Massiver Anstieg von Verstößen - Polizeiinspektion Wasserburg zieht Bilanz
Sie gehören längst fest zum Straßenbild, bringen jedoch massive Probleme mit sich – die E-Scooter. Mittlerweile sorgen sie fast täglich durch viele Unfälle und alkoholisierter Fahrer für Schlagzeilen. Wie stellt sich die Situation im Altlandkreis dar? Im Gespräch mit der Wasserburger Stimme zieht Markus Steinmaßl (Foto), Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Wasserburg, auch nach einer gezielten Kontrollaktion im gesamten Dienstbereich eine deutliche Bilanz zum Verhalten von E-Scooter-Fahrern.
Während in den Jahren 2022 bis 2024 noch recht wenige Verstöße rund um die Verwendung von Elektrokleinstfahrzeugen zu verzeichnen waren, stellt die Dienststelle seit 2025 und im laufenden Jahr eine erhebliche Zunahme falschen Verhaltens fest. Die Polizei habe die E-Scooter schon lange im Visier und heuer einen klaren Schwerpunkt auf deren Überwachung gelegt.
„Die Polizei Wasserburg hat die Thematik im Fokus und wird weiterhin bei der Verkehrsüberwachung einen Schwerpunkt bei der Kontrolle von E-Scootern im gesamten Dienstbereich der Polizeiinspektion Wasserburg legen“, erklärt Steinmaßl. Hintergrund des verstärkten Einsatzes sind unter anderem zahlreiche Anzeigen wegen fehlenden Versicherungsschutzes, Alkohol- und Drogenfahrten sowie verbotener Personenbeförderung und illegalem Tuning auf den Straßen im Dienstgebiet.
Bei den durchgeführten Kontrollen stellt die Polizei in den allermeisten Fällen fest, dass die E-Scooter nicht über die erforderliche Pflichtversicherung verfügen. Häufig besitzen diese Elektrokleinstfahrzeuge gar kein Versicherungskennzeichen oder führen ein ungültiges Schild in der „falschen“ Farbe mit sich. Seit dem Jahr 2022 musste die Polizei Wasserburg bereits 62 E-Scooter-Fahrer wegen eines Vergehens nach dem Pflichtversicherungsgesetz zur Anzeige bringen. Markus Steinmaßl macht in diesem Zusammenhang deutlich: „Hierbei ist zu unterstreichen, dass es sich um eine Straftat handelt.“
Gefährliche Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss
Zusätzlich fällt den Beamten bei den Kontrollen verstärkt auf, dass Fahrer vor Fahrtantritt Alkohol oder Drogen konsumiert haben. Da für E-Scooter-Fahrer exakt dieselben Alkoholgrenzen wie für Pkw-Fahrer gelten, führt dieses Fehlverhalten zu massiven Konsequenzen. „Sie gefährden nicht nur sich selbst und andere Verkehrsteilnehmer, sondern riskieren empfindliche Strafen und schlimmstenfalls ihren Führerschein“, so der Geschäftsstellenleiter.
Allein im Jahr 2025 und heuer wurden insgesamt 21 alkoholisierte oder unter Drogeneinfluss stehende E-Scooter-Fahrer gestoppt. Die Betroffenen wurden entweder wegen Trunkenheit im Straßenverkehr oder wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Straßenverkehrsgesetz angezeigt, weil sie die gesetzlichen Grenzwerte überschritten hatten. Um Gefährdungen im Straßenverkehr von vornherein auszuschließen, achten die Streifen gezielt darauf, solche Fahrten vorab zu verhindern. In den letzten Monaten wurden so bereits fünf Fahrten vor Fahrtantritt unterbunden, darunter eine Gruppe junger Erwachsener, die nach dem Konsum von Cannabis direkt am Aufsteigen auf ihre bereitliegenden E-Scooter gehindert wurde.
Seltener, aber dennoch präsent, sind Fälle von illegalem Tuning. Mittels elektronischer Einrichtungen wurden Roller so manipuliert, dass sie die maximal erlaubte Geschwindigkeit von 20 km/h überschritten. Dies führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis. Da die meist jungen Fahrer in diesen Fällen auch nicht die passende Fahrerlaubnis für das schnellere Kraftfahrzeug besitzen, folgen Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das bisher negativste Beispiel war ein „gechippter“ Roller, der eine Geschwindigkeit von 60 km/h erreichte.
