Rettungsdienstexperte Frank Schulz von den Wasserburger Johannitern klärt auf

Die 112 ist nicht nur in Deutschland die Notrufnummer für den Rettungsdienst. Der Notruf kann europaweit in 43 Ländern rund um die Uhr vom Festnetz und vom Handy aus abgesetzt werden. Wann sollte der Notruf gewählt werden?

Anlässlich des Europäischen Tags des Notrufs am 11. Februar erläutert Frank Schulz, Notfallsanitäter und Rettungsdienstleiter der Johanniter für den Landkreis und die Stadt Rosenheim: „Die 112 ist bei Unfällen und akuten lebensbedrohlichen Notfällen zu wählen, z. B. bei Bewusstlosigkeit, allergischen Schockreaktionen oder Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls. Auch wenn es brennt oder die Situation unklar, aber lebensbedrohlich ist, ist 112 die richtige Notrufnummer.“ Für nicht lebensbedrohliche Beschwerden steht in Deutschland der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 zur Verfügung.

Die fünf W – diese Informationen benötigt der Rettungsdienst bei einem Notruf:

•    Wo ist der Notfall?
•    Was ist passiert?
•    Wie viele Verletzte oder Erkrankte gibt es?
•    Welche Symptome oder Verletzungen liegen vor?
•    Warten auf Rückfragen der Leitstelle.

Die 112 ist ein wichtiges Glied der Rettungskette

Besonders bei einer schweren Verletzung oder einem Herzstillstand kommt es darauf an, frühzeitig den Rettungsdienst zu rufen. Ersthelferinnen und Ersthelfer übernehmen nach dem Notruf eine zentrale Rolle und können durch sofortige Maßnahmen die Grundlagen für einen erfolgreichen Rettungseinsatz legen. „Die wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen sollte jeder kennen und anwenden können, um die Zeit bis zum Eintreffen der professionellen Hilfe des Rettungsdienstes zu überbrücken“, so Schulz weiter.

Erste Hilfe richtig anwenden

Durch Erste-Hilfe-Trainings können im Ernstfall die Hemmschwelle gesenkt und Überlebenschancen gesteigert werden. So zählt bei einem Herzstillstand jede Sekunde. Die Überlebenschance sinkt pro Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen um etwa 10 Prozent.

Die wichtigsten Handgriffe der Ersten Hilfe lernt man am besten in einem Erste-Hilfe-Kurs. Damit diese im Notfall ohne langes Nachdenken abgerufen werden können, raten die Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen – am besten alle zwei Jahre. Weitere Informationen unter https://www.johanniter.de/erstehilfe.

Das Bildungsportal der Johanniter bietet unter https://bildungsportal.johanniter.de weiterführende Informationen und digitale Kursangebote zur Ersten Hilfe.

Foto: Bieber/Johanniter

Schaufenster