In inniger Rivalität verbunden: Wasserburg empfängt Rosenheims Sechzger in der Bayernliga

Dieses Spiel elektrisiert die Fußballfreunde in der Region. Am morgigen Dienstag-Abend um 19 Uhr treffen in der Wasserburger Altstadt die beiden führenden Vereine des Landkreises Rosenheim aufeinander, wenn der TSV 1880 Wasserburg den TSV 1860 Rosenheim empfängt. Beide Vereine sind sich in inniger Rivalität verbunden und lieferten sich in der vergangenen Saison bis zur allerletzten Sekunde einen Zweikampf um Platz eins in der Landesliga Südost. Mit einem Tor in der Nachspielzeit entrissen die Sechziger den Löwen zwar die Meisterschaft, schenkten ihnen dadurch aber die Relegation. Für Wasserburg war es in der Nachbetrachtung wahrlich ein Geschenk, denn nach dem Erfolg gegen Hauzenberg folgten die Innstädter den Rosenheimern in die Bayernliga und wurden durch das Stahlbad Relegation als Verein zusammengeschweißt.

Diesen Zusammenhalt brauchen die Löwen nun, denn in der Bayernliga weht ein anderer Wind – ein Wind, an den sich Rosenheim bereits schneller gewöhnt zu haben scheint. Die Mannschaft von Trainer Wolfgang Schellenberg verlor erst ein Spiel, kassierte wie im Vorjahr nur wenige Gegentore und setzte nach drei Unentschieden aus den ersten vier Spielen beim ersten Saisonsieg gegen den hoch eingeschätzten FC Deisenhofen mit einem fulminanten 6:0 ein offensives Ausrufezeichen.

Ein Leuchtsignal setzte am Freitag auch Maximilian Pichler, der sich in der Saison 2024/25 am zweiten Spieltag noch in Diensten der Sechziger verletzte und fast zwei Jahre auf seinen großen Fußballmoment warten musste. Der 27-Jährige schoss Wasserburg in Ismaning in der Nachspielzeit zum ersten Dreier der Saison. Pichler hat seine Klasse vor seiner Verletzung oft bewiesen, doch es wird gerne vergessen, dass Comebacks Zeit und Geduld erfordern – beides ist selbst im Amateurbereich im Aufstiegs- oder Abstiegskampf selten vorhanden. Auf die Begegnung mit seinem ehemaligen Verein blickt der Defensivspieler gleichermaßen realistisch wie zuversichtlich: „Ich denke, dass es ein Spiel wird, in dem beide Mannschaften alles reinschmeißen werden. Man kennt sich und will natürlich gewinnen. Ich glaube, dass wir geduldig sein müssen. Rosenheim wird kompakt stehen und versuchen zu kontern.“ Gleichzeitig hofft er auf die Wucht der Altstadt: „Wir spielen in Wasserburg, da wollen wir natürlich unseren ersten Heimsieg holen.“

Ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein ist es auch für Simon Fischer, der gemeinsam mit Florian Grundner im Sommer nach Wasserburg wechselte. „Wir freuen uns natürlich alle schon seit Wochen auf das Derby und wollen an den Sieg in Ismaning anknüpfen.“ Der erste Erfolg in der Bayernliga hat den Löwen Auftrieb gegeben, bei Rosenheim wird es nach dem 6:0-Sieg ähnlich sein, weshalb Fischer erwartet: „Ich denke, es wird ein sehr umkämpftes Spiel werden. Am Ende wird entscheidend sein, wer weniger Fehler macht, die Zweikämpfe gewinnt und bei den zweiten Bällen konsequenter ist. Die Mannschaft, die diese Dinge besser umsetzt, wird das Spiel für sich entscheiden.“ 

JAH

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