übrig hat…. Haarsträubend….