Bürger-Appell zum Jahreswechsel: Kultstätte Wasserburgs gemeinsam retten
Es ist eine traurige Nachricht – aber verbunden mit einem hellen Hoffnungsschimmer in der Wasserburger Kulturszene zum Jahreswechsel: Das preisgekrönte, kleine Kino in Wasserburg „Utopia“ droht zu sterben. Aber da ist nun ein Versuch, dass es vorerst erhalten bleiben könnte. Ein neuer Kino-Verein will in Wasserburg im neuen Jahr den Betrieb übernehmen. Das Ziel sei es, das Kino für Wasserburg zu erhalten – auch wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen schwieriger seien denn je.
Nach über 30 Jahren legt Rainer Gottwald als Kino-Betreiber schweren Herzens sein Herzens-Projekt in andere Hände. Das Foto zeigt ihn in seinem Kino – sinnbildlich – am Notausgang …
Der Grund ist einfach erklärt: Anhaltende finanzielle Probleme, da sich die Besucherzahlen seit der Corona-Pandemie nicht mehr erholt haben.
Die Ursachen für diese Abwärtsentwicklung sind vielfältig. Auf einen einfachen Satz heruntergebrochen: Das Kino scheint für viele Menschen aus dem Zeitgeist gefallen zu sein. Weil junge Leute offenbar inzwischen lieber zu Hause auf der Couch sitzen und Netflix oder Amazon Prime anwerfen …
Ein neu gegründeter Verein „Kino Utopia“ will die so traditionsreiche Filmstätte in der Wasserburger Altstadt als kulturellen Treffpunkt sichern. Zunächst sei eine Testphase geplant, Programm und Zeiten bleiben gleich – wir berichten laufend.
Klar sei aber auch: Ohne mehr Besucher, Mitglieder und Ehrenamtliche des neuen Vereins sei der Fortbestand nicht gesichert. Nur gemeinsam könne man das „Utopia“ retten …
Der neue Verein „Kino Utopia“ wurde gegründet, um das Kino nicht nur zu retten, sondern ihm auch neue Perspektiven zu geben. Für die Engagierten steht fest: Für das Mittelzentrum Wasserburg wäre es ein enormer und nicht wiedergutzumachender Verlust, das Kino als Treffpunkt für treue Cineasten zu verlieren.
In die Vorstandschaft wurden Benjamin Krumpholz, Lisa Stürmlinger und Konrad Doser gewählt.
Der langjährige Kinobetreiber Rainer Gottwald bleibt als Kurator für die Filmauswahl eng mit dem Kino verbunden und bringt sein Know-How und das über Jahrzehnte gebildete Netzwerk weiterhin ein. So könne das immer wieder preisgekrönte und anspruchsvolle Kinoprogramm auf hohem Niveau fortgeführt werden, ergänzt durch wichtige neue Impulse aus dem gemeinnützigen Verein.
Damit der Betrieb ab 1. Januar 2026 dauerhaft gelingen kann, ist der neue Verein allerdings auf breite Unterstützung von Kino-Besuchern angewiesen.
Neben den Kino-Einnahmen erhofft man eine Finanzierung der Kosten durch möglichst zahlreiche Kinofreunde, die das Utopia durch ihre Mitgliedschaft im Verein unterstützen wollen. Spenden für den Erhalt des Kinos sind durch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit steuerlich abzugsfähig.
Mitglied werden – Anträge liegen im Kino aus
Ab morgen können im Kino Mitglieds-Anträge direkt vor Ort ausgefüllt werden.
Es gibt drei verschiedene Arten von Mitgliedsbeiträgen, so dass für unterschiedliche Möglichkeiten und Budgets etwas dabei sein dürfte – mit dem Ziel, möglichst vielen Menschen die Unterstützung zu erleichtern …
Und Spenden sind ab sofort ebenso möglich – eine Spendenbescheinigung wird ausgestellt.
Spendenkonto:
Kino Utopia e.V.
IBAN: DE50 7115 2680 0030 5155 22
Bank: Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg
Mithelfende gesucht – Ehrenamtliche für den Kinobetrieb
Neben finanzieller Unterstützung braucht das Kino vor allem Menschen, die mit anpacken. Gesucht werden Ehrenamtliche, die sich vorstellen können, im Kino als VorführerInnen zu arbeiten und so den Spielbetrieb praktisch zu ermöglichen.
Ein erster wichtiger Termin steht bereits fest: Die erste Mitgliederversammlung findet am Samstag, 17. Januar, um 15 Uhr im Gimplkeller statt.
