Fürs Überleben der Küken ein Faktor besonders entscheidend: Wasser

Im Landkreis Rosenheim ist die Brutzeit des Kiebitzes bereits in vollem Gange. Auf Äckern und Wiesen haben die Vögel ihre Nester angelegt und schon bald werden die ersten Küken schlüpfen. Für deren Überleben spielt ein Faktor eine besonders entscheidende Rolle: Wasser.

Feuchte Senken als Überlebenssicherung für Küken

Kiebitz-Küken sind sogenannte Nestflüchter. Bereits kurz nach dem Schlüpfen verlassen sie das Nest, die Altvögel zeigen ihnen nun, wo sie die besten Chancen bei der Nahrungssuche haben. Dabei sind sie dringend auf feuchte Senken und kleine Wasserstellen angewiesen. In diesen Bereichen finden sie ausreichend Insekten und andere Kleinstlebewesen – ihre wichtigste Nahrungsquelle. Gleichzeitig benötigen die Küken die Wasserstellen auch zum Trinken, insbesondere in trockenen Frühjahrsperioden.

Fehlen solche feuchten Bereiche, sinken die Überlebenschancen der Küken drastisch. Trockene, intensiv genutzte Flächen bieten kaum Nahrung und führen dazu, dass viele Jungvögel verhungern oder verdursten. Deshalb setzen sich viele Ehrenamtliche und Landwirte im Landkreis Rosenheim gezielt dafür ein, Senken zu erhalten oder Mulden, die temporär mit Wasser gefüllt sind, auf Feldern und Wiesen anzulegen. Schon kleine, flache Wasserstellen, zum Beispiel auf Feldwegen, können dabei einen großen Unterschied machen.

„Ein besonderer Dank gilt bereits vielen Landwirten, die durch umsichtiges Handeln einen wichtigen Beitrag zum Kiebitzschutz leisten. Der Erhalt dieser zum Teil gesetzlich geschützten Senken, ist nicht nur für den Kiebitz so wichtig, sondern trägt auch insgesamt zu einer vielfältigen und widerstandsfähigen Agrarlandschaft bei“, so Elisabeth Knapp vom Landschaftspflegeverband Rosenheim, der das Kiebitzschutz-Projekt betreut.

Auch die Mithilfe der Bevölkerung ist gefragt

Neben diesen Maßnahmen ist auch die Rücksichtnahme der Bevölkerung von großer Bedeutung. Spaziergänger werden gebeten, ihre Hunde anzuleinen und auf den Wegen zu bleiben. Gesperrte Bereiche sollten unbedingt gemieden werden, da sich dort häufig Brutplätze und wichtige Rückzugsräume mit Wasserstellen befinden. Störungen führen zu vermehrtem Stress und gefährden die erfolgreiche Aufzucht der Jungvögel.

Der Schutz des Kiebitzes hängt somit maßgeblich von funktionierenden Lebensräumen ab – und Wasser ist dabei neben genügend Deckung der Schlüssel. Nur wenn ausreichend feuchte Bereiche vorhanden sind und Störungen minimiert werden, haben die Küken eine echte Chance, zu überleben.

„Netzwerke für den Kiebitz“ ist ein Projekt zum Schutz der Kiebitze in Rosenheim, Altötting und Traunstein, gefördert durch den Bayerischen Naturschutzfonds und den Bezirk Oberbayern.

Foto: Margit Böhm

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