Zudem trafen die Einsatzkräfte viermal auf Fahrer, die das gesetzliche Mindestalter von 14 Jahren noch nicht erreicht hatten. Ein E-Scooter-Fahrer war erst acht Jahre alt und in Begleitung eines Angehörigen im öffentlichen Straßenverkehr unterwegs.
Ein weiteres wiederkehrendes Vergehen sind „überladene“ E-Scooter, bei denen zwei Personen gleichzeitig auf einem Fahrzeug fahren. „Das ist nicht nur verboten, sondern auch gefährlich, da das Fahrzeug nicht für das zusätzliche Gewicht ausgelegt ist und Stürze vorprogrammiert sind“, so Markus Steinmaßl. Die Beamten sorgen vor Ort dafür, dass die Fahrt nur mit einer „Ein-Mann -Besatzung“ sicher fortgesetzt wird. In der Regel bleibt es hier bei einer Verwarnung.
Hinweise oder Beschwerden aus der Bevölkerung zu E-Scootern gehen bei der Dienststelle so gut wie keine ein. Eine Ausnahme bildete eine Meldung über die Situation in den Arkaden in der Wasserburger Altstadt. Dort wurde beklagt, dass Schüler am Morgen viel zu schnell mit ihren Scootern durch die Arkaden fahren. Die Polizei Wasserburg reagierte prompt mit einer gezielten Kontrollaktion am 31. Juli (wir berichteten), dabei wurden acht E‑Scooter‑Fahrer sowie zwei Radfahrer gestoppt und verwarnt.
Wichtige Regeln für E-Scooter im Überblick:
- Mindestalter: 14 Jahre
- Höchstgeschwindigkeit: maximal 20 km/h
- Versicherung: Es besteht eine gesetzliche Versicherungspflicht (sichtbar durch die Versicherungsplakette)
- Alkoholgrenzen: Es gelten exakt dieselben Alkoholgrenzen wie beim Führen eines Pkw
- Fahrverbot: Das Fahren auf dem Gehweg ist strikt verboten
- Personenanzahl: Nur eine Person auf dem Scooter erlaubt
- Handynutzung: Es gilt ein Handyverbot während der Fahrt
- Ausrüstung: Ein funktionstüchtiges Vorder- und Rücklicht sowie seitliche Rückstrahler sind Pflicht
- Zulassung: Eine Allgemeine Betriebserlaubnis muss vorliegen
TANJA GEIDOBLER
Schaufenster


Was mir beim Beitrag fehlt ist eine klare Empfehlung zum Helm tragen.
Eine Helmpflicht sollte für mich beim Fahrrad und
E-Roller zur Pflicht werden sollte.
Es würde die Einsatzkräfte und Krankenhäuser bestimmt spürbar entlasten.
Tatsächlich ist rein sozialwirtschaftlich betrachtet wäre eine Fahrradhelmpflicht laut Experten nicht sinnvoll.
Tatsächlich dachte ich erstmal, was für eine schwachsinnige Aussage. Habe das überprüft und es stimmt sogar. Hätte ich nicht gedacht.
Und warum nicht?
Kernpunkt der Studie ist ja, dass es 10-40% weniger Fahrradfahrer geben würde. Das würde ich stark anzweifeln und somit würde ich auch die Studie und den sogenannten Experten anzweifeln.
Es geht doch hier nicht um die Helmpflicht.. es geht darum, dass die meisten, die so einen E-Roller fahren sich an keine Regeln halten.. viel zu schnell fahren, auch von Kindern unter 14 Jahren, auf Gehwegen fahren.. in entgegengesetzter Richtung, auch Nachts unterwegs ohne Beleuchtung und selten alleine auf dem Roller..
Die sind eine richtige Gefahr geworden.. für jeden Verkehrsteilnehmer.. Eigengefährdung eingeschlossen..
Ich bin Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und ich fürchte diese Dinger samt Fahrer mittlerweile..
Was helfen Vorschriften, wenn sie nicht befolgt und selten kontrolliert werden..
So ist es.
Anscheinend erleben sich eScooter-Nutzer als Fußgänger Deluxe mit elektronischen Gimmick unter den Füßen. Als Benutzer eines witzigen Spielzeugs.
Dass sie schlichtweg langweilige Verkehrsteilnehmer sind mit Auflage sich an die StVO zu halten kommt in deren Weltbild nicht vor.
V.a. das Alter und die Einhaltung der auch für Radlfahrer üblichen Verkehrsregeln sollten häufiger kontrolliert werden.
