Wasserburg schlägt Erlbach im Toto-Pokal mit 4:0 - Der Spielbericht

Der TSV 1880 Wasserburg hat am Freitagabend in der Altstadt ein Ausrufezeichen gesetzt, das es zugleich etwas zu relativieren gilt. Vor 350 Zuschauern besiegte die Mannschaft von Trainer Florian Heller (wie kurz gemeldet) den SV Erlbach mit 4:0 und zog damit in die nächste Toto-Pokal-Runde ein. „Wir wissen das Ergebnis schon einzuordnen“, bilanzierte Heller nach einem großen Wasserburger Pokalabend.

Der SV Erlbach ist eine der besten Bayernligamannschaften der letzten Jahre, hat derzeit aber massive Personalprobleme. Vor allem in der Offensive fehlten so viele Spieler, dass Trainer Lukas Lechner den gelernten Sechser Levin Ramstetter in der Sturmspitze aufbieten musste. Zudem fand das Spiel mitten in der Vorbereitung statt, was das Ergebnis ebenfalls etwas relativiert. „Was uns am meisten interessiert, ist, wie es zu diesem Ergebnis kommt. Das hat viel mit dem zu tun, was wir uns bisher erarbeitet haben und das sind sehr, sehr gute Dinge mit dabei“, so Heller.

Der Coach spielt damit darauf an, dass Spieler in körperlich guter Verfassung sind und konsequent verteidigen wollen. Die Löwen sind damit saisonübergreifend seit sechs Pflichtspielen ohne Gegentor. In der Offensive wurden immer wieder gezielte Nadelstiche gesetzt, die letztlich die Partie entschieden. Schon kurz nach Anpfiff traf Josef Stellner den Pfosten, nach sechs Minuten führten die Löwen aber dann doch. Nach einem Ballgewinn in der eigenen Hälfte teilte Leon Simeth die Erlbacher Hintermannschaft mit einem Gassenpass wie einst Moses das Rote Meer. Der durchgestartete Torjäger Robin Ungerath vollstreckte zum 1:0. Im Anschluss machten die Innstädter zwei Erfahrungen, die sie aus der Landesliga nicht kannten oder gewohnt waren: Sie spürten in jedem Zweikampf körperliche Härte und wurden so massiv unter Druck gesetzt, dass sie selbst keine langen Ballbesitzphasen hatten und tief in der eigenen Hälfte standen. Abgesehen von einem Ramstetter-Freistoß, den Lino Volkmer parierte, und einem verzogenen Schuss von Simon Hefter hatte der Favorit jedoch kaum Torchancen.

Nach dem Seitenwechsel bekam Wasserburg die zweite Luft und übernahm die Kontrolle. Dabei spielte den Hausherren in die Karten, dass in der 50. Minute eine Ecke von Leon Simeth durchrutschte und zum 2:0 im langen Eck einschlug. Mit einem Doppelschlag durch Ungerath nach Zuspiel von Leander Haunolder (59.) und Vinzenz Egger nach Ungerath-Assist (64.) schraubten die Löwen das Ergebnis auf 4:0 in die Höhe. „Glückwunsch an Wasserburg. Sie haben das Spiel völlig verdient gewonnen. Wir haben es heute nicht geschafft, unser Spiel richtig durchzudrücken“, zeigte sich Lechner als fairer Verlierer und zollte seinem Trainerkollegen Anerkennung: „Es ist brutal gut, was der Flo da leistet. Wir hatten es zuvor genau analysiert, aber es ist super, wie die taktischen Vorgaben auf dem engen Platz funktionieren. Wir haben viele Zweikämpfe verloren und viele individuelle Fehler gemacht, deshalb haben wir völlig verdient das Spiel verloren.“

Pascal Linhart verlor nicht nur das Spiel, sondern auch die Nerven. In der 75. Minute grätschte er frustriert viel zu hart in Vinzenz Egger und sah aufgrund des üblen Foulspiels die Rote Karte. In der Schlussphase kontrollierte Wasserburg das Spiel und ließ nichts mehr anbrennen. Heller lässt sich von dem Ergebnis nicht blenden, sondern hat das große Ganze im Blick: „Wir haben in sämtlichen Spielphasen noch Nachholbedarf. Das wollen wir noch besser und klarer hinbekommen.“ Zugleich lobte er aber: „Nach zwei Wochen Vorbereitung auf das heutige Pokalspiel haben wir schon sehr gute Dinge beobachten können.“

Wasserburg: Volkmer, Köck (61. Biegel), Grundner, Rubio Gonzalez, Fischer, Stellner (61. Brich), Dittrich (46. Pichler), Simeth, Haunolder (68. Voglmaier), Ungerath (65. Kononenko), Egger

Erlbach: Weber, Linhart, Obermeier (85. Strasser), Duxner (61. Dafinger), Sammereier, Ramstetter, Lukic (84. Grübl), Seils (54. Adamhuber), Hahn, Hefter, Schulz

Tore: 1:0 Robin Ungerath (6.), 2:0 Leon Simeth (50.), 3:0 Robin Ungerath (59.), 4:0 Vinzenz Egger (64.)

Rote Karte: Pascal Linhart (75., grobes Foulspiel)

Schiedsrichter: Maximilian Hafeneder

Zuschauer: 350

JAH

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