48 Jahre ehrenamtlich für das BRK tätig – Großer Applaus vom Stadtrat

 

Im Rahmen der Wasserburger Stadtratssitzung stand heute eine besondere Auszeichnung an – Theresia Bauer wurde die Joseph-Heiserer-Medaille für 48 Jahre im Ehrenamt verliehen. „Es gibt niemanden, der es mehr verdient hätte“, so der Zweite Bürgermeister Werner Gartner, der für den erkrankten Bürgermeister Michael Kölbl „mit Freude“ die Auszeichnung vornahm.

Bereits als junges Bereitschaftsmitglied entwickelte Theresia Bauer ein großes Engagement in der Rot-Kreuz-Arbeit. So half sie als „Handlanger“ der Maurer beim Neubau des Rot-Kreuz-Heims 1978 im Burgerfeld mit. Unter ihrer Regie folgten Sammel- und Hilfsaktionen für Erdbebenopfer. 1981 und 1983 war sie jeweils beim Hochwasser in Wasserburg im Einsatz.

1984 leitete sie den Betreuungseinsatz an der Grenze Kiefersfelden bei der Lkw-Blockade. Viel Arbeit und wenig Schlaf bedeutete für sie der Betreuungsdienst im DDR-Flüchtlingslager. Hierzu pendelte sie viele Tage zwischen Wasserburg und Trostberg. „Das hat mich emotional sehr gepackt“, schilderte Theresia Bauer diese Tage, die sie nie vergessen werde.

2002 richtete Theresia Bauer im Speicher des Rot-Kreuz-Hauses eine Kleiderkammer für Bedürftige ein. Dort vermittelte sie unter anderem auch Haushaltsgegenstände, Möbel und Kinderwägen. 2004 wurde der Kleiderladen in der Wasserburger Altstadt eröffnet, daraufhin schloss Theresia Bauer ihre Kleiderkammer im Rot-Kreuz-Haus und widmete sich ganz dem neu gegründeten Kleiderladen. Hier war sie schon vor der Eröffnung mit der Einrichtung und Gestaltung des Ladens beschäftigt und übernahm die Teamleitung. „Ich habe sogar einmal den ersten Platz für die Schaufensterdekoration gewonnen“ erinnert sich Bauer freudig zurück. Außerdem sei der Kleiderladen ihr Kind gewesen – ein Ort der sie fit gehalten habe und auf den sie sehr stolz sei.

Neben dem Kleiderladen übernahm Theresia Bauer 2004 die Leitung des „Sozialen Arbeitskreises“, in dem sie schon Jahre zuvor aktiv mitgearbeitet hat. Neben den regelmäßig stattfindenden Senioren-Nachmittagen organisierte sie auch für die Senioren einmal im Jahr einen Vier-Tages-Ausflug. Besonders beliebt sind die Nachmittage im Fasching, Muttertag, Herbst und in der Adventszeit. „Diese Nachmittage gestaltet sie mit sehr viel Liebe und Freude und lässt sie für Besucher zu etwas Besonderem werden“, berichtete Werner Gartner.

Unter großem Applaus des Stadtrats und der Besucher, darunter die früheren Heiserer-Medaillen-Träger Claudia Geiger, Erich Baumgartner, Ferdinand Steffan und Otto Zwiefelhofer nahm Theresia Bauer die Medaille in Empfang.

Als sie das erste Mal gehört habe, dass ihr die Medaille verliehen werden soll, sei dies ein „beschämendes“ Gefühl gewesen, denn ihr habe die ehrenamtliche Tätigkeit immer Freude bereitet und eine Selbstverständlichkeit zu helfen. „Es war eine wahnsinnig schöne Zeit mit Fröhlichkeiten und so manchen Traurigkeiten“, so Theresia Bauer. Wasserburg sei einfach eine „Traumstadt“ und es sei nahezu unmöglich, hier einsam zu sein.

Auch Freddy Eisner, erster stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Rosenheim, gratulierte Theresia Bauer herzlich mit einem Blumenstrauß. „Ohne die Resi gäbe es vieles nicht in Wasserburg.“

Im Anschluss konnte in einer kleinen Feierstunde mit Theresia Bauer angestoßen und gratuliert werden. Für die Preisträgerin gehen die Feierlichkeiten bereits am Sonntag weiter – der 85. Geburtstag steht an.

Was ist die Joseph-Heiserer-Medaille

Die Stadt Wasserburg kann natürlichen Personen in Würdigung ihrer besonderen Verdienste um das Ansehen der Stadt und das Allgemeinwohl ihrer Bürger als Ausdruck des Dankes und sichtbarer Anerkennung die Joseph-Heiserer-Medaille verleihen, heißt es in der Satzung.

Die Medaille ist eine Silbermünze mit dem Portrait Joseph Heiserers und dem Wappen der Stadt. Gleichzeitig werden eine Urkunde und Anstecknadel überreicht. Die Medaille wird in der Regel einer Person jährlich bei einer Feierstunde im Rahmen der Stadtratssitzung verliehen und stellt eine ganz besondere städtische Würdigung dar.

Joseph Heiserer war von 1819 bis 1858 Stadtschreiber von Wasserburg.

Die früheren Preisträger

2007: Pfarrer Bernd Joa, welcher der Stadt eine umfangreiche Sammlung kunst- und kunsthandwerklicher Gegenstände aus der Geschichte Wasserburgs überlassen hat

2008: Gabriele Brei und Hans Brei, Wegbereiter des Erfolgs der Basketball-Damen im TSV Wasserburg mit 11-maliger Deutscher Meisterschaft

2009: Hanns Airainer (+),langjähriger ehrenamtlicher Betreuer der Bildbestände im Stadtarchiv

2010: Ferdinand Steffan M.A., langjähriger Leiter des Museum Wasserburg und Kreisheimatpfleger

2011: Bert Lindauer, langjähriger ehrenamtlicher Organisator des Wasserburger Adventsingen

2012: Witgar Neumaier (+), Initiator und Gründer des Bierkellermuseums in den Wasserburger Bierkatakomben

2013: Willy Reichert, überregional bekannter Kunstmaler, der Wasserburg tausendfach in Bildern festgehalten hat

2014: Doris „Dorle“ Irlbeck (+),Organisatorin u.a. des Krippenweges und vielfältiges kulturelles Engagement

2015: Prof. Klaus Kaufmann, Organisator des Wasserburger Klaviersommer

2019: Erich Baumgartner, federführender Organisator des Bürgerspiels ab 2000, Gründer des Förderverein Freunde Maria Rast und Wegbereiter der Städtepartnerschaft mit Cugir

2020: Claudia Geiger, langjährige ehrenamtliche Organisatorin der Wasserburger Volksmusiktage

2024: Otto Zwiefelhofer, für Verdienste um das Ansehen der Stadt

TANJA GEIDOBLER

Freuten sich mit ihrer Mutter mit, die Töchter Gabi und Eva-Maria.

Freddy Eisner gratulierte im Namen des BRK.

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