Seit 40 Jahren führt Inge Löfflad die Menschen durch Wasserburg
Sie ist eine sehr engagierte Frau, die auch ehrenamtlich in Wasserburg wirkt. Seit Jahren ist sie Mitglied bei den Bierkellerfreunden und ist auch im Vorstand des Heimatvereins aktiv. Inge Löfflad hat seit April 1986 viele Menschen durch die historische Altstadt geführt, Fragen der Menschen zu Wasserburg beantwortet und Interesse und Begeisterung für diese Stadt geweckt. Wir haben mit Inge Löfflad über ihre 40 Jahre als Stadtführerin in Wasserburg gesprochen.
Sie wirkt sehr zufrieden und gewissermaßen erfüllt, wenn sie auf die 40 Jahre zurückblickt, in denen sie interessierten Menschen die Innstadt gezeigt und sie ihnen näher gebracht hat.

Sie spricht gerne über ihre „Sprichwortführungen“, die sie immer wieder hat durchführen könne. Denn Wasserburg biete zahlreiche Möglichkeiten, Sprichwörtern auf ihren historischen Grund gehen zu können. Wenn jemand sein „blaues Wunder“ erlebe oder gar „blau mache“. An der Mündung der Wuhr in den Inn, wo im Mittelalter die Stoffe gefärbt wurden, erklärt sie die Bedeutung. Durch die Oxidation der Stoffe hätten diese sich nämlich unerwünscht blau gefärbt und der Färber habe „sein blaues Wunder“ erlebt, also einen unerwünschten Effekt erzielt. Blau galt deshalb auch als Farbe der Täuschung, womit die Bedeutung von „blau machen“ erklärt ist. Jemand meldet sich krank, ohne es zu sein.
Dann berichtet sie von der Begeisterung, die gerade Kinder bei ihren Stadtführungen gezeigt haben. Und mit etwas Wehmut stellt sie fest: „Früher gab es mehr Kinder- und Schülerführungen. Das hat mir immer sehr viel Freude bereitet!“ Gerade die Schulkinder bis zur 4. Klasse seien „sehr wissbegierig“. Und der Applaus am Ende einer Führung sei ihr viel wichtiger als alles andere.
Doch sie erzählt auch von Schwierigkeiten bei den Stadtführungen. Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator hätten es auf dem Kopfsteinpflaster in der Altstadt von Wasserburg schon nicht leicht, von einem Ort zum anderen zu gelangen.
Und dann spricht sie davon, wie viel sie bei Führungen erfahren und Neues dazu gelernt habe. Selbst eingefleischte Wasserburger hätten bei den Innenhofführungen Orte kennenlernen können, die sie ohne diese Führungen niemals gesehen hätten.
Auch kommt sie auf die Fremdsprachen zu sprechen. Inge Löfflad bot ihre Stadtführungen nämlich nicht nur in Deutsch, sondern auch in Spanisch, Französisch und Englisch an. Aber dann räumt sie auch gleich ein, dass die Führungen in Spanisch nur höchstselten gewünscht worden seien. Dabei liebe sie diese Sprache so sehr.
Wie viele Führungen mag sie in diesen 40 Jahren organisiert haben, wie viele Menschen durch die Stadt geführt haben? Das wisse sie nicht, sagt sie, aber im letzten Jahr seien es 45 Führungen gewesen.
Wenn dieser Umfang für die anderen Jahre in ähnlicher Form auch gegolten haben mag, dann dürften schon mehr als 1.500 Führungen durch Wasserburg zusammengekommen sein. Ihr Interesse an der regionalen und lokalen Geschichte sei immer sehr hoch gewesen, hier habe sie stets noch etwas dazulernen wollen, verrät sie mit einem Schmunzeln. Als Mitglied der „Bierkellerfreunde“ habe sie natürlich auch gerne durch die historischen Bierkeller am Kellerberg geführt. Auch hier sei sie häufig für fremdsprachige Besuchergruppen gefragt worden, und auch dies habe ihr immer viel Freude bereitet.
Und schließlich spricht sie davon, dass sie auch Kirchenführerin sei und solche Führungen in der St. Jakobskirche, der Frauenkirche, in der Michaelskapelle und der Heilig-Geist-Spitalkirche stets mit viel Freude und Einsatz durchgeführt habe. Beim Kunsthistorikverein habe sie deshalb eine eigene Prüfung absolviert.
Gerne würde sie ihre Stadtführungen auch in den nächsten Jahren weiterhin anbieten und sie blickt zuversichtlich in die Zukunft. Für Wasserburg setze sie sich gerne ein, meint sie, die Stadt sei es wert.
PR
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