EHC verliert auch gestern Abend Löwen in Schongau deutlich - Playdowns warten

Na, eigentlich geht’s um Eishockey und nicht um einen Boxkampf: Die Nerven blank im Abstiegskampf – rechts Schongau im Angriff, links der EHC. Nach einer erneut durchwachsenen Leistung verloren die Eishockey-Löwen aus Waldkraiburg ihr Auswärtsspiel bei der EA Schongau gestern Abend mit 2:5. Schon am Freitag-Abend hatte man in der Overtime mit 3:4 daheim verloren.

Mit dieser nun weiteren Niederlage steht auf der Haben-Seite des EHC  in der Abstiegsrunde – dem Vorwettbewerb zu den Playdowns – weiterhin lediglich ein Punkt.

Bei zwei verbleibenden Spielen in dieser Kleinrunde und bereits neun Punkten für Geretsried und Amberg besitzt nur noch Schongau die rechnerische Chance, einen der begehrten beiden vorderen Plätze zu erreichen.

Erneut starteten die Löwen in veränderter Aufstellung. Mit Martin Kokeš fehlte kurzfristig eine wichtige Stütze in der Verteidigung, während Max Cejka in den Kader zurückkehrte. Aus der „Oans Bee“ kam Paul Hipetinger hinzu, aus Landshut Julian Lier. Somit konnten die Löwen mit insgesamt 14 Feldspielern antreten – eine Zahl, die sinnbildlich für die personelle Situation der vergangenen Wochen steht.

Schongau startete mit Feuer und Willen in die Partie, während die Löwen – wie bereits in den vorherigen Spielen – zunächst nichts entgegenzusetzen hatten. Nach nur 1:48 Minuten trafen die Mammuts erstmals. Vorausgegangen war ein Wechselfehler der Löwen, der es Grayden Gottschalk ermöglichte, frei an der blauen Linie zu stehen. Einen Pass später war er allein auf Max Englbrecht unterwegs, der gegen den Abschluss chancenlos blieb. Den nächsten Treffer erzielte Dominic Krabbat, der an diesem Abend sein 1000. Karrierespiel bestritt. Nach Zuspiel von Freidenfelds erhöhte er nach etwas mehr als drei Minuten auf 2:0. Noch vor der Fünf-Minuten-Marke – nach 4:57 Minuten – klingelte es erneut im Tor der Löwen. Anton Zimmer zeichnete sich diesmal verantwortlich. Auch dieser Gegentreffer war Ausdruck einer lasch wirkenden Einstellung des EHC: ohne Zuordnung, ohne den Willen, Verantwortung zu übernehmen, und stets einen Schritt langsamer als der Gegner.

Nach siebeneinhalb Minuten sollten die Löwen dann ihrerseits treffen. Nachdem Florian Maierhofer Sekunden zuvor mit dem ersten gefährlichen Torschuss der Gäste das Mammut-Tor in Gefahr gebracht hatte, durfte er wenig später jubeln. Ein Pass von Daniel Hora auf Maierhofer und ein direkter Abschluss brachten den 3:1-Anschluss. Dieser Treffer verfehlte jedoch die erhoffte Wirkung und verlieh dem Spiel der Waldkraiburger keinen nachhaltigen Auftrieb. Weiterhin wirkten die Löwen planlos, und man konnte den Eindruck gewinnen, dass jeder Spieler froh war, den Puck möglichst schnell vom eigenen Schläger zu bekommen. So hatte nach 11:23 Minuten erneut der „1000-Spiele-Mann“ Krabbat die Ehre, das 4:1-Pausenergebnis zu erzielen.

Das zweite Drittel begann aus Sicht der Waldstädter zunächst nicht besser als das erste. Selbst in eigener Überzahl ließen sie sich von den Gastgebern mehrfach den Schneid abkaufen. Als die Löwen schließlich doch Struktur in ihr Spiel brachten, war es nach gut sieben Minuten Felix Lode, der von der blauen Linie per Schlenzer auf 4:2 verkürzte. Dieser Treffer entzündete zumindest ein kleines Flämmchen. Von nun an gingen die Löwen entschlossener in die Zweikämpfe, mehr Pässe fanden ihr Ziel, und man setzte sich mit zunehmender Konsequenz im Schongauer Drittel fest.

Kurz vor Ende des Drittels folgte eine fünfminütige Strafe gegen Schongau. Santeri Ovaska kassierte einen Check gegen den Kopf, und Leonhard Zink musste nach Spieldauerstrafe vorzeitig zum Duschen. Diese Überzahl spielten die Löwen engagierter, wenn auch ohne Ertrag, sodass es beim 4:2-Pausenstand blieb.

Der Schwung aus dem zweiten Drittel war im Schlussabschnitt jedoch schnell wieder verpufft. Vielmehr schien Schongau darauf zu setzen, nichts mehr anbrennen zu lassen, während die Löwen weiterhin keine Mittel fanden. In eigener Überzahl erhöhten die Gastgeber nach einem sehenswerten Spielzug über mehrere Stationen auf 5:2. Diesem Rückstand lief der EHC Waldkraiburg anschließend rund 13 Minuten lang erfolglos hinterher, ehe die Partie mit diesem Ergebnis abgepfiffen wurde.

Auf der anschließenden Pressekonferenz ging Waldkraiburgs Trainer hart mit seiner Mannschaft ins Gericht: „Wir waren in den ersten Minuten wieder einmal nicht bereit, den Kampf so anzunehmen, wie es nötig gewesen wäre.“

Zudem habe er seinem Team die Aufgabe gestellt, dass jeder Spieler kritisch hinterfragen müsse, ob er bereit sei, die Leistung abzurufen, die in den kommenden Spielen erforderlich ist. Intensive Gespräche innerhalb der Mannschaft wurden angekündigt.

Zur Situation der Verletzten erklärte der Coach außerdem, dass er erwarte, in den kommenden ein bis zwei Wochen den einen oder anderen Schlüsselspieler zurück im Team begrüßen zu können. Diese Rückkehrer werden die Löwen dringend benötigen, wenn sie das denkbar schlechteste Szenario vermeiden wollen … 

AHA

Foto: Yasmin Neumann

EA Schongau – EHC Waldkraiburg 5:2 (4:1, 0:1, 1:0).

Tor: Lode (#40), [X] Englbrecht (#45);

Verteidigung: Hora (#3), Mertz (#5), Lode (#10), Rott (#20), Ludwig (#23), Cejka (#81);

Angriff: Dillmann (#11), Sramek (#13), Ovaska (#18), Decker (#34), Lier (#52), Hipetinger (#53), Maierhofer (#74), Zimmermann (#98); Tore: 1:0 (2.) Gottschalk (Spindler); 2:0 (4.) Krabbat (Freidenfelds, Gulda); 3:0 (5.) Zimmer (Moor, Merkle); 3:1 (8.) Maierhofer (Hora); 4:1 (12.) Krabbat (Gulda); 4:2 (28.) Lode (Dillmann, Maierhofer) PP1; 5:2 (47.) Merkle (Zimmer, Hegner) PP1;

Zuschauer: 200;

Strafen: Schongau 29 (4 + 5 + 20 Spieldauer) – Waldkraiburg 12.

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