Neues Damen-Fußballteam gewinnt erstes Pflichtspiel der Vereinsgeschichte mit 17:0
Der vergangene Sonntag wird aus zweierlei Gründen in die lange Historie des Wasserburger Fußballs eingehen: Die neu gegründete Damen-Mannschaft (Foto) absolvierte in Schnaitsee gegen die SG Babensham/Waldhausen/Eiselfing ihr erstes Pflichtspiel der Vereinsgeschichte – und zwar im Kreispokal – gewann dabei mit sage und schreibe 17:0.
„Die Nervosität war bei jeder von uns vor dem Spiel recht groß“, berichtete Jacqueline Wilhelm, die sportliche Leiterin und Spielerin in Doppelfunktion ist. „Wir waren zwar davon überzeugt, dass wir eine gute Mannschaft mit guter Qualität haben, aber keiner konnte so wirklich einschätzen, wo man wirklich steht.“ Nach dem 17:0 gegen die zwei Klassen höher spielende Spielgemeinschaft lässt sich die Leistungsfähigkeit nun besser einordnen …
Die von Thomas Urbaniak trainierten Löwinnen starteten furios und führten durch Tore von Yanica Moritz (4. und 7.), Saskia Kämmerer (8.) und Wilhelm (12.) bereits nach nicht einmal einer Viertelstunde mit 4:0.
„Wir haben das Spiel zu jeder Zeit dominiert und dem Gegner unser Spiel aufgezwungen. Wir haben unsere Torchancen direkt genutzt und somit schon in den ersten Minuten die Richtung des Spiels aufgezeigt“, so Wilhelm. Bis zur Pause legten die Innstädterinnen durch
Kämmerer (24. und 39.), Moritz (28. und 41.), Nicole Frydrych (34.) und Luisa Müller (45. und 45.+3) noch sieben weitere Tore nach.
„Besonders hoch rechne ich meiner Mannschaft an, wie sie mit der deutlichen Führung umgegangen ist“, lobte Coach Urbaniak, der als stellvertretender Abteilungsleiter auch für den Damen-Fußball in Wasserburg verantwortlich ist. „Auch nach dem fünften und sechsten Tor haben wir nicht angefangen, überheblich zu werden oder mit Hacke, Lupfern und unnötigen Aktionen zu spielen. Stattdessen haben wir weiterhin konzentriert und diszipliniert Fußball gespielt, eine Aktion nach der anderen sauber zu Ende gebracht und konsequent den Abschluss gesucht.“
Diese Konsequenz im Abschluss führte nach dem Seitenwechsel dazu, dass die Löwinnen das Ergebnis weiter in die Höhe schraubten.
Andrea Pichler (46. und 51.), Veronika Urbaniak (54.), Kämmerer mit ihrem vierten Tor (63.), Moritz mit ihrem fünften (73.) sowie erneut Pichler (76.) sorgten für den 17:0-Endstand.
Die Löwinnen haben sich gut in den Verein eingefunden, sind auch bei Spielen der Herren regelmäßig präsent und wachsen immer mehr zusammen. „Der Start gibt uns allen Ruhe und Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und wir jetzt weiterarbeiten und von Woche zu Woche noch besser werden können“, freut sich Wilhelm über den Auftrieb nach dem erfolgreichen Pflichtspiel-Auftakt.
JAH
Schaufenster


Alle Achtung Mädels, Respekt, weiter, immer weiter….
17:0(!) gegen eine zwei Klassen höher spielende Mannschaft. Ernsthaft?
So schön es ist, dass es im Damenbereich nun einen Anfang gibt. Sportlicher wäre es gewesen, selbst zu wachsen, anstatt eine Mannschaft aus dem nichts aus dem Boden zu stampfen.
Es lebe der Sport…
Da muss ich mich jetzt aber schon fragen, was da abläuft.
Ja – ein Frauen Team ist ja ok – aber ich seh da keine Wasserburger Spielerin ?
Also einfach mal eine Mannschaft aus dem Boden mit auswärtigen Spielerinnen stampfen – natürlich ohne finanzielle Mehrkosten !
Und war da nicht der unbedingte Wunsch nach einem Kunstrasenplatz, da zu wenig Plätze vorhanden sind und daher die vorhandenen stark belastet werden?
Und jetzt noch eine Mannschaft mehr im Altstadtstadion !?
Kneift mich mal – wer ist denn auf diese tolle Idee gekommen?
Wir sehen bei jedem Heimspiel, wie der Platz strapaziert wird und das Geläuf nicht Bayernliga-tauglich ist.