Eingeladen sind alle Interessierten, Mitglieder und alle, die es gern werden möchten. Der Verein versteht das Treffen ausdrücklich als offene Runde zum Informieren, Mitreden und Mitgestalten.
Kontakt
Fragen, Anregungen und Unterstützungs-Angebote können auch per E-Mail an verein@kino-utopia gestellt werden.
Der Verein „Kino Utopia“ lädt alle herzlich dazu ein, Teil dieser kulturellen Bewegung zu werden. Ob als Mitglied, durch aktive Mitarbeit oder durch Spenden – gemeinsam könne man das Kino nicht nur erhalten, sondern es zu einem lebendigen Treffpunkt für alle Generationen machen.
Der Appell heute: „Lasst uns gemeinsam die Magie des Kinos in Wasserburg bewahren und weiterentwickeln!“
Foto: Renate Drax
Das Kino-Programm in Wasserburg bis Heiligdreikönig
Donnerstag 01.01
17.30 UHR Der Medicus 2
18.00 UHR Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse
20.15 UHR DER FREMDE
20.30 UHR Therapie für Wikinger
Freitag 02.01
15.00 UHR Zoomania 2
15.15 UHR Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen
17.30 UHR Der Medicus 2
18.00 UHR Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse
20.15 UHR DER FREMDE
20.30 UHR Therapie für Wikinger
Samstag 03.01
15.00 UHR Zoomania 2
15.15 UHR Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen
17.30 UHR Der Medicus 2
18.00 UHR Der Held vom Bahnhof Friedrichstrasse
20.15 UHR DER FREMDE
20.30 UHR Therapie für Wikinger
Sonntag 04.01
13.00 UHR Zoomania 2
13.00 UHR Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen
15.15 UHR CHECKER TOBI 3 – DIE HEIMLICHE HERRSCHERIN DER ERDE
15.15 UHR Pumuckl und das große Missverständnis
17.30 UHR DER FREMDE
18.00 UHR Therapie für Wikinger
Montag 05.01
17.30 UHR Der Medicus 2
18.00 UHR Therapie für Wikinger
20.15 UHR DER FREMDE
20.30 UHR Die my Love – OmU
Dienstag 06.01
15.00 UHR Zoomania 2
15.15 UHR Pumuckl und das große Missverständnis
17.30 UHR Der Medicus 2
18.00 UHR Therapie für Wikinger – Den Sidste Viking – OmU
20.15 UHR DER FREMDE
20.30 UHR Die my Love – OmU
Schaufenster


Ich geh gern ins Wasserburger Kino, ich hoffe sehr, es bleibt uns noch lange erhalten.
Natürlich werde ich auch Mitglied. Hole mir Morgen gleich den Mitgliedsantrag ab. Das Kino Utopia muss im Sinne der Wasserburger dringend erhalten werden. Im Rahmen meiner Möglichkeit werde ich mich auch ehrenamtlich einbringen wollen.
Das „Utopia“ hatte seine Zeit.
In einer sich permanent verändernden Medienlandschaft wirkt es allerdings wie ein in die Jahre gekommener Anachronismus.
Ohne dass jetzt bewerten zu wollen. Streaming ist das neue Kino geworden.
Und mit eher überschaubaren Investitionen lässt sich inzwischen jedes Wohnzimmer in einen formidablen Film- und Serienort verwandeln.
Der Initiative zum Erhalt des Kinos wünsche ich jedenfalls Erfolg.
Und bei Rainer Gottwald bedanke ich mich herzlich für viele schöne Stunden im „Utopia“.
Ihr Kommentar schildert den Rückzug aus der sozialisierten Gemeinschaft in die Isolation der Steinzeitlichen Höhlenbewohner . . . 🤔😳
Ich weiß zwar nicht wo sie die (er)leben, würde aber darum bitten von derlei pauschalisierenden Unterstellungen Abstand zu nehmen. Zumal das Kommunikationsniveau in der „sozialisierten Gemeinschaft“, über die letzten Jahre, teils bedenkliche Züge angenommen hat. Alles eine Frage der Qualität. Nicht nur in Sachen Kinoprogramm!
Thema verfehlt! Setzen, 6!
Es geht nicht um das allgemeine Kommunikationsniveau, sondern ums Kino!
Am 01.01.26 schon genervt? Oder vom erfassen kausaler Zusammenhänge überfordert? Beides wäre schlecht! Von daher: Munter bleiben!
🤣
Auch ich hoffe, dass das Utopia weiter bestehen bleibt und werde meinen Teil dazu beitragen, sprich dem Verein beitreten. So viele Filme da gesehen… gelacht und geweint… und ich habe dieses kleine besondere und ja, auch aus der Zeit gefallene Kino, immer den großen Kinos vorgezogen… von daher hoffe ich sehr, dass es weiterleben darf. Danke an dieser Stelle auch Dir Rainer!
