Drei Neulinge beim Inn-Isar-Racing-Team geben Einblicke in einen außergewöhnlichen Sport

Wie fängt man als absoluter Neuling mit dem Eisspeedway an? Und wie geht es nach den ersten Versuchen weiter? In einem Dreiergespräch geben die Neulinge beim Wasserburger Inn-Isar-Racing-Team Einblicke in einen außergewöhnlichen Sport.

Bernhard Sanftl kann es nicht verhehlen. Da hätte man auf dem blanken Eis im kalten Schweden gerade das Gefühl auf dem Motorrad gehabt, man sei jetzt in enormer Schräglage richtig schnell um die Kurve geflitzt. „Und dann schaut man sich nachher das Video von sich selbst an und sieht, wie viel Luft da noch ist“, grämt sich der Neuling auf dem Eis. „Eine gewisse Enttäuschung über sich selbst kann man da nicht verleugnen.“

Die extreme Schräglage ist eine der Besonderheiten des Eisspeedway. Genau wie mit einem aerodynamiklastigen Rennauto, also etwa ab der Formel 3 aufwärts, muss man auch auf einem Eismotorrad extremer fahren, als der normale Menschenverstand es einem rät: Bei einem Rennwagen muss man unbotmäßig schnell in die Kurven reinfahren, damit die Aerodynamik überhaupt ans Arbeiten kommt; auf einem Eisspeedwaymotorrad muss die Schräglage extrem sein. Wer mit einem Formelwagen zu langsam oder mit einem Eismotorrad zu aufrecht in die Kurven fährt, fühlt sich zwar im ersten Moment sicherer – zuckelt aber nur lahm unterhalb den technischen Möglichkeiten der Maschine durch die Gegend. „Das ist auch eine mentale Geschichte, sich in den Kurven überhaupt so tief runter aufs Eis zu trauen.“

Kein Sport ist derart schwer zu lernen wie Eisspeedway. Denn Trainingsmöglichkeiten wie früher, als es noch echte Winter mit Schnee und Eis hatte und man als Bayer etwa auf dem Ammer- oder dem Frillsee einfach so ausrücken konnte, gibt es seit dem Klimawandel nicht mehr. Also muss man nach Schweden oder Finnland, Russland darf man ja nicht mehr, in bitterkalte und weit entfernte Trainingslager ausrücken. Und in neun von zwölf Monaten ist sowieso Sense mit dem Trainieren.

Trotzdem gibt es in diesem Winter einen Zustrom wie lange nicht mehr in den Eisspeedwaysport – aus Schweden, Finnland, den Niederlanden und auch aus Deutschland. Sogar so sehr, dass in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Bahnsport aktuell“ schon darüber spekuliert wird, dass es 2027 wieder eine Deutsche Meisterschaft geben könnte. Denn erstmals seit Corona hätte man dafür wieder ein volles Feld.

Drei der Neuen, die sich erstmals aufs Eis gewagt haben, stellen sich im Studio Bayern von bahndienst.com den Fragen von Norbert Ockenga: Bernhard Sanftl, ein Jugendfreund von Max Niedermaier, Tom Weidinger als Gatte von Inn-Isar-Racing-Physiotherapeutin Kati Weidinger – und der von der Rundstrecke kommende Youngster Simon Mayer.

Foto (von links): Thomas Weidinger, Bernhard Sanftl und Simon Mayer im Studio. Foto: Rainer Dachs

Von Norbert Ockenga

Das ganze Video vom spannenden und erstaunlichen Talk gibt’s hier:

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