(…)
Die Infrastruktur in Wasserburg ist eine Katastrophe, das stimmt.
Allerdings ist hier auch die Stadt unter dem Vorgänger-Bürgermeister mit verantwortlich – inklusive Bauhof.
Dieser Verein bräuchte einen komplett neuen Sportpark mit Tribünen, Vereinsgaststätte, Kunstrasen etc – ein Beispiel wäre Traunstein.
Der TSV 1880 Wasserburg hat bereits einen Sportpark: Den Sportplatz am Badria mit Parkplätzen, Sportheim, Umkleiden, Verkaufsmöglichkeiten, überdachter Tribüne und Flutlicht.
Dem TSV 1880 Wasserburg stehen in Wasserburg zudem weitere Fußballplätze und weitere Hallen für Training und Spiele zur Verfügung, für deren Herstellung, Pflege und Unterhalt die Stadt aufkommt.
Der TSV 1880 Wasserburg macht schon seit Jahrzehnten folgendes: Teams im Erwachsenenbereich werden nach dem Leistungsprinzip zusammengestellt und als Wasserburger, der jetzt Fußball nicht so gut drauf hätte, hätte man in den Erwachsenenteams nullkommanull Chance, mittrainieren geschweige denn mitspielen zu dürfen.
Für den TSV Wasserburg ist es teilweise schon in den älteren Jugendteams zu viel verlangt, mit denjenigen Kindern und Jugendlichen dauerhaft auszukommen, die in Wasserburg wohnen und dann einfach mit denen zu trainieren und zu spielen und wenn es höherklassig nicht klappt, damit einfach zufrieden zu sein.
Der Wasserburger Steuerzahler zahlt also schon derzeit für eine ganze Menge Spielerinnen und Spieler, die überhaupt nicht in Wasserburg wohnen. Und ich meine damit ausdrücklich nicht die Unterscheidung deutsch / nichtdeutsch, sondern in Wasserburg wohnend und in Wasserburg nicht wohnend.
Hinzu kommt, dass Wasserburg ein sogenannter DFB-Stützpunkt ist, was bedeutet, dass die städtischen Sportanlagen von noch mehr Kindern und Jugendlichen genutzt werden, die mit Wasserburg sonst nichts zu tun haben und die darüber hinaus schon in jungen Jahren dem Leistungsprinzip unterworfen werden sollen, was meiner Meinung nach überhaupt nicht in Ordnung ist.
Warum soll ich also als Wasserburger Steuerzahler für ganz viele Nicht-Wasserburger einen weiteren Sportpark mitfinanzieren? Unsere sportbegeisterten Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen aus Wasserburg (egal ob deutsch oder nichtdeutsch) haben hiervon vermutlich herzlich wenig.
Trotz allem: Herzlichen Glückwunsch an die Damenmannschaft zum Sieg!
@Altstadtlöwenfan
Da geb ich dir vollkommen Recht, aber wieviele Spieler mit bayerischer Herkunft spielen beim großen Vorbild FCB?
Meines Wissens baut dieses „große Vorbild“ seine Fußballplätze und Stadien aber in Eigenregie mit eigenem Geld und fordert nicht die Stadt auf, dies für ihn mit Steuergeldern zu erledigen – mit dem Argument, man möchte als Breitensportverein doch auch den hiesigen Frauen ein Angebot zum Fußballspielen bieten.
In einem früheren Bericht (…) war noch die Rede davon, dass die Wasserburger Frauenmannschaft höherklassig einsteigen will und die Hälfte des Kaders auch höherklassig gespielt hat. Sich nun damit zu rühmen, einen zwei Klassen stärkeren Gegner zu schlagen, finde ich gegenüber dem Gegner nicht fair.
Und wenn ich hier die Aufstellung (…) durchgehe, kommt hier ca. die Hälfte der Spielerinnen von Mannschaften der regionalen Kreisebene, drei sogar vom selben Verein.
Wenige bekannte Vereine halten in der Region seit Jahren die Fahne für den Frauenfußball hoch. Wasserburg hat sich hier der Spielerinnen bedient ohne Meldung einer Juniorinnen-Mannschaft.
Natürlich ist alles im erlaubten Rahmen, aber ein Sieg gegen eine seit Jahren etablierte Frauen-Mannschaft mit Juniorinnen würde ich demütiger feiern.
Direkt in den Bau des eigentlichen Stadions ist kein staatliches Geld geflossen. Allerdings sind öffentliche Mittel in Höhe von rund 210 Millionen Euro für die umliegende Infrastruktur und Erschließung ausgegeben worden. So ganz ohne Staat ging’s dann wohl doch nicht.