Das Utopia ist in Wasserburg nicht wegzudenken.
Persönlich hoffe ich, dass es den engagierten Ehrenamtlichen gelingt, das Utopia weiter für Wasserburg und das Umland, erhalten zu können.
Ein gelungenes Beispiel dafür finden wir mit Marias Kino in Bad Endorf.
An dieser Stelle auch ein herzlicher Dank an den jahrzehntelangen Betreiber Rainer Gottwald.
@aus dem zeitgeist gefallen: nein,
Ich bin auch einer dieser Streamer, mit einer mittlerweile anachronistischen 5.1 Anlage.
Den Rückzug in die Höhle, die @Fischer_50 durchaus treffend beschreibt, kann ich auch im eigenen Umfeld erkennen.
Lieber alles in der eigenen Höhle, um bei Fischer zu bleiben, als raus zu gehen, sich als kommunikatives soziales Wesen zu präsentieren.
Bleiben wir beim Thema:
Programm-Kino wie das Utopia, ist ganz was anderes.
Da werden einem Filme gezeigt, von denen man in Streamingdiensten noch nie was gehört hat.
Man triffft sich, geht hin, schaut den Film, nachher wird im Bistro oder in der Pizzeria darüber geredet.
@Sozialisierte Gemeinschaft?
This is „sozialisierte Gemeinschaft“
danke, sehr gut beschrieben . . . 👍😎😉
Seien wir doch ehrlich, wenn es beim Thema Teilhabe schon daran scheitert, im Utopia barrierefreie Filme mit Untertiteln für Hörgeschädigte und Audiodeskription für Blinde anzubieten, wie soll dann eine „sozialisierte Gemeinschaft“ entstehen…?
Da wundert es mich auch nicht, dass viele Menschen allein zu Hause bleiben, sich zurückziehen und keinen Anschluss finden…
Ich liebe dieses aus der Zeit gefallene Kino..
Wieviele wunderbare, besondere, Filme habe ich dort schon angeschaut . Es darf nicht aufgegeben werden!!
Werde auch einen Beitrag leisten, der in meinem finanziellen Rahmen möglich ist.
Es wäre ein großer Verlust, wenn es das Utopia nicht mehr gäbe..
Ich weiß nicht, ob nur streaming das Problem von utopia ist. Ich hab kürzlich das Kanu des Manitu dort geschaut und dunkle Szenen kann man gar nicht richtig erkennen. Es bleibt etwas vom Film auf der Strecke obwohl es nicht mal ein dunkler Film war. Wenn ich das in RO oder Waldkraiburg zum gleichen Preis sehe, hab ich einfach mehr davon.
Respekt an alle Beteiligten für den Rettungsversuch!
Ich hoffe wirklich, dass sie es schaffen.
Ich fürchte aber, dass man die immer weiter fortschreitende Verringerung der Basis an Kinogängern nicht aufhalten wird können.
Darüber hinaus stellt sich für mich die grundlegende Frage, inwiefern der Immobilienbesitzer ein Interesse am langfristigen Fortbestand des Utopia hat. Eine klare Perspektive seitens des Vermieters ist entscheidend, um die zukünftige Planungssicherheit des Betriebs zu gewährleisten.
Ich freue mich, dass das Kino Utopia weiterleben soll. Aber wenn man sich schon lange barrierefreie Filme mit Untertiteln für Menschen mit Hörbehinderung wünscht und kaum welche bekommt, wundert es nicht, dass viele nicht kommen. Und wenn für blinde und sehbehinderte Besucher keine Audiodeskription oder andere Hilfen angeboten werden, bleibt das Kino eben nicht für alle zugänglich. Wenn auf Anfragen auch keine Antwort kommt, muss man sich echt nicht wundern, dass das Interesse fehlt. Wenn das Kino wirklich für alle da sein will, braucht es mehr als gute Worte.
Liebe Tammy, wenn das Utopia alle Behinderungsarten, einschließlich Körperbehinderte und Rollstuhlfahrer, berücksichtigen sollte, wird es wohl kaum mehr weiter existieren können, da die Investitionen diesbezüglich einfach zu groß wären, auch wenn der Vermieter großzügig wäre!!
Vielleicht wäre für diese Personengruppe ein Angebot in der Kino Werkstatt einfacher zu händeln, und wir „Normalos“ integrieren uns dort, falls uns der Film interessiert!!
Mein Vorschlag: nur Do/Frei/Sa/So geöffnet, da war ich z.B. nie allein.