Bei uns am Haus führt ein Fußweg vorbei, der inzwischen wegen der Scooter- und Radfahrer für Fußgänger fast schon lebensgefährlich ist. Die Bubis mit den Scootern schaffen es nicht nur in ansehnlichem Tempo durch die Fahrradsperren, sondern sind oft zu zweit oder gar zu dritt auf einem Scooter unterwegs. Leider sind die Radfahrer, was das Tempo betrifft, nicht viel besser…
Sehe ich genauso so.
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, einen Helm zu tragen.
Man könnte es aber auch sarkastisch formulieren: Wenn es nichts zu schützen gibt, braucht es keinen Helm :-)
Ohne Helm sollte heute niemand mehr unterwegs sein! Die allgemeine Verkehrssituation legt das doch nahe. Selbst diesbezüglich leidgeprüft, Halswirbelfrakturen nach Sturz mit dem Rennrad ohne Helm, allerdings schon in den 1990er Jahren, habe daraus die Konsequenzen gezogen. Die da lauten: Lieber Helmfrisur, als Schädelfraktur!
Und da ist sie wieder, die Helmpflichtfraktion….
Mir tät’s ja reichen wenn sich alle an die StVO halten und sich nicht überschätzen.
Da ist der schönste Helm nix, wenn man dich für unverwundbar hält.
Helmpflicht .
Da stört mich das Wort Pflicht . Das nächste ist die Helmpflicht für Fußgänger . Wer sich mit dem Fahrrad oder E-Scooter unsicher fühlt der soll es einfach lassen . Ein E-Scooter fährt 20 Km da laufe ich noch schneller . Nur Pflicht und Verbote kann es nicht mehr hören .
Wir durften Mofa ab 14 Jahren ohne Mofa Führerschein und Helm war alles frei und erlaubt . Kann mich im Raum Wasserburg gar nicht an irgendwelche Unfälle mit schweren Verletzungen erinnern . Etwas Freiheit mit Eigenverantwortung sollte in unserem Deutschland schon erhalten bleiben .
Da haben wir sie wieder, die anekdotische Evidenz. Nur weil sich der Michael an nix erinnern kann, gab’s das auch ned.
Selbst, wenn er sich erinnern könnte, täte er sich schwer, zwischen absoluten und relativen Zahlen zu unterscheiden.
Schwurbel hin und Schwurbel her.
Ich bleibe dabei: Wo es nix zu schützen gibt, braucht es auch keinen Helm.
Ein kleiner Tipp an die Polizei – ich würde mehr ohne Polizei-Autos fahren, weil wenn die schon von weitem das Auto sehen, springt einer schon runter oder es wird schnell der Roller weggestellt.
Es müsste mehr Zivil geschaut werden – Tipp: am Burgerfeld sind sehr viele unterwegs ohne richtiges Kennzeichen und immer zu Zweit und es wird nicht auf andere Straßen Teilnehmer geschaut.
Einfach nur über die Kreuzung – egal, ob Auto oder Mensch – das interessiert die Roller-Fahrer nicht und fast immer zu Zweit drauf oder sogar zu Dritt.
Genau, und Hilfs-Sheriffs brauchen wir auch noch mehr. Und Kameras. Und satellitengestützte Geschwindigkeitsregler in Autos.
Wer nichts zu verbergen hat, kann sich doch 24/7 kontrollieren lassen – oder?
(…)
Frei nach Hoffmann von Fallersleben:
„Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“
(…) wehe, es wird ein Kind vom Roller gefahren, schwer verletzt – dann ist immer der Autofahrer schuld (…)
Einfach mal am Morgen an den Schulen die Schüler mit ihren E-Scooter kontrollieren,
Viele haben von Verkehrsregeln noch nie was gehört. Bestes Beispiel, bei Nacht ohne Beleuchtung aber mit Handy in der Hand und Kopfhörer auf, auf der falschen Straßenseite unterwegs. Da fällt einem nichts mehr dazu ein.
Ja, ist auch bei einigen Radfahrern so. Ist schwierig, ohne Führerschein auch keine intensive Schulung in Sachen Verkehrsregeln und wenn man selbst noch nie Auto gefahren ist, ist es unglaublich schwer sich reinzuversetzen wie schlecht man teilweise im dunkeln gesehen wird, oder wie gefährlich manchen Fahrmanöver sind.
Glaub vieles ist einfach grenzenlose Naivität, kein böser Wille.