Auch Altlandkreis Wasserburg hilft im Krisengebiet im Mangfalltal - UPDATES


Vollgelaufene Keller, unterbrochene Bahnlinien und viele gesperrte Straßen:


Ein schweres Unwetter ist gestern über dem südlichen und westlichen Landkreis Rosenheim gezogen. Die ganze Nacht lief ein Großeinsatz der Feuerwehren, bei dem auch zahlreiche Floriansjünger aus dem Altlandkreis Wasserburg im Einsatz waren.

Einer der Einsatzschwerpunkte war die Ortschaft Götting in der Gemeinde Bruckmühl.

Der Landkreis berief einen Krisenstab ein (wir berichteten), der bis gegen 2 Uhr die über 300 Einsätze koordinierte. Die heimischen Wehren kehrten erst gegen 4.30 zurück. Hier eine Einsatzübersicht:

1.50 Uhr

Der ICE, der bei Rimsting wegen umgestürzter Bäume stehen bleiben musste, ist wieder frei. In Götting sind derzeit rund 250 Kräfte vor Ort, der Einsatz läuft weiter. In Bad Endorf und Stephanskirchen haben die Feuerwehren nur noch wenige Aufträge abzuarbeiten. Der Krisenstab im Landratsamt Rosenheim meldete sich nach einer letzten Lagebesprechung ab.

Aufgrund des Unwetters am Abend war um 20.35 Uhr der Unwetteralarmplan ausgelöst worden. Örtlich waren im Landkreis Rosenheim bis zu 50 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Hinzu kam örtlich Hagel und stürmischer Wind.

Landrat Otto Lederer hatte sich persönlich ein Bild von der Lage gemacht. Er informierte sich im Krisenstab sowie vor Ort in Bad Aibling und Götting. Rund 340 Einsätze wurden gezählt. Insgesamt waren mehr als 1.000 Kräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Rettungsdienst sowie Berg- und Wasserwacht im Einsatz.

1 Uhr

Um die Ortschaft Götting zu entlasten, haben sich die Einsatzkräfte vor Ort entschieden, das vom Irschenberg herunterströmende Oberflächenwasser weiter in Richtung Mangfall zu pumpen. Zudem wird eine weitere Hochleistungspumpe in den Ort geschickt, um Wasser aus dem übervollen Goldbach zu entnehmen.

In Bad Endorf erhöhte sich die Zahl der vollgelaufenen Keller auf 80. 70 davon sind von der Feuerwehr bereits abgearbeitet. Zehn sind noch offen, darunter auch der Keller des neuen Kindergartens, dort fanden die Einsatzkräfte rund 150 Kubikmeter Wasser vor. Die vollgelaufene Tiefgarage der Raiffeisenbank wird die Kräfte vor Ort noch etwa zwei Stunden beschäftigen.

Im Bereich Stephanskirchen neigt sich die Arbeit für die Feuerwehr dem Ende entgegen. Sechs Keller sind noch abzuarbeiten. Insgesamt musste die Feuerwehr zu 32 Einsätzen ausrücken.

Goldbach drückt Wasser ins Wohngebiet

Die Ortschaft Götting kristallisiert sich zunehmend als Einsatzschwerpunkt in dieser Nacht heraus. Neben dem Oberflächenwasser, das vom Irschenberg herunterfließt, drückt auch der Goldbach Wasser ins Wohngebiet. Der Krisenstab im Landratsamt Rosenheim hat einen zweiten Unwetterzug der Feuerwehr nach Götting geschickt, um vor Ort zu helfen.

Auf Höhe der Gemeinde Rimsting musste ein ICE der Deutschen Bahn anhalten. Bäume waren in diesem Bereich auf die Gleise gestürzt und verhindern eine Weiterfahrt. Die Deutsche Bahn will versuchen, den ICE mit einem Bergezug herauszuziehen. Sollte dies nicht möglich sein, müssen die rund 90 Passagiere evakuiert werden. 

In Bad Endorf waren rund 60 Keller vollgelaufen. In der Tiefgarage der Raiffeisenbank standen etwa 7.000 Kubikmeter Wasser. 

Die Zahl der Einsätze erhöhte sich inzwischen auf mehr als 330. 

Rund 1.000 Einsatzkräfte

Rund 1.000 Kräfte waren gestern Abend im Landkreis Rosenheim gefordert. Um kurz nach 22 Uhr waren sie zu mehr als 250 Einsätzen gerufen worden. Aufgrund des Unwetters war um 20.35 Uhr der Unwetteralarmplan ausgelöst worden. Im Landratsamt Rosenheim wurde ein Krisenstab eingerichtet.

In Götting sorgte Oberflächenwasser, das vom Irschenberg herunterfloss, für volle Keller. An einer Biogasanlage sind Kräfte von THW und Feuerwehr damit beschäftigt, Wasser abzupumpen. Dort sind zwei Hochleistungspumpen im Einsatz. 

In Bad Aibling steht das Wasser in einigen Straßen bis zu 1,50 Meter in den Kellern. Die BfA-Klinik wird aus diesem Grund evakuiert. Dort sind unter anderem die Feuerwehren aus Evenhausen und Pfaffing im Einsatz.

In Stephanskirchen wurde die Feuerwehr zu 21 Einsätzen gerufen. Ein Teil davon ist noch in Arbeit. 

Ein dritter Unwetterzug der Feuerwehr, es handelt sich um weitere Kräfte aus dem Inntal, wurde auf den WEKO-Parkplatz verlegt und ist dort in Bereitschaft. Die ersten beiden alarmierten Unwetterzüge sind in Bad Aibling und in Götting um dort zu helfen.  

Fotos: RS

 

Hier unsere erste Meldung von gestern